Erlenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Hohe Wassertemperatur verursacht Muschelsterben

Das Idyll trügt. Der Seehof war in den vergangenen Tagen zu warm. Das haben die Teichmuscheln nicht vertragen.
Das Idyll trügt. Der Seehof war in den vergangenen Tagen zu warm. Das haben die Teichmuscheln nicht vertragen.

Ein mysteriöses Muschelsterben im Seehof bei Erlenbach hat Naturfreunde alarmiert. Von „menschengemachtem Muschelsterben“ sprach eine Leserin. Es war aber kein Gift und auch keine Algenexplosion. Die Kreisverwaltung hat die Ursache gefunden und mit der Abdichtung eines Risses auch gleich für Abhilfe gesorgt.

Der Seehof unterhalb von Burg Berwartstein hat in der Vergangenheit schon öfter wegen zu vieler Algen für Schlagzeilen gesorgt. Dieses Mal sind die Algen aber nicht die Ursache für ein Muschelsterben in dem beliebten Badesee. Leser meldeten das massenhafte Verenden der Teichmuscheln. Sie vermuteten Bauarbeiten am Abfluss als Ursache, was jedoch nicht das Problem verursachte, sondern die Lösung gewesen sein soll, wie die Kreisverwaltung auf Anfrage betonte.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit liege es nicht an der Wasserqualität, sondern an der Temperatur, informiert Verbandsbürgermeister Michael Zwick, der wenige Tage davor über die Muscheln informiert worden sei. Der Seehof habe in diesem Jahr einen deutlich niedrigeren Wasserstand als sonst üblich gehabt, erläuterte Zwick. Ein Leck sei dafür verantwortlich gewesen. 20 bis 30 Zentimeter tiefer als sonst üblich habe der Wasserpegel gelegen, schildert der Bürgermeister. Das Leck sei inzwischen geschlossen und der Wasserstand nähere sich seiner normalen Höhe.

Stress ab 25 Grad Wassertemperatur

In der Zwischenzeit sei allerdings auch wegen des geringen Wasserstands die Temperatur im See auf mehr als 25 Grad Celsius gestiegen. „Ab 25 Grad kriegen die Muscheln Stress“, berichtet Zwick weiter. In der Folge seien viele der Tiere gestorben. Wie viele es waren, wollte Zwick nicht schätzen. Eine Zahl könne er nicht nennen.

Die wollte auch die Kreisverwaltung nicht sagen. Es sei jedoch ein „massives Muschelsterben“ gewesen, sagt Kreisverwaltungssprecher Thorsten Höh. „Ursächlich ist die zu warme Wassertemperatur im See“, so Höh weiter. Und die Temperatur sei bereits im Juni so hoch gestiegen, weil mehrere Faktoren zusammen gekommen seien. „Der anhaltende, immer wieder kräftigere Wind konnte die durch die hohe Außentemperatur erwärmten oberen Wasserschichten nach unten in tiefere Wasserschichten bringen“, nennt Höh eine Ursache. Die zweite sei die undichte Stelle im See gewesen, was die Temperaturen weiter in die Höhe getrieben habe.

Die Stelle sei repariert und der Wasserpegel „schnellstmöglich auf den normalen Stand gebracht“ worden, versicherte der Verwaltungssprecher. Vor allem der höhere Wasserstand verspreche eine Besserung, findet Höh. Die Situation werde weiter beobachtet und überlegt, wie diese verbessert werden könne.

Wasserqualität nicht beeinträchtigt

An der Wasserqualität könne es nicht gelegen haben, versichert Verbandsbürgermeister Zwick. Die werde alle zwei Wochen mit eigenen Messungen kontrolliert und zeige keine Auffälligkeiten für die vergangenen Wochen.

Der Seehof musste in den vergangenen Jahren immer wieder mal für den Badebetrieb gesperrt werden. Mal waren die Werte für Colibakterien zu hoch. In anderen Jahren gab es zu viele Blaualgen und Cyanobakterien, die eine Gesundheitsgefährdung für Badegäste darstellen könnten. Aktuell gibt es kein Badeverbot und auch keine Warnstufe. Nur die Temperatur war für die Muscheln zu hoch.

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