Dellfeld RHEINPFALZ Plus Artikel Hochwasser: Wo es in Dellfeld gefährlich wird

Beim Pfingsthochwasser vergangenes Jahr war Dellfelds Ortsmitte überflutet.
Beim Pfingsthochwasser vergangenes Jahr war Dellfelds Ortsmitte überflutet.

Dellfeld und Contwig sind sich einig: Hochwasserschutz ist nötig. Welche Maßnahmen sind geplant?

Das Pfingsthochwasser des Jahres 2024 hat gezeigt: Prasselt überm Schwarzbachtal mal ein gewaltiger Regen vom Himmel, wird es schnell gefährlich. Der Schwarzbach schwillt an, tritt über die Ufer. Schon vorm Hochwasser im vergangenen Jahr war in Dellfeld und Contwig über ein gemeinsames Hochwasser- und Starkregenschutzkonzept diskutiert worden. Dass beide Kommunen dabei zusammenarbeiten wollen, ist sinnvoll, immerhin liegen beide am selben Bach: dem Schwarzbach. Und generell, so sagte es Ulrike Simon vom Kaiserslauterer Ingenieurbüro Obermayer schon vergangene Woche in Contwig, sollten Gemeinden bei diesem Thema zusammenarbeiten.

Mit Blick auf Hochwasser sind in Dellfeld allen voran die Gebiete links und rechts des Schwarzbachs gefährdet. Ein Blick in die Hochwasser-Gefahrenkarte des Landes zeigt: Bei einem Jahrhunderthochwasser − also wie beim Pfingsthochwasser im vergangenen Jahr − hat der Schwarzbach eine Wassertiefe von etwa drei Metern. Dann tritt der Bach über die Ufer, auf den sonst trockenen Flächen steht das Wasser bei einem solchen Jahrhunderthochwasser etwa einen Meter hoch. In Falkenbusch würde der Schwarzbach dann sogar stellenweise bis zur Ortsdurchfahrt reichen, auf der anderen Seite bis zur Bahnlinie. In Dellfeld ist vor allem die Einmündung in der Dorfmitte beim Bahnhaltepunkt Dellfeld-Ort von Hochwasser betroffen.

Nicht nur die Bach-Anlieger in Gefahr

Diese Gefahrenprognose gilt aber nur für Hochwasser. Grundsätzlich müsse zwischen Hochwasser und Starkregen unterschieden werden, sagte Simon. Hochwasser kommt aus dem Tal, also vom Bach, und ist das Ergebnis mehrtägiger Regenfälle. Also genauso wie im Jahr 2024. Vorteil: Hochwasser sei gut vorhersehbar, sodass sich Einsatzkräfte entsprechend vorbereiten könnten. Bei Starkregen fällt in kurzer Zeit eine große Regenmenge auf ein begrenztes Gebiet. Solche Ereignisse seien zeitlich und räumlich kaum vorhersagbar. Und bei Starkregen sind nicht nur die Bach-Anlieger betroffen, sondern auch jene an den Hängen. Dort strömt das Wasser mit großer Wucht ins Tal, die Kanalisation kann die Wassermengen nicht mehr aufnehmen, schlimmstenfalls werden die Häuser überflutet.

Bei einem extremen Starkregen schießt in Dellfeld das Wasser den Aschbach hinunter, überflutet links und rechts die Häuser. Ebenso gefährdet sind die Areale Ziegelhütte, Stambacher Weg, Weihershof samt Grundschule und Bürgerhaus sowie der Schlauweg. Blick auf Falkenbusch: Dort läuft das Wasser bei Starkregen durch Amselstraße, Bergstraße und Birkenallee, sammelt sich im Tal und überflutet die gesamte Bahnlinie, die Häuser am Bahnhof und den Ortskern. Ebenso gefährdet: das Neubaugebiet am Sportplatz. Dort schießt das Wasser bei Starkregen ebenfalls vom Hang durch die Straßen, sammelt sich in der Ortsdurchfahrt.

Jeder muss beim Schutz mitmachen

Simon machte deutlich − ebenso wie vergangene Woche in Contwig −, dass es oberstes Ziel beim Hochwasserschutz sei, die Wassermassen möglichst vor der Ortslage anzustauen, während im Ort das Wasser möglichst schnell abgeleitet werden muss. Zudem sei jeder Mitbürger bei der Vorsorge gefragt: Gerade am Bach dürften keine losen Hindernisse dem Wasser den Weg versperren. Beispielsweise Brennholzstapel würden vom Hochwasser schnell mitgerissen, sammelten sich an der nächsten Brücke, verstopften den Abfluss, stauten den Fluss und sorgten für noch höhere Pegelstände. Und jeder Hausbesitzer kann selbst etwas tun, um sein eigenes Hab und Gut zu schützen – als Beispiel nannte die Expertin mobile Hochwasserwände vor Garagen, Türen und Lichtschächten.

Dellfelds Ortsbürgermeister Marcus Spies ist froh, dass beim Hochwasser- und Starkregenschutz Bewegung in die Sache kommt. „Als Gemeinde sind wir ja aber auch immer darauf angewiesen, was die Dörfer über uns machen, also Rieschweiler und Thaleischweiler“, gibt er zu bedenken, warum ein gemeinsamer Hochwasserschutz wichtig ist. Laut Spies gibt es schon Schutzvorkehrungen, etwa das Rückhaltebecken in der Aschbach. Aber diese sind, genauso wie die Kanäle, nur begrenzt aufnahmefähig.

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