Südwestpfalz / Münchweiler
Hausimpfungen starten mit Modellversuch
Auf Anfrage bestätigte Buchheit, dass er einer der vier Ärzte ist, die am 1. März das Impfstofffläschchen erhalten werden. „Das ist ein Modellversuch“, erzählt der Mediziner, der die sechs Patienten, für die der Impfstoff reicht, bereits unter seinen Patienten ausgewählt hat. Zum Zuge kommen nur bettlägerige Patienten, die älter als 80 Jahre alt sind und damit zu der aktuell immer noch ausschließlich priorisierten Bevölkerungsgruppe gehören.
Viele Patienten müssen noch warten
Buchheit betont, dass nur wirklich bettlägerige Patienten von ihm Besuch bekommen werden. Für alle anderen sei das Impfzentrum als Anlaufstelle vorgesehen. Der Arzt hätte gerne mehr Impfstoff bekommen, da das eine Fläschchen bei weitem nicht für alle Patienten reiche, die nicht aus dem Hause können. Landesweit schätzt Buchheit, dass einige tausend Personen nicht selbst das Impfzentrum aufsuchen können und für solch eine Impfung durch den Hausarzt in Frage kämen. „Da gibt es eine echte Lücke.“ Für den Modellversuch gebe es aber nur die eine Flasche.
Impfstoff von Biontech wird eingesetzt
Zum Einsatz komme der Impfstoff von Biontech/Pfizer, der eigentlich extrem kühl gelagert werden müsse. Inzwischen habe das Unternehmen aber erklärt, dass er fünf Tage lang problemlos bei Kühlschranktemperatur aufbewahrt werden könne und auch transportfähig sei. Buchheit muss die fertig aufgezogene Spritze in Watte einpacken und dann vorsichtig zum Patienten bringen. Erschütterungen müssten vermieden werden. Der Mediziner in Münchweiler und seine drei Kollegen im übrigen Rheinland-Pfalz werden nicht lange die einzigen Hausärzte bleiben, die per Hausbesuch ihre Patienten impfen können. „Wenn das klappt, werden es bestimmt bald alle Hausärzte machen können“, ist sich Buchheit sicher. Unter „bald“ versteht er eine Zeitspanne von zwei Wochen nach dem Modellversuch, womit schon im März die anderen Ärzte zu ihren bettlägerigen Patienten aufbrechen könnten, falls genügend Impfstoff vorhanden ist.
Nachfrage nach Schnelltests lässt nach
Buchheits Praxis in Münchweiler ist auch eine der Praxen, in denen sich jeder auf Coronaviren testen lassen kann. Seit Oktober biete er Tests, auch Schnelltests in seiner Praxis an, erzählt er. Wobei Buchheit sicher ist, dass inzwischen jede zweite Hausarztpraxis solche Tests im Angebot hat. Bei Buchheit kostet der Schnelltest mit Zertifikat 39 Euro und sei sehr gefragt gewesen. Aktuell flache die Nachfrage wieder ab. „Fasching fällt aus und damit auch die Gefahr einer Ansteckung“, nennt der Mediziner einen Grund für den Rückgang.
Die Abstriche werden in der Praxis oder bei konkretem Verdacht auf Coronaviren auf dem Parkplatz vor der Praxis genommen, schildert Buchheit das Prozedere. „Es ist wichtig, dass wir die Patienten nicht mischen“, betont er. Die Bandbreite der Gründe für die Patienten, um einen Coronatest machen zu lassen, sei sehr breit. Das reiche von den Menschen, die einfach Angst haben, sich irgendwo angesteckt zu haben, bis zu Personen, die vor einem Krankenhausaufenthalt ein negatives Testergebnis benötigen. In einem Fall habe ein Arbeitgeber von Interessenten für einen Arbeitsplatz Tests gefordert, um zum Vorstellungsgespräch zugelassen zu werden.
Mehr Tests sinnvoll
Bei Flugreisen sollte der Betreffende vorher klären, welche Art von Test die Fluggesellschaft fordere. Oft seien hier die so genannten PCR-Tests gefragt, die in einem Labor analysiert werden müssen.
Torsten Buchheit findet, dass ruhig mehr getestet werden könnte. „Je mehr Tests gemacht werden, umso größer wird die Sicherheit für die Bevölkerung.“