Kreis Südwestpfalz Gundacker verteidigt Drehleiter für Hornbach
Ob die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land ein Feuerwehrauto mit Drehleiter kauft oder weiter mietet und wo es dann stehen soll oder ob das Hotel Kloster Hornbach einen Rettungsweg mit Podest oder Treppe baut und wer das dann zahlt – das sind Fragen, die laut Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD) anstehen und noch nicht entschieden sind. Er lasse sich derzeit alle Unterlagen zusammenstellen, darunter auch, wann und wo die Drehleiter bisher zum Einsatz kam.
Hintergrund ist die Kritik des zurückgetretenen Wehrleiters Markus Schmidt, der sagt, die Verbandsgemeinde brauche gar keine Drehleiter. Ähnlich sieht es der Landkreis, der ein solches Auto zudem lieber in Contwig als in Hornbach an der Grenze stationiert sähe (wir berichteten am Samstag). Schmidts Vorwurf, Gundacker wolle unbedingt eine Drehleiter und wolle in dieser Sache „mit dem Kopf durch die Wand“, weist Gundacker zurück: „Dem ist ganz und gar nicht so. Ich hab’ nichts davon.“ Er habe auch in der Haushaltssitzung darauf verwiesen, dass die Drehleiter vom Zuschuss des Kreises abhängt. Zudem erinnert er daran, dass die Feuerwehr der Nachbarverbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben bereits im Herbst 2017 öffentlich in einer Hauptausschusssitzung erklärt habe, dass sie keine Drehleiter braucht. So sei Hornbach ins Spiel gekommen. Thaleischweiler-Fröschen wäre nach Ansicht des Kreises ebenfalls ein passender Standort. Gundacker, der seit 2012 im Amt ist, verweist darauf, dass man vor rund 20 Jahren beschlossen habe, wegen des Klosterhotels eine Drehleiter in Hornbach zu stationieren. 2009 sei dies noch einmal bekräftigt worden. „Das war alles vor meiner Zeit“, sagt er. Zudem komme die Drehleiter auch außerhalb der Verbandsgemeinde zum Einsatz. Wann und wo dies bisher der Fall war, konnte der Bürgermeister gestern nicht sagen. Er lasse gerade eine Liste solcher Einsätze erstellen, nannte jedoch innerhalb der Verbandsgemeinde als Beispiele einen Brand in einem Einfamilienhaus in Großsteinhausen und Kaminbrände in Riedelberg, Althornbach und Dietrichingen innerhalb der Verbandsgemeinde. Anders als die Kreisverwaltung seht Gundacker die Drehleiter nicht unbedingt in Contwig. Die IGS liege sehr nah an Zweibrücken, das ebenfalls ein Drehleiter-Auto besitzt. Zu klären sei auch, ob die Stadt Hornbach und das Hotel bereit sind, einen zweiten Rettungsweg über eine Treppe oder ein Podest zu bauen und wer das bezahlt. Hornbachs Stadtbürgermeister Reiner Hohn lehnt diese Lösung ab und möchte auch nicht dafür bezahlen. Er verweist darauf, dass es eine gültige Baugenehmigung für das Hotel gibt und diese schon zwei Jahrzehnte alt sei. Der Kreis wiederum steht auf dem Standpunkt, dass diejenigen bezahlen müssen, die davon profitieren.