Heltersberg RHEINPFALZ Plus Artikel Grundschüler unterstützen Polizei bei Geschwindigkeitskontrolle

Zum Start des neuen Schuljahres überwacht die Polizei verstärkt den Verkehr vor Schulen. In Heltersberg stellten sich Fahrer, di
Zum Start des neuen Schuljahres überwacht die Polizei verstärkt den Verkehr vor Schulen. In Heltersberg stellten sich Fahrer, die zu schnell unterwegs waren, den Fragen der Kinder der Holzlandgrundschule.

„Schneller, schneller, ja“. Als der rote Blitz aufleuchtet, jubeln die Viertklässer der Holzland-Grundschule in Heltersberg. Ein Autofahrer wurde geblitzt, der vor ihrer Schule zu schnell gefahren ist. Ausnahmsweise haben sie mal auf einen Zu-schnell-Fahrer gehofft. Zum Schulstart wollen sie allen, die sich nicht an Tempo 30 halten, ins Gewissen reden.

„Ich fahre hier nicht so oft und habe das Schild nicht gesehen“, sagt ein Mercedes-Fahrer, der sich den Fragen der Kinder stellt. 43 Stundenkilometer zeigt das Messgerät im roten VW-Bus an, der gegenüber der Schule im Lindenpark positioniert ist, als er die Schule passiert. Ob er öfter schnell fahre, wollen die 25 Mini-Polizisten wissen, die die 4a und 4b der Grundschule besuchen und sich mit ihren Klassenlehrerinnen Christine Meißner und Alexandra Bantz auf den „Polizeidienst“ vorbereitet haben. „Man soll nie zu schnell fahren“, sagt der Mann. Manchmal passiere es, weil man unaufmerksam sei. Ob er schon oft geblitzt wurde, wollen die Kinder wissen. Er fahre schon lange und fahre auch viel. Zwei Mal, überlegt er, sei er bisher geblitzt worden.

Dieses Mal ohne finanzielle Folgen. Er dürfe von seinem Ermessensspielraum Gebrauch machen, erklärt ihm Polizeihauptkommissar Michael Nothof von der Abteilung Zentrale Verkehrsdienste, die im Polizeipräsidium Westpfalz für die Geschwindigkeitsüberwachung zuständig ist. Er belässt es bei einer mündlichen Verwarnung, weil sich der Fahrer den Kindern, um deren Sicherheit es geht, gestellt hat.

Strafe steht nicht im Vordergrund

„Sicherheit auf dem Schulweg“ hat die Polizei ihre Schwerpunktwoche zum Schulstart überschrieben und ist verstärkt präsent. Am Freitag auch in Pirmasens. Dabei gehe es nicht darum, die Verkehrsteilnehmer zu strafen. „Wir wollen sie auf die Gefahrensituationen aufmerksam machen, sie sensibilisieren, und wo notwendig ein bisschen erziehen“, sagt Polizeihauptkommissar Oliver Becker, der die Aktion leitet, die in Heltersberg in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Polizeiinspektion (PI) in Waldfischbach-Burgalben vorgenommen wird.

„Hier in Heltersberg stehen wir öfter“, sagt Kevin Koch, Tarifangestellter bei der Verkehrsüberwachungseinheit. Noch immer werde zu schnell gefahren, bedauert er. Das bedeutet: Er wird mit den Kollegen noch öfter in Heltersberg die Blitzeranlage aufbauen. „Ein perfekter Tag wäre für mich, wenn wir am Ende der Überwachung keine einzige Verwarnung aussprechen müssten“, sagt Nothof. Es ist kein perfekter Tag. Seit 7.15 Uhr wird geblitzt und kurz nach 9 Uhr, hat die Anlage am Lindenpark, die beide Fahrspuren überwachen kann, bereits 20 Mal ausgelöst, berichtet Becker.

Die Zahl der sichtbaren Polizisten in der Hauptstraße steigt. Der Anblick einer Polizeiuniform lässt viele vorsichtshalber den Fuß vom Gas nehmen. Die roten Blitze werden weniger.

„Was passiert, wenn einer mit 100 Stundenkilometern hier durchfährt“, will Grundschülerin und Hilfspolizistin Maja von Oliver Becker wissen. „Dann ist der Führerschein sicher weg“, sagt er. Passiert bis zur Mittagszeit nicht. Obwohl die Autofahrer an Tagen, an denen die Polizeipräsenz nicht so sichtbar ist, „echt schnell fahren“, berichten die Grundschüler. Eine Mama, deren Tochter an der Schule war, kommt vorbei. Sie ist korrekt gefahren. „Ich war echt froh, als hier Tempo 30 angeordnet wurde“, erzählt sie den Kindern. Weil es um die Sicherheit der Kinder gehe.

Den Fragen der Kinder will sich nicht jeder geblitzte Autofahrer stellen. Manche zahlen lieber die Strafe. Die Kollegen der PI Waldfischbach-Burgalben um Polizeihauptkommissar Prine und Polizeikommissar Abel winken geblitzte Fahrer raus, klären auf und kassieren die Strafe. Viele sind im Bereich um die 40 Stundenkilometer unterwegs. Macht nach Abzug der Toleranz 30 Euro. „Ist teurer geworden“, sagt Prine zum aktuellen Bußgeldkatalog.

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