Trulben
Große Ratsmehrheit für die Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage
Der Rat fasste den Beschluss mit lediglich zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Demzufolge ist der Bebauungsplan so zu gestalten, dass eine Beeinträchtigung für die Einwohner und die zukünftige Entwicklung der Gemeinde möglichst ausgeschlossen und die visuelle Wirkung der Anlage minimiert wird. Zudem müssen die Kosten für das gesamte bauplanungsrechtliche Verfahren, wozu auch die Änderung des Flächennutzungsplanes der Verbandsgemeinde gehört, vom Projektierer getragen werden.
Bereits am 8. Februar hatte Saskia Stuhr, Projektentwicklerin bei der Pfalzsolar, deren Interessen für eine zwischen neun und zehn Hektar große Freifläche rechterhand der Kreisstraße 4 nach Kröppen in der Gemarkung „Auf der Forst“ dem Ortsgemeinderat vorgestellt. Nicht nur mit der Pfalzsolar, sondern auch mit weiteren Projektierern wurde laut Ortsbürgermeister Harald Hatzfeld die Potenzialfläche besichtigt.
Seinen Angaben zufolge hat die Ortsgemeinde, die bei der erneuerbaren Energie bislang noch keine Rolle spielte, nun die Möglichkeit, einen Beitrag zur Erzeugung von dieser sowie zum Klimaschutz zu leisten. Zudem habe man es im Bebauungsplanverfahren selbst in der Hand, das Gemeinwohlinteresse zu wahren. Daneben profitiere die Gemeinde finanziell. Als Standortgemeinde würde man 0,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde erhalten. Einzig und allein aus den Reihen der CDU-Opposition gab es Wortmeldungen bei der Aussprache. Am Ende kamen auch von deren Mitgliedern Walter Dezember und Jürgen Noll die beiden Gegenstimmen. Vor der Abstimmung hatte Hatzfeld darauf verwiesen, dass gegebenenfalls ein Raumordnungsverfahren durchgeführt werden muss. Ausschließen konnte er dagegen ein Zielabweichungsverfahren, denn bei den Wiesenflächen, auf denen die Photovoltaikanlage realisiert werden kann, handelt es sich um „keine privilegierten Landwirtschaftsflächen“.
Ergänzend informierte Hatzfeld, dass er im Vorfeld zur Sitzung mit dem Geschäftsführer des rheinland-pfälzischen Gemeinde- und Städtebundes Stefan Maiborg ein Gespräch zu Photovoltaikanlagen auf Freiflächen geführt habe. Dieses habe er nicht zu Ende geführt, um einem größeren Kreis dessen hervorragende Kenntnisse auf diesem Gebiet nicht vorzuenthalten. Deshalb wird der nächsten Ortsgemeinderatssitzung vom 10. Mai, 19 Uhr, ab 17 Uhr, im Foyer der Trualbhalle ein Vortrag von Stefan Maiborg vorgeschaltet.
Neues gab es von Hatzfeld auch für das Neubaugebiet „Auf dem Großen Höbel“ auf dem Hochstellerhof in Verlängerung der Ringstraße. Demnach könnte bis Ende Juni mit dem Abschluss des Umlegungsverfahrens gerechnet werden. Danach ginge es um die Entwurfsplanung für den Straßenausbau. Aufkommenden Zweifel aus den Ratsreihen, dass die Ortsgemeinde eventuell auf den ihr zuzuteilenden Bauplätzen sitzen bleibe, entgegnete Hatzfeld nach geführten Telefongesprächen mit den vorgemerkten Bauwilligen zuversichtlich: „Die Liste der Interessenten an Bauplätzen ist länger, als die Liste der auf die Gemeinde zukommenden Bauplätze“.