Geiselberg RHEINPFALZ Plus Artikel Grabsteine werden nicht mehr gesammelt

Wird eine Grabstätte auf dem Geiselberger Friedhof abgebaut, muss künftig auch der Grabstein entsorgt werden.
Wird eine Grabstätte auf dem Geiselberger Friedhof abgebaut, muss künftig auch der Grabstein entsorgt werden.

Wer in Geiselberg ein Grab abbaut, darf den Grabstein nicht mehr wie bisher auf dem Friedhof stehen lassen. Diese Praktik war einmal eingeführt worden, um historisch wertvolle Grabsteine zu erhalten. Dass der Geiselberger Gemeinderat die Grabstein-Sammlung mit sofortiger Wirkung beendete, hat mehrere Gründe.

Zunächst einmal ist das Vorgehen laut Friedhofssatzung nicht erlaubt. Außerdem habe sich zwischenzeitlich ein Sammelsurium an Grabsteinen ergeben, von denen etliche ohnehin nicht erhaltenswert seien, war sich der Rat einig.

Bis dato hatte der vormalige Bürgermeister bei Anfragen jeweils mündlich zugestimmt, dass die Steine an der Friedhofsmauer entlang aufbewahrt werden können. Geplant war, dass diese Steine gesichert werden. Genau darin liege eines von mehreren Problemen, erläuterte Bürgermeisterin Marika Vatter, warum sich der Rat mit dem Thema befassen musste. Drei Monaten nachdem das Grab abgeräumt war, sind die Steine, falls sie nicht abgeholt wurden, ins Eigentum der Gemeinde übergegangen. Bei der liegt dann auch die Verkehrssicherungspflicht. Es könne aber niemand garantieren, dass dort nichts passiere. Es herrschen mitunter bedenkliche Zustände, sagten die Ratsmitglieder Ansgar und Manuela Vatter, die regelmäßig auf dem Friedhof arbeiten und mit teils schwerem Gerät an den Steinen vorbeikommen müssen. Weil die Trauergäste aktuell den coronabedingten Abstand einhalten müssen, sind sie den Steinen an der Friedhofsmauer bei einer Beerdigung zuletzt sehr nahe gekommen. Wenn ein Grabstein, der locker 400 Kilogramm wiege, umfalle, sei Gefahr in Verzug.

Ab sofort müssen Gräber also komplett abgeräumt und die Grabsteine entsorgt werden. Was mit den vorhandenen Grabsteinen passiert, muss der Rat noch entscheiden. Einige sind als historisch wertvoll anzusehen. Sie sollen gesichert und erhalten werden.

Die Friedhofsmauer im unteren Bereich, direkt neben dem Eingang zu sanieren, wird wohl mehr als 10.000 Euro kosten. Die Arbeiten sind ausgeschrieben. An der im 19. Jahrhundert errichteten Sandsteinmauer „nagt der Zahn der Zeit“, sagte Vatter. Die betroffene Stelle sei gesperrt und gesichert.

Weil es auf dem Friedhof einige ungepflegte Gräber gab, wurden die Nutzungsberechtigten angeschrieben und aufgefordert, für ordentliche Verhältnisse zu sorgen. Das sei weitgehend geschehen, teilte Vatter mit.

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