Saalstadt
Glockenturm: ADD empfiehlt Stahlkonstruktion
In der Vergangenheit hatten sich Saalstadts Ratsmitglieder für eine Holzkonstruktion des Glockenturmes entschieden. Bei einem Ortstermin mit der Denkmalschutzbehörde der Kreisverwaltung sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) haben die zuständigen Mitarbeiter stattdessen eine Stahlkonstruktion vorgeschlagen, die anthrazitfarben gestrichen werden soll, gab Ortsbürgermeister Gerd Kiefer in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch weiter. Der Sockel solle verkleidet werden, den Turm könne man mit Sandsteinen einfassen, habe die ADD empfohlen. „Dann bekommen wir einen Zuschuss von über 50 Prozent.“ Ursprünglich hatte die Gemeinde die Sanierung ohne Zuschüsse geplant und dafür 20.000 Euro im Haushalt 2021 vorgesehen.
Die ADD regte auch die Erweiterung eines Spielgerätes hinter der Festhalle an. Auch dafür lockt ein Zuschuss von über 50 Prozent. Bis zum 31. Oktober müssten die Pläne für Aufbau und Statik des Glockenturms fertig sein, damit der Zuschussantrag rechtzeitig eingereicht werden kann. Das wird eng, fürchtet der Rat, da alle Planungsbüros derzeit Wartezeiten hätten.
Gefördert wird auch die Bestuhlung der Festhalle. Die 160 Stühle und 120 Tische, die im September geliefert werden, kosten 19.600 Euro. Hier fließen 70 Prozent aus dem Leader-Plus-Programm in die Gemeindekasse zurück.
Kita mit Wallhalben?
Vorgabe des Landes Rheinland-Pfalz sei, dass Saalstadt bis 2022 jeweils eine barrierefreie Buswartestelle in beiden Fahrtrichtungen in der Gemeinde hat, sagte Kiefer. Die Kosten für den Ausbau werden vom Land auf 50.000 Euro pro Haltestelle geschätzt. „Wir bekommen einen Zuschuss von 85 Prozent, das heißt wir müssen 7500 Euro aus eigener Tasche bezahlen“, so Kiefer. Welche Bushaltestelle ausgebaut wird, wird der Rat noch entscheiden. Bei einer wird geprüft, ob sie die Barrierefreiheit bereits jetzt erfüllt.
10.000 Euro sind für die neue Fassade des Dorfgemeinschaftshauses und 5000 Euro für die Unterhaltung der gemeindeeigenen Mietwohnungen im Haushalt eingestellt.
In der Sitzung berichtete der Bürgermeister, dass Herschberg den Kindergartenvertrag mit Saalstadt kündigen will. Saalstadt ist an den Personal- und Sachkosten der Herschberger Kindertagesstätte beteiligt, aufgeteilt nach der Anzahl der Saalstadter Kinder, die die Einrichtung besuchen. „Ich befürchte, wenn Herschberg den Kindergarten neu baut, dass wir da kein Mitspracherecht haben, aber ebenfalls an den Kosten beteiligt sind“, sagte Horst Höh. „Wenn die für eine Million bauen wollen, dann müssen wir zahlen.“ Kiefer erzählte, dass er noch auf Verwendungsnachweise für Abrechnungen des Kindergartens warte. Man müsse sich genau überlegen, ob Saalstadt nicht in Zukunft eine Kooperation mit Wallhalben oder Weselberg eingeht.