Thaleischweiler-Wallhalben
Gerätehaus deutlich teurer: VG-Rat stellt Schuldfrage
Dass die Preise im Bausektor derzeit nur eine Richtung kennen – steil nach oben – ist bekannt. So ganz mag es mancher noch nicht glauben, weshalb die ein oder andere Preissteigerung beim Bau des Feuerwehrgerätehauses in Rieschweiler-Mühlbach hinterfragt wurde. Unerklärlich war dem Verbandsgemeinderat Thaleischweiler-Wallhalben, dass es bei den Erdarbeiten zu einem Nachtragsangebot von 193.500 Euro kam und weder der Verbandsbürgermeister noch der Verbandsgemeinderat vom zuständigen Beigeordneten Heino Schuck (SPD) rechtzeitig darüber informiert wurden. Schuck erläuterte, dass man im September vergangenen Jahres, bevor die Erdarbeiten begannen, zusammen an der Baustelle gewesen sei. Dort habe man sich die Verhältnisse vor Ort erneut angeschaut und sich die Höhenlagen sowie die Zufahrtssituation vor Augen geführt. Erkenntnis: So wie es geplant ist, funktioniert es nicht. „Wir hätten eine Steigung von 16 Prozent gehabt bei der Zufahrt auf der rechten Seite, zum Beispiel zum Parkplatz“, skizzierte Thomas Schatton von der Bauverwaltung. Deshalb wurde beschlossen, dass weitere 75 Zentimeter tief ausgebaggert wird und die Durchfahrt im Bereich des Hausanschlusses verbreitert wird. Weil man durch das tiefere Baggern auf Felsen gestoßen ist, braucht es andere Grundleitungen für die Wasserentsorgung. Die musste in den Fels gelegt werden können und überfahrbar bleiben. Machte weitere Mehrkosten von 17.500 Euro. Die 7100 Euro, die noch nachzutragen waren, weil das sogenannte Schnurgerüst in der Ausschreibung vergessen worden war, kamen dazu.
Dass der Rat im September den Arbeiten zugestimmt hatte, die Mehrkosten sowieso entstanden wären, „weil wir anders gar nicht hätten bauen können“, wie Schatton erläuterte, milderte den Ärger der Ratsmitglieder nicht. „Wir haben doch einen Planer. Hat der das bei der Planung nicht berücksichtigt?“, fragte Ratsmitglied Christine Burkhard (FWG). „Das muss geklärt werden“, sagte SPD-Fraktionssprecher Patrick Sema. Der CDU-Fraktionssprecher Dietrich Bauer ergänzte: „Wir hätten viel früher informiert werden müssen!“ Wenn man so verfahre, nicht informiere, kritisierte Herbert Semmet (CDU), dann werde das ein Fass ohne Boden. Einig war sich der Rat, dass die Nachträge bezahlt werden. Die Baufirma habe die beauftragte Leistung erbracht, sagte Andreas Weizel (FDP).
Heino Schuck wies darauf hin, dass das Ingenieurbüro Edinger, das das Gerätehaus geplant hat, normalerweise bei der Ratssitzung am Donnerstag in Herschberg vor Ort gewesen wäre, um den Sachverhalt zu erklären. Krankheitsbedingt war das nicht möglich und die digitale Ausstattung in Herschberg sei nicht stabil genug, um einen Vertreter online zuzuschalten. Man einigte sich, dass das Ingenieurbüro in der nächsten Sitzung Stellung nimmt. Der Rat hält sich offen, ob eventuell Regressansprüche Thema werden.
In welcher Höhe am Ende tatsächlich Mehrkosten in diesem Bereich entstehen, müsse ohnehin abgewartet werden, sagte Schatton. Durch das Tieferlegen konnte mancher Träger gespart werden, was eine Kostenreduktion von 17.000 Euro bringt. Durch die jetzt getätigten Arbeiten seien Vorgriffe auf die Arbeiten an der Außenanlage vorgenommen worden. Auch das spare dort Kosten.
Teurer als geschätzt wird das Feuerwehrgerätehaus in jedem Fall. 2018 war man von Kosten von 2,5 Millionen Euro ausgegangen. Im Juli 2021 wurde die Kostenschätzung auf 3,2 Millionen Euro erhöht. Aktuell liegt man bei 3,85 Millionen Euro.
Die Gründe, „die sie wohl noch öfter zu hören bekommen“, so Schatton, seien Teuerungen im Elektrobereich, bei allem, was mit Metall zu tun habe. Zudem seien die Auftragsbücher vieler Firmen voll. Teurer ist ein Problem, unglaublich lange Lieferzeiten ein weiteres. 203.000 Euro kosten zum Beispiel Fenster und Türen. Im Juli 2021 war man von 136.000 Euro ausgegangen.
Der Rat vergab weitere Aufträge. Zum Beispiel für den Aufzug (41.600 Euro) oder die Druckluftanlage (39.400 Euro). Den Kleiderspinden (90.000 Euro) und der Schlauchwaschanlage (75.300) stimmte der Rat noch zu. Die Stiefelwaschanlage (13.400 Euro) soll in der angebotenen Version noch mal überprüft werden. Verbunden mit der Frage, ob diese nicht Luxus sei.