Kreis Südwestpfalz „Frauen sind anders – Männer auch“

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CONTWIG. Ohne Humor funktioniert keine Beziehung, sagt Medienpfarrerin Mechthild Werner. Am 21. März spricht sie beim Kreislandfrauentag zum Thema „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen!?“. Mit unserer Mitarbeiterin Barbara Danner-Schmidt hat sie über den kleinen Unterschied gesprochen. Und sie hat verraten, warum sie Loriot mag und ob sie rückwärts einparken kann.

Frau Werner, Ihr Vortrag heißt „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen!?“. Ist das ernüchternde Erkenntnis oder doch nicht so ganz ernst gemeint?

Tja, im Titel steht neben dem Ausrufezeichen auch ein Fragezeichen. Einerseits passen Männer und Frauen natürlich wunderbar zusammen, sonst gäbe es keine Menschheit. Zum anderen gibt es aber auch seit Adam und Eva immer wieder Spannungen, auch erotische natürlich. Klar gibt es den Unterschied, mal kleiner, mal keiner. Aber kein Wunder, dass zahlreiche Mann-Frau-Bestseller im Buchladen liegen. Manchmal kann ich das Thema nicht mehr hören. Aber ich werde immer wieder nach dem Vortrag gefragt und bekomme auch neue Ideen und Rückmeldungen von den Zuhörerinnen. Insofern habe ich das Gefühl, es wird offenbar nie langweilig im Geschlechterkampf. Das heißt, der Vortrag entwickelt sich auch weiter? Das hoffe ich doch. Es ist ohnehin mein Ziel, dass ich nicht stehenbleibe. Das Zitat „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen“ stammt ja von Loriot. Mögen Sie Loriot? Loriot ist wohl einer der Genialsten an dieser Stelle. Ich spiele immer mal Sketche von ihm ein. Er war der Zeit weit voraus, in der Mario Barth das Thema schenkelklopfend entdeckt hat. Der Ehestreit ums Frühstücksei, die Spaghetti an der Nase beim Rendezvous. Loriot hat solche Geschichten feinsinnig und mit gnädigem Humor aufgegriffen. Das kann man nicht besser machen. Zurück zu Ihrem Vortrag: Sind Männer und Frauen so verschieden? Frauen sind anders. Männer auch. Und beide menscheln. Die Unterschiede zwischen Frau und Frau sind manchmal größer als die zwischen Männern und Frauen. Gut, Männer reden in der Regel nicht so gern, ihr Sprachzentrum ist kleiner und eher für 5-Wort-Sätze gemacht. Andererseits, Ausnahmen bestätigen die Regel. Es soll ja auch Männer geben, die viel reden und sogar zuhören können. Im Ernst, so interessant die Hirnforschung sein mag, es ist albern, uns wegen der Hirne und Hormone und einiger anderer Merkmale grundverschieden zu machen. Dennoch kann man und frau sich immer wieder über die kleinen, großen Unterschiede amüsieren. Sie nehmen das Ganze also humorvoll aufs Korn? Wie auch sonst? Ich komme ja immer mit meiner Pfälzer Nachbarin, Martha, meinem Alter Ego. Sie kann ihren Egon nicht ernst nehmen. Aber mein Vortrag blickt natürlich auch etwas in die Tiefe, behandelt, was die Genderforschung zu diesem Thema beigetragen hat. Und – nicht zu vergessen – sehen wir auch in die ein oder andere biblische Geschichte. Frauen und Männer in der Bibel und in der Kirche, da gibt’s auch so einige Unterschiede durch die Zeiten. Eine politische Dimension hat das Thema ja nun auch. In diesen Tagen reden wir wieder hitzig über Gleichstellung und Frauenquote. Sie haben meine nächste Frage schon angesprochen. An welcher Stelle im Vortrag kommt die Pfarrerin zum Einsatz? Zu Landfrauentagen kam oft die Bitte, alltägliche Themen aufzugreifen und nicht nur fromme. Von wegen Bibel und Leben passen nicht zusammen. Dass beides zusammengehört, für mich als Pfarrerin sowieso, das merken Zuhörerinnen meist schnell. Ich erzähle über das, was gerade in der Gesellschaft passiert, und werfe dabei immer auch den Blick in unsere christliche Tradition. Zum Beispiel in die schöne Paradieserzählung mit Adam und Eva. Klar, dass Eva hier die Böse ist, oder die Schlaue? Hier kann man jedenfalls schon die Geschlechterrollen studieren. Zum Thema typisch Frau: Können Sie rückwärts einparken? Oh ja, sehr gut. Wahrscheinlich hab’ ich zu viele männliche Hormone, wenn ich der Hirnforschung glauben wollte. Und mit meiner Multitasking-Fähigkeit ist es mit zunehmendem Alter auch nicht mehr so weit her, typisch Mann also. Der Dichter Eduard Mörike war auch Pfarrer. Er soll gesagt haben „Wer keinen Humor hat, sollte nicht heiraten“. Können Sie das so unterschreiben? Wahrscheinlich sollte derjenige mit niemandem länger zusammen sein. In jeder Beziehung ist Humor gefragt und Nachsicht mit den Eigenheiten des anderen. Ob jetzt Frau und Frau zusammen leben oder Mann und Mann, da gibt’s ja ähnliche Krisen. Einer ist sozusagen immer die Frau.

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