Kreis Südwestpfalz „Früher war ich immer der Dünnste“
Käshofen. Felix Quach aus Käshofen hat sich verändert. Aus dem schmächtigen Tischtennisspieler wurde in den letzten fünf bis sechs Jahren ein Muskelprotz, der an Bodybuildingmeisterschaften teilnimmt. Inzwischen ist aus dem Hobby sogar sein Beruf geworden.
Felix Quach ist ein höflicher, zurückhaltender junger Mann. Er spricht in klaren Sätzen, protzt nicht mit seinen Leistungen und wirkt auch im Gespräch immer fokussiert und bescheiden. Dabei hätte er wirklich allen Grund zum Angeben. Denn wenn er sein Shirt lupft und seinen Oberkörper zeigt, dann bleibt einem schon mal kurz die Luft weg. Muskeln spannen sich unter der Haut, Fett scheint überhaupt nicht in seinem Körper zu existieren. „Das hat so vor fünf, sechs Jahren angefangen“, erinnert er sich. „Mein bester Freund Jonas Kramer aus Großbundenbach hat damit angefangen und ich hab einfach mal mitgemacht“, erzählt er über seine Anfänge. Der Kraftsport habe ihn dann schnell so begeistert, dass er anfing, regelmäßig zu trainieren. „Ich war immer der Dünnste und Schmächtigste“, sagt er. Heute trainiert er im Schnitt jeden Tag zwei Stunden. Das Ergebnis präsentiert er bei Facebook und Youtube. Die beiden haben auch eine gemeinsame Website: jeysianfitness.de. „Der Grundgedanke war, auf Youtube zu zeigen, wie man richtig trainiert“, erklärt Felix Quach. Denn er selbst habe leidvoll lernen müssen, dass man auch viel Unsinn zum Thema Krafttraining findet. „Deshalb will ich meine Erfahrungen weitergeben. Denn mit dem richtigen Wissen macht das deutlich mehr Spaß und klappt natürlich auch besser.“ Deshalb ist er inzwischen als Fitnesscoach tätig, an der Fachhochschule studiert er darüber hinaus BWL. Denn er plant bereits eine eigene Fitnessfirma. Seine Youtube-Videos kommen in der Szene gut an. „Ich habe inzwischen 1600 Abonnenten mit meinem Kanal, und das beste Video wurde 160 000 mal angeklickt“, verrät er. Darauf will er aufbauen, produziert in Köln auch unter professionellen Voraussetzungen Videos. Später einmal will er ein Unternehmen gründen und Bootcamps anbieten. „Da soll es dann ganz gebündelt 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche um Fitness gehen“, so der Käshofer weiter. Diese Intensivkurse will er ebenso anbieten wie Seminare. Denkbar sei vieles, und dieses große Ziel verfolgt er ebenso konsequent und hartnäckig wie sein Training. „Da muss man eben am Ball bleiben und Schritt für Schritt gehen“, sagt er selbstbewusst. Das Studium soll ihm das nötige Wissen zu Zahlen und Firmengründung bringen, das Thema Fitness beherrscht er im Schlaf. 2013 ist er sogar bei der Deutschen Meisterschaft angetreten. Er hat sich ganz dem Natural Bodybuilding – also ganz ohne Doping und Drogen – verschrieben. „2013 habe ich auch gesehen, was ich falsch gemacht habe, wo ich mich verbessern muss. Dieses Jahr will ich noch mal antreten und natürlich auch Deutscher Meister werden“, sagt er. Damit dürfte er dann auch bei internationalen Wettkämpfen antreten. Er schätzt, dass es in Zweibrücken und Umgebung etwa 200 Leute gebe, „die den Lifestyle so leben wie ich“. Man kenne sich und tausche sich viel aus, „auch wenn da natürlich auch viele dabei sind, die nicht nur Natural Bodybuilding betreiben. Aber egal ob man etwas nimmt oder nicht: Das Training bleibt gleich.“ Daher sei der Austausch wichtig und fruchtbar. Um seinen Körper zu stählen, braucht er viele Nährstoffe, vor allem Eiweiß und Kohlenhydrate. Auf seinem Speiseplan stehen täglich zirka 4000 Kalorien. „Gerade ich muss krass viel essen“, sagt er grinsend. Seine Eltern kommen aus Vietnam. „Wir Asiaten sind eben generell oft schmaler gebaut. Du würdest, wenn ich Kleider anhabe, auch nicht unbedingt sehen, dass ich Kraftsportler bin“, sagt er. „Deshalb muss ich da mehr tun, mehr essen.“ Zwischen 1,5 und zwei Kilo an Nahrung verdrückt er am Tag, um seinen Energiebedarf zu decken. Derzeit wiege er 78 Kilo, „aber vor Wettkämpfen geht es dann auf 63 Kilo runter. Der Fettanteil in meinem Körper liegt dann bei sechs bis sieben Prozent. Dadurch kommen dann die Muskeln richtig zum Vorschein“, so der Sportler, der in Wettkämpfen in der Klasse unter 70 beziehungsweise 75 Kilo antritt. |ddb