Lemberg RHEINPFALZ Plus Artikel Flüchtlinge sollen doch nicht in ehemaliges Hotel einziehen

„Es ist beabsichtigt, das alte Hotel Simon als Asylunterkunft herzurichten. Es ist noch nicht so weit. Aber das ist die Planung“
»Es ist beabsichtigt, das alte Hotel Simon als Asylunterkunft herzurichten. Es ist noch nicht so weit. Aber das ist die Planung«, teilte Bürgermeister Niebuhr am Donnerstag dem Gemeinderat mit. Kreis und Verbandsgemeinde widersprechen dieser Aussage.

Die Kuh ist vom Eis. Die Pläne, im ehemaligen Hotel Simon, Flüchtlinge unterzubringen, haben sich zerschlagen. Die Kreisverwaltung und die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land sagen, es gebe „derzeit keine konkreten Planungen“ in dieser Richtung.

In der Gemeinderatssitzung in Lemberg am vergangenen Donnerstag hatte der Ortsbürgermeister im öffentlichen Teil darüber informiert, dass die Kreisverwaltung Asylbewerber im Gebäude des ehemaligen Hotel Simon unterbringen wird.

Nachdem diese Information Wellen geschlagen und für Unruhe in Lemberg gesorgt hat, meldete sich diese Woche die Kreisverwaltung zu Wort. Sie teilte in Absprache mit der Verbandsgemeindeverwaltung Pirmasens-Land mit. dass derzeit keine konkreten Planungen für die Unterbringung von Asylbewerbern im ehemaligen Hotel Simon existieren.

Richtig sei jedoch, dass die Kreisverwaltung gemeinsam mit allen sieben Verbandsgemeindeverwaltungen verschiedene Objekte für die Unterbringung von Flüchtlingen im gesamten Kreisgebiet prüft. Dabei wurde laut Kreisverwaltung auch das ehemalige Hotel in Lemberg thematisiert. Schnell sei aber klar gewesen – und vom Eigentümer so kommuniziert –, dass die Immobilie nicht für die Anmietung oder den Kauf durch die Kommunen zur Verfügung steht, da bereits Gespräche mit einem Kaufinteressenten weit vorgeschritten seien. Daraufhin sei das ehemalige Hotel Simon von der Liste möglicher Unterbringungsmöglichkeiten gestrichen worden.

Zehn Flüchtlinge pro Woche

In der Stellungnahme heißt es weiter, es sei allen Beteiligten bewusst, dass die Unterbringung von Asylbewerbern, gerade in größeren Unterkünften, von weiten Teilen der Bevölkerung als kritisch angesehen werde. Die Bedenken könnten nachvollzogen werden. Die Kommunen stünden aber vor der Herausforderung, die zugewiesenen Flüchtlinge unterbringen zu müssen und dies bei einem nahezu vollständig erschöpften Wohnungsmarkt. Die Unterbringung der von der Aufsichtsbehörde für die kommenden Wochen prognostizierten Asylbewerbern (nach derzeitigem Sachstand seien das zehn Personen pro Woche) zuzüglich der ukrainischen Flüchtlinge sowie der afghanischen Ortskräfte lasse sich auf dem „normalen“ Wohnungsmarkt nicht mehr abbilden.

Die Landrätin und die Bürgermeister der Verbandsgemeinden haben hierauf unlängst in einem offenen Brief an die Landesregierung hingewiesen. Dennoch müssten vor Ort Wege gefunden werden, damit die vom Land zugewiesenen Flüchtlinge untergebracht werden können. Derzeit würden verschiedene Objekte im gesamten Kreisgebiet besichtigt, wobei sich auch bei den größeren Objekten die Suche sehr schwierig gestalte. Ziel sei, sowohl für die Kreis- als auch für alle Verbandsgemeindeverwaltungen, dass bei der Unterbringung von Asylbewerbern nicht auf Sport- und Freizeithallen zurückgegriffen werden soll. Um dies sicherstellen zu können, seien Unterbringungsmöglichkeiten außerhalb des regulären Wohnraumangebots zwingend erforderlich.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, Klaus Weber, sah sich veranlasst, als Folge der jüngsten Lemberger Ortsgemeinderatssitzung Stellung zum Thema „Früheres Hotel Simon als Flüchtlingsunterkunft“ zu nehmen. Er sagte im Verbandsgemeinderat: Was in der Presse geschrieben wurde, stimme nicht. Es sei zwar richtig, dass man landauf, landab, Unterkünfte für die kaum noch zu bewältigende Zahl an Flüchtlingen und Asylbewerbern benötige. Aber das seit Jahrzehnten leer stehende frühere Lemberger Hotel Simon nahe des dortigen Weihers sei nach Weber bei der Quartiersuche ausgeschieden. Weber: „Das Hotel Simon ist für die Verbandsgemeinde vom Tisch“.

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