Waldfischbach-Burgalben
First Responder derzeit nicht im Einsatz
Um diese Zeit zu überbrücken, gibt es in Schmalenberg sogenannte First Responder, die freiwillig – zusätzlich zu ihren originären Feuerwehraufgaben – bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erste medizinische Hilfe leisten können. Diese First Responder sind derzeit aber, bedingt durch die Corona-Pandemie, nicht im Einsatz. Das bestätigte Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD) auf Anfrage. Die Entscheidung, derzeit keine First-Responder-Aufgaben zu übernehmen, sei innerhalb der Feuerwehr getroffen worden. Hintergrund sei, dass die Wehren mit Beginn der Pandemie auch besondere und strengere Hygienemaßnahmen umzusetzen haben, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr im Notfall sicherzustellen. Das war bundesweit Vorgabe, wurde in den Bundesländern jeweils spezifiziert. Oberstes Ziel aller Maßnahmen war es, die Kontakte und damit ein mögliches Ansteckungsrisiko so weit möglich zu minimieren.
Hohes Risiko für Helfer
Es sei klar, dass sich das Risiko nie ganz ausschließen lassen, sagte Weber. Angesichts der Corona-Pandemie sei die direkte Arbeit an Patienten, die die First Responder vornehmen, mit einem höheren Ansteckungsrisiko verbunden. Wie hoch das Risiko für Helfer sein könne, habe sich zuletzt bei dem Lkw-Unfall auf der B 10 gezeigt, bei dem sowohl der Fahrer wie auch die Beifahrerin positiv auf Corona getestet wurden. Acht Kontaktpersonen mussten anschließend in Quarantäne. Aufgabe der Feuerwehr sei originär die sogenannte Gefahrenabwehr, dazu gehören zum Beispiel Brände löschen, technische Hilfe leisten. Wie wichtig diese Aufgabe und wie wichtig eine einsatzfähige Feuerwehr sei, habe sich in der Verbandsgemeinde bei etlichen Einsätzen wie mehreren Waldbränden und beim Großbrand des Hotel Martin in Waldfischbach-Burgalben gezeigt.
Eine Frage der Rettungsdienst-Strukturen
Medizinische Hilfe durch die First Responder gehöre nicht zu den originären Aufgaben der Feuerwehr. Das sei nach gesetzlicher Regelung die Aufgabe des Rettungsdienstes. Dieser könne durch First Responder freiwillig unterstützt werden, falls möglich. Um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehrleute für ihre gesetzlich gegebenen Aufgaben aktuell in der Corona-Pandemie sicherzustellen, sei das derzeit aber nicht möglich. Wenn Diskussionen geführt würden, sagte Weber, müssten diese zum Thema Rettungsdienst und dessen Strukturen geführt werden.