Hauenstein Fast so lange im Amt wie die Verbandsgemeinde alt ist
33 Jahre sei der 1959 in Spirkelbach geborene und in Wilgartswiesen wohnende Bernhart als büroleitender Beamter „mit außergewöhnlichem Fleiß, hoher Kompetenz und immer auch mit Herzblut“ der Verbandsgemeinde-Verwaltung Hauenstein vorgestanden. Seine Dienstzeit bei der Verbandsgemeinde Hauenstein sei dabei fast so lang, wie die Verbandsgemeinde Hauenstein alt ist. Sie feiert im Juli ihren 50. Geburtstag.
Gerold Bernhart hat nach der Mittleren Reife 1975 an der Staatlichen Realschule Annweiler als Verwaltungsangestellten-Lehrling im Fachbereich Finanzen begonnen und stieg bald nach dem Ablegen aller Prüfungen im Bereich Zentrale Hauptverwaltung zum stellvertretenden Abteilungsleiter auf. Als Nachfolger des vor wenigen Jahren gestorbenen Amtsrates Eugen Klein trat Bernhart am 1. Oktober 1990 in sehr große Fußstapfen. Gerade in dieser Verbandsgemeinde an der Nahtstelle zwischen Südwest- und Südpfalz sei es nicht leicht gewesen, sich zu behaupten.
Mit dickem Fell gesegnet
„Es ist nicht zuletzt auch ein Verdienst des scheidenden Büroleiters gewesen, dass er in den großen inneren und äußeren Schwierigkeiten eine besondere Gabe des notwendigen dicken Fells gehabt hat, das in manchen turbulenten Zeiten auch für Gerold Bernhart ein besonderes Gütezeichen gewesen ist“, lobte Bürgermeister Weißler seinen scheidenden Verwaltungschef. Beinahe habe Bernhart seine eigenen gesundheitlichen Kräfte fast überschätzt, als er vor einigen Jahren schwer erkrankte. „Gerade in dieser Zeit hätte ich ihn am nötigsten gebraucht, als er mir kurz nach meiner Wahl zum Verbandsbürgermeister an allen Ecken und Enden gefehlt hat“, erinnerte sich Weißler an diese gesundheitsbedingte Auszeit seines Büroleiters wenige Jahre vor seiner Pensionierung
Bernhart habe in seiner 33 Jahre langen Amtszeit als büroleitender Beamter insgesamt vier neue Bürgermeister „einarbeiten müssen“, insgesamt hat er unter sechs Bürgermeistern der Verbandsgemeinde „überlebt“. Was ihn bei all diesen Vorgesetzten besonders ausgezeichnet habe, sei eine Art bedingungslose und absolut unparteiliche Loyalität gegenüber seinen Chefs gewesen, lobte Weißler seinen scheidenden Verwaltungschef, der nie die große Bühne gesucht habe, aber äußerst zuverlässig und mehr im Hintergrund gewirkt habe.
Um bestmögliche Lösungen gekämpft
Wegen dieser treuen Pflichterfüllung gab es auch Lob vom Personalrat. Die Personalratsvorsitzende Christel Spielberger streifte die vielfältigen Schwierigkeiten, die manchmal auch das innere Gefüge der immer größer werdenden Verwaltung berührte. Dabei habe Bernhart an der Nahtstelle zwischen politischer Führung und Personal mitunter keine leichte Aufgabe gehabt: „Wir waren nicht immer einer Meinung, aber kämpften immer um die bestmöglich Lösung“, sagte sie.
Für die acht Ortsbürgermeister sprach Hermann Rippberger (Lug) Bernhart Dank und Anerkennung aus: „Er hatte für uns Ortsbürgermeister immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen und seine ruhige, fleißige und ausgleichende Unterstützung tat den Ortsgemeinden gut“.
Der „Familienmensch“ Gerold Bernhart – er hat drei erwachsene Kinder – hat jetzt endlich mehr Zeit für die schönen und angenehmen privaten Seiten nach einem erfolgreichen, aber nicht immer leichten Berufsleben, „das ich fast 40 Jahre mit großer Freude und Genugtuung bei meinem einzigen Arbeitgeber geführt habe“, bedankte sich der bescheiden gebliebene Oberamtsrat am Beginn seines Rentnerlebens.