Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Fasnacht 2021/22: Von einer normalen Kampagne weit entfernt

Landrätin Susanne Ganster (Mitte) empfing im Januar 2020 die närrischen Hoheiten.
Landrätin Susanne Ganster (Mitte) empfing im Januar 2020 die närrischen Hoheiten.

Sehr unterschiedlich wird sich die anstehende Fasnachtskampagne im Raum Südwestpfalz präsentieren. Während ein Großteil der Karnevalsvereine in Stadt und Landkreis ihren Besuchern und Mitgliedern Humor und Fröhlichkeit nicht länger vorenthalten will, wird es anderenorts wohl kaum närrische Aktivitäten geben.

Möglich machen soll eine halbwegs „normale“ Fasnachtsstimmung die neue 2G-Regel nach der Corona-Verordnung der Landesregierung. Zutritt haben danach zu Prunksitzungen und ähnlichen Veranstaltungen nur geimpfte und genesene Besucher.

„Wir sind nicht begeistert, irgendwelche Leute auszugrenzen“, betont Karl Schütz vom Carneval-Verein Pirmasens, „aber wir haben eigentlich keine andere Wahl.“ Gerade Vereine mit eigener Halle wie der CVP haben laufende Kosten und sind nach über einjähriger Zwangspause auf Einnahmen angewiesen. Seine große Prunksitzung hat der CVP auf den 19. Februar in der Festhalle terminiert, die Pirmasenser Tollitäten werden am 6. November in der Dreispitz-Halle am Rehpfad inthronisiert.

Die Verantwortlichen der Gesellschaften sind sich einerseits ihrer Fürsorgepflicht gegenüber den Besuchern und Aktiven durchaus bewusst. Andererseits müssen sie aber auch um den Fortbestand des Brauchtums fürchten, wenn es ein weiteres Jahr brachliegen sollte. Die meisten haben sich deshalb für die 2G-Regel entschieden und hoffen natürlich, dass sich die Zahl der Geimpften bis zum Beginn der Fasnacht noch erhöht.

Auch der Karneval-Verein Waldfischbach mit seiner Prunksitzung am 15. Januar und die Herschberger Narren halten es so. „Fröhliche Stimmung mit Abstand und Maskenpflicht kann man vergessen“, sagt CHN-Präsident Andreas Drexler, „und unsere zahlreichen jungen Tänzerinnen sollten für ihren Trainingsfleiß wieder mit einem Auftritt vor Publikum am 29. Januar sowie 4. und 6. Februar belohnt werden.“ In Waldfischbach und Herschberg werden die neuen Tollitäten am 13. November gekrönt.

Seine Prunksitzungen plant der Karnevalverein Elwetritsche Dahn, der närrische 33 Jahre alt wird, für den 29. Januar und 5. Februar in der Stadthalle. Die „Heggeschlubber“ aus Fischbach wollen am 12. Februar ebenfalls mit der 2G-Regel ihre närrischen Gäste empfangen. „Der Rathaussturm findet sowieso im Freien statt, da sind wir auf der sicheren Seite“, sagt die Vorsitzende Manuela Neuhard-Jung. Beide Gesellschaften im Dahner Tal krönen jeweils am 13. November eine neue Karnevalsprinzessin. Noch in den Sternen steht auch die Durchführung des großen Dahner Fasnachts-Umzuges.

Oliver Betzer alias de „Härtschd“ und seine Freunde vom FC Felsenland haben die in vielen Jahren überaus erfolgreiche Benefizveranstaltung „wirklich schweren Herzens“ zum zweiten Mal absagen müssen, weil die Corona-Auflagen nicht erfüllt werden konnten. Ob eine Prunksitzung stattfindet, entscheiden die Aktiven erst Ende Oktober.

Definitiv keine Saalfasnacht wird es in Donsieders, Hauenstein und Rodalben geben. Das liegt an den Veranstaltungsräumen und – wie die Vereine selbst bedauern – daran, dass wegen den oft unklaren Corona-Regeln zu lange mit den Vorbereitungen gezögert wurde. In Hauenstein ist es zudem erst spät gelungen, eine neue Vereinsführung zu etablieren.

Der Karnevalverein Horbach plant eine neue Kampagne. Die Inthronisierung der Prinzessin und der Rathaussturm finden am 13. November ab 10.11Uhr in der Gaststätte Am Horbach und um 11.11 Uhr am Rathaus statt. Die anderen Veranstaltungen sind nach Auskunft des Vereins noch in der Planung. Für die Inthronisierung und die Party gilt in der Stammkneipe die 2Gplus-Regelung plus Kontakterfassung.

Noch nicht entschieden ist über den in den letzten Jahren mit großer Beteiligung und erkennbarem Spaß erfolgten Sturm der Kreisverwaltung. Zuletzt 2020 hatten sich zwölf Vereine aus Kreis und Stadt zur närrisch-bunten Streitmacht vereinigt und zehn Lieblichkeiten dem sonst eher nüchternen Kreistagssaal hoheitlichen Glanz verliehen. Gerne würde Landrätin Susanne Ganster die Südwestnarren wieder empfangen, wenn es die Situation im Januar zulässt.

x