Kreis Südwestpfalz Fahnen und Alkohol erlaubt

. Wie bereitet sich die Polizei auf ihre Fußballeinsätze vor? „Mit einem über viele Jahre eingespielten System und einem Korsett, in dem sich alle Beteiligte bewegen“, sagt Franz-Josef Brandt, Leiter der Polizeidirektion beim Polizeipräsidium Westpfalz in Kaiserslautern und am Samstag Einsatzleiter der Polizei. Deren Vorbereitungen beginnen bereits vor der Saison. Wenn der Spielplan da ist, gleicht die Zentrale Informationsstelle Sport der Polizei Nordrhein-Westfalen ab, ob es an den Spieltagen Kollisionen mit anderen Großveranstaltungen gibt. Gleiches macht die Landesinformationsstelle Sport beim Mainzer Innenministerium. Diese Planung ist vor Saisonbeginn erledigt, die Feinplanung auf jedes einzelne Spiel beginnt zwei bis vier Wochen vorher. „Je nach Gegner“, sagt Brandt. Für das KSC-Spiel ging es vier Wochen vorher los, denn es ist als Hochrisikospiel eingestuft. Die Schlagzahl werde höher, je näher das Spiel rückt, alles münde dann in eine große Sicherheitsbesprechung mit Vertretern beider Vereine, Polizei und Bundespolizei, Feuerwehr und Rettungsdienst, Straßenverkehrsbehörde und Ordnungsamt. Dort erfolge die Zusammenfassung aller Einzelbewertungen. Die große Besprechung für das KSC-Spiel war am Donnerstag. Bei der Zusammenkunft wurde ausgewertet, wie die letzten beiden Heimspiele des FCK gegen den KSC verliefen, wie sich dessen Fans bei anderen Auswärtsspielen aufgeführt haben. Anhand der Auswertung wird generell festgelegt, welche Fanutensilien die Gästefans mitbringen dürfen. Christoph Maurer vom Polizeipräsidium Westpfalz erläutert: Es wird bestimmt, ob große Fahnen mit doppelter Halterung mitgebracht werden dürfen, die gerne als Sichtschutz benutzt werden, um mit Pyrotechnik zündeln zu können. Je nach Sicherheitslage könnten alle Fahnen verboten werden und auch Trommeln, in denen man Pyrotechnik verstecken kann. Die KSC-Fans dürften alles mitbringen, denn sie seien bei den letzten beiden Spielen im Fritz-Walter-Stadion nicht auffällig geworden. Der FCK setzt die Auswertungen um, dessen Pressesprecher Stefan Roßkopf betont: „Wir wollen grundsätzlich ein farbenfrohes Fahnenmeer, aber Sicherheit geht vor.“ Ebenfalls nach den Erfahrungen der letzten Spiele wird festgelegt, ob Alkoholausschank im Stadion erlaubt wird, ob eine glasfreie Zone eingerichtet wird. „Alkohol erlaubt, keine glasfreie Zone“, heißt es laut Brandt am Samstag. Besondere Bedeutung hat der Beitrag der szenekundigen Beamten, von ihnen gibt es drei beim Polizeipräsidium Westpfalz. Einer davon ist Dietmar Schulz. Er tauscht sich mit seinen Karlsruher Kollegen aus, gibt die Informationen an den Einsatzleiter weiter. Am Samstag sei es so, dass wohl alle Problemfans unterwegs sind: 250 bis 280 hat der KSC, 200 bis 220 der FCK. „Südwestderby, große Rivalität zwischen den Fans, vor allem in der Südpfalz“, sagt Schulz. Wobei das Hauptaugenmerk auf den Karlsruhern liegt. Denn es gelte prinzipiell der Grundsatz: Problemfans seien meist nur auswärts problematisch, weniger bei Heimspielen. Oberstes Ziel bei jeder Partie ist zu verhindern, dass die Problemfans aus beiden Lagern aufeinandertreffen. Das wird in Kaiserslautern am Samstag unerfreuliche Konsequenzen haben: der Löwenburgkreisel wird zeitweise gesperrt, ebenso das Viadukt in der Eisenbahnstraße. Das sorge immer wieder für Ärger bei Stadionbesuchern, sei aber nicht zu vermeiden, betont Brandt. Aus Karlsruhe kämen zwei Sonderzüge mit je 800 Fans, die über Zollamtstraße und Malzstraße zur Osttribüne geleitet werden, da seien Sperrungen nicht zu vermeiden. Am Samstag beginnt der Einsatztag der Polizei in Karlsruhe. Bundespolizisten steigen in die Sonderzüge ein, szenekundige badische Beamte kommen ebenfalls nach Kaiserslautern. Die Lauterer Polizei wird informiert, ob Problemfans mit Bussen reisen, diese Busse werden an der Autobahn in Empfang genommen und nahe ans Stadion geleitet. Auch ein Polizeihubschrauber ist im Einsatz, laut Brandt „ein tolles Einsatzmittel“, so sehe man, ob im Bahnhof Leute über die Gleise wollen. Die Verkehrsproblematik wird vor jedem Spiel ebenfalls erörtert. Sie wird am Samstag groß sein. Baustellen auf den Autobahnen, in Johanniskreuz, wichtig für die Anreise aus der Südpfalz, gebe es bald eine Baustelle, vor dem Möbelhaus, das in der Barbarossastraße gebaut wird, zählt Brandt auf. Die Polizei rechnet mit über 40 000 Besuchern, 4000 bis 5000 davon aus Karlsruhe. Wie viele Beamte im Einsatz sein werden, verrät der Einsatzleiter nicht − „nicht so viele wie gegen Dresden“, lässt er sich entlocken. Damals waren es 1200. (dür)