Lemberg
Für 27 Jahre „eingesprungen“: Organist Joachim Hoene verabschiedet
Am Sonntagvormittag hatte Hoene den Gottesdienst zum letzten Mal an der Orgel begleitet, am Nachmittag gab er zum Abschied ein Stundenkonzert mit Choralbearbeitungen von Werken von Johann Sebastian Bach, eingerahmt von der Fantasie und Fuge c-moll ((BWV 537) und der St. Annen-Fuge (BWV 552).
Dankbar sei er, dass er mit 91 Jahren noch Orgel spielen und sich noch das Gesamtwerk Bachs weiter erschließen könne, sagte Hoene. Lange war er Pfarrer in Wetzlar, im Ruhestand zog er zu seinem Bruder nach Ruppertsweiler. Als die evangelische Kirchengemeinde Lemberg einen Organisten brauchte, sprang Hoene ein – für 27 Jahre. Es sei noch gar nicht so lange her, dass er selbst gerade einmal 27 Jahre alt gewesen sei, erinnerte Pfarrer Kevin Gutgesell in seinen Abschiedsworten. Nicht nur als Organist, auch als Presbyter habe Hoene der Gemeinde zur Verfügung gestanden und auch ab und zu den Gottesdienst gehalten.
Gekommen war auch Gutgesells Vorgänger, Pfarrer Klaus Westenweller. „Mit Joachim Hoene als Organist und auch als Presbyter waren wir in der evangelischen Gemeinde gesegnet“, betonte er bei der Verabschiedung nach dem Konzert. 24 Jahre lang habe er mit Hoene gemeinsam die Gottesdienste gestaltet, in den ganzen Jahren habe es nie Differenzen gegeben: „Wir lagen immer auf einer Wellenlänge“.
Nun zieht Hoene nach Heilbronn in die Nähe zu Tochter und Schwiegersohn. Er freue sich, dass der Organist und Bach-Begeisterte dort weiterhin Konzerte geben wolle, sagte Westenweller.
Organist und Kirchenmusiker Gernot Gölter überreichte Hoene zum Abschied eine Auszeichnung des Landesverbands für Kirchenmusik in der Evangelischen Kirche der Pfalz für die 27-jährige Treue als Organist. Auch das Presbyterium nahm Abschied von Hoehne.