Kreis Südwestpfalz Ex-Personalchef von Terex fordert Autobahn statt B 10

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Der demografische Wandel – nicht mehr wegzudiskutieren. Dass die Südwestpfalz zu den stärker betroffenen Regionen gehört und junge qualifizierte Menschen die Region berufsbedingt verlassen – auch das sind Dinge, die lange nicht mehr bestritten werden. Was können wir tun, damit junge Menschen eine Chance in der Südwestpfalz haben? Das fragte die Junge Union Südwestpfalz und lud zur Diskussionsrunde ins Bürgerhaus Waldfischbach-Burgalben ein.

Wirklich neue Erkenntnisse hatte wohl niemand erwartet. Lösungsvorschläge, auf deren Umsetzung seit Jahren gewartet wird, liegen auf dem Tisch. Das verdeutlichte der JU-Vorsitzende Jörg Marx aus Contwig zu Beginn der Diskussion am Samstag. Um die Probleme zu bewältigen, „brauchen wir Infrastrukturmaßnahmen und Investitionen in der Region“, sagte er. Wichtig seien schnelle Datenleitungen und der vierspurige Ausbau der B 10. Der frühere Personalchef von Terex, Walter Carius, fordert den ursprünglich einmal anvisierten Ausbau als Autobahn. Aus seiner Sicht unabdingbar. Auch mit Blick darauf, dass am Flugplatz Zweibrücken nun hoffentlich neue Firmen ansiedeln. Die Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer wies darauf hin, dass aktuell der neue Bundeswegeplan erstellt werde. In dessen Blickpunkt stehe auch der vierspurige Ausbau der B 10. Aber es sei klar, dass hier genau die Kosten-Nutzen-Relation im Vergleich zu anderen Straßenbauprojekten geprüft werde. „Dass die gut ist, das müssen wir nachweisen, dafür müssen wir gemeinsam kämpfen“, forderte Schäfer, dass über Parteigrenzen hinweg zusammengearbeitet werde. Eine gut funktionierende Infrastruktur, unterstrich der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Pfalz, Ralf Hellrich, sei unabdingbar. Hier sei die Politik gefordert, diese zu schaffen. Die Infrastruktur sei wichtig für die rund 5000 Betriebe in der Westpfalz, aber auch für Pendler. „Menschen, die hier leben wollen, bereit sind, zu ihrem Arbeitsplatz zu fahren. Das machen sie, wenn die Infrastruktur stimmt“, sagte Hellrich. Bei gut ausgebauter Infrastruktur liegt darin für ihn eine Chance für die Region. Denn im Speckgürtel von Metropolregionen zu wohnen ist teuer und wird immer teurer. „Die Lebensqualität hier in der Region ist wirklich gut“, unterstrich er. Zu dieser gut ausgebauten Infrastruktur gehöre neben dem funktionierenden Straßennetz und einem guten öffentlichen Nahverkehrssystem der dringend notwendige Ausbau der schnellen Datenleitungen. Es sei genau der falsche Ansatz, wenn beim Ausbau zuerst die Zentren bedacht würden, weil es sich für die Unternehmen mit Blick auf die Zahl der Anschlussteilnehmer eher rechnet, in Ballungsgebieten in schnelles Internet zu investieren, bemängelte der Landtagsabgeordnete Thomas Weiner in der Diskussionsrunde, die der Pirmasenser Wirtschaftsförderer Mark Schlick moderierte. Bei der jetzt vom Bund anvisierten Förderrunde für den DSL-Ausbau soll es bewusst anders gehalten werden, sollen ländliche, unterversorgte Regionen zuerst versorgt werden, so Schäfer. Das wäre wichtig, auch für die Betriebe, denn ohne funktionierende schnelle Dateninfrastruktur sei es für Unternehmen schwierig, die nächsten Entwicklungsschritte mitzugehen, gab Hellrich zu bedenken. Einig waren sich alle, dass Ausbildung ein wichtiger Faktor ist, um in der Region eine Zukunft zu haben. Hier forderte Hellrich ein gesellschaftliches Umdenken. Hohes Bildungswissen werde oft gleichgesetzt mit akademischer Bildung. Das sei ein Irrtum. Handwerklich sehr gut ausgebildete Menschen seien gefragt. Das zeige auch die Nachfrage nach Fachkräften in der Region, so Schlick. Deshalb sei es wichtig, dass die Berufsschulen in der Region bleiben, forderte Weiner. (add)

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