Kreis Südwestpfalz „Es ist wichtig, dass man aufgeregt ist“

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„Musik ist mein Leben“, sagt Christoph Müller, Schüler der Integrierten Gesamtschule Contwig. Der 16-Jährige schrieb zusammen mit der 15-jährigen Mona Weidler vom Zweibrücker Helmholtz-Gymnasium ein Lied, das sie heute beim Jugendfest der Kulturen, dem Schulaktionstag des Bezirksverbands Pfalz, im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern aufführen.

„Als ich Mona überredet hab’, bei dem Wettbewerb mitzumachen, hab’ ich ihr verschwiegen, dass wir vor mehreren Tausend Leuten auftreten, falls wir gewinnen“, gesteht Christoph Müller grinsend. Denn die 15-Jährige leidet unter Lampenfieber. Auch jetzt lächelt sie etwas angestrengt beim Gedanken an den Auftritt. Dennoch freut sie sich über ihren Erfolg. Mona Weidler und Christoph Müller haben für einen Wettbewerb des Jugendfests der Kulturen ein Stück zu den Themen Toleranz und Respekt komponiert und aufgenommen. Aus über 60 Einsendungen wurde ihr Beitrag für einen Auftritt beim Jugendfest der Kulturen ausgewählt. Außerdem erhalten sie ein 250 Euro Preisgeld. Ihr Lied heißt „Against Racism“. Es sei egal, welcher Hautfarbe oder Religion jemand angehöre, heißt es im Text, schließlich seien wir alle Menschen. Mona Weidler singt nicht nur, sie hat auch den Text geschrieben. Christoph Müller komponierte die Melodie und spielte die Instrumente ein. Bass, Gitarre, Schlagzeug und Klavier beherrscht er. Alle vier verwendete er für das Stück. Auf der Bühne kann er aber nur ein Instrument spielen: „Wir hoffen, dass wir Halb-Playback spielen können. Dann spiele ich den Bass, Mona singt und die anderen Instrumente laufen vom Band.“ Müller macht Musik, seit er ein kleines Kind war. Und auch seine Partnerin spielt Gitarre, Klavier und Blockflöte. „Zählt Blockflöte als richtiges Instrument?“, fragt sie und grinst. Gesangsunterricht hatte sie nicht, aber sie nahm schon an Wettbewerben teil. Die beiden lernten sich im Zeltlager kennen, ganz klassisch beim Singen am Lagerfeuer. Christoph war beeindruckt von Monas Stimme. Noch im Zeltlager schrieben sie ihr erstes gemeinsames Lied. „Wenn ich Texte schreibe, stelle ich mir die Melodie dazu ungefähr vor und singe sie an“, erklärt Weidler. Aber meist entstehen Text und Musik getrennt und werden später zusammengebracht. „Es passt immer“, sagt Weidler zur guten Zusammenarbeit mit ihrem Partner. Sie könne sich durch ihre Liedtexte oft besser ausdrücken als durch Reden. Die Texte greifen Erlebnisse aus dem Alltag auf oder vermischen Märchen und Realität. In den Sommerferien wollen die beiden ein Album aufnehmen. Etwa einen Monat brauchten die beiden Schüler, um ihr Stück für den Wettbewerb auszuarbeiten. Müller hat die Instrumente und Aufnahmegeräte in seinem Zimmer zuhause. „Ich bin da meinen Eltern sehr dankbar. Sie sagen, ab drei Uhr, wenn die Mittagsruhe vorbei ist, darf ich in meinen Zimmer Krach machen, wie ich will“, berichtet der 16-Jährige lächelnd. Trotzdem wurde die Zeit knapp: „Wir haben unseren Beitrag am letzten Abgabetag eingereicht.“ Für den Wettbewerb wählten Müller und Weidler das Thema Rassismus wegen aktueller politischer Debatten. Pegida und die Diskussionen um die Aufnahme von Flüchtlingen wabern durch die Medien. Das habe man aufgreifen wollen. In ihrem Lied geht es zwar speziell um Rassismus, Weidler sieht es aber in einem größeren Zusammenhang. Es gehe darum, anders zu sein. „Wenn ich kleiner bin als andere oder etwas verändere an mir, zum Beispiel die Kleidung, dann werde ich schnell zum Außenseiter.“ Das Thema Toleranz werde am HHG großgeschrieben, auch um Mobbing unter Schülern zu verhindern. Eigentlich hatte Mona Weidler mit dem Singen aufhören wollen. Sticheleien von außen hätten sie unsicher gemacht. „Nur dank Chris habe ich weitergemacht. Und inzwischen habe ich gesehen, was ich mit meinem Gesang bewirken kann. Ich habe Leute zu Tränen gerührt und das hat mich dann auch berührt“, erklärt die 15-Jährige. Trotzdem fühlt sie beim Gedanken an den großen Auftritt leichte Panik. „Ich werde so aufgeregt sein, dass ich keinen Ton rausbekomme“, befürchtet sie. Das sei in Ordnung, findet Christoph Müller. „Es ist wichtig, dass man aufgeregt ist. Dann konzentriert man sich mehr“, erklärt er. Spätestens wenn man am Mikro stehe, sei alles andere sowieso egal.

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