Kreis Südwestpfalz Es ist der Schock, nicht das Geld

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Oft ist es nicht mal dass etwas geklaut wurde, sondern das Gefühl, dass ein Fremder in die Wohnung eingedrungen ist, was den Opfern von Einbrüchen so zu schaffen macht. Wie man sich vor Einbrüchen schützen kann, zeigt die Polizei mit ihrem Sicherheitsmobil. Vergangene Woche war Polizeihauptkommissar Volker Lehner aus Zweibrücken in der Grenzregion unterwegs, um zum Thema Wohnungs- und Haussicherung Tipps zu geben. Denn dort wurde in den letzten Monaten häufiger eingebrochen.

Die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl, auch schwerwiegende psychische Probleme, die nach einem Einbruch auftreten können – das macht häufig mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden. Aber über ein Drittel der Einbrüche bleibt im Versuch stecken. Weil die Häuser richtig gesichert sind, aber auch weil Nachbarn aufmerksam waren. Dass das Thema die Leute interessiert, zeigt der Andrang: Lehner war am Dienstag in Zweibrücken und Großsteinhausen unterwegs, am Mittwochvormittag in Pirmasens. Innerhalb von zwei Stunden seien 50 Interessierte gekommen, nicht nur aus Pirmasens, sondern auch aus den Vorortgemeinden und grenznahen Dörfern. Am Mittwochnachmittag und -abend war Lehner in Kröppen und Bottenbach. Lehner erklärte die „Sicherung der Außenhaut eines Gebäudes“, um vor allen Dingen „psychische Schäden“ zu vermeiden: „Man ist Wochen und Monate psychisch fertig, erleidet einen Verlust der Lebensqualität.“ Alle, die zum Sicherheitsheitsmobil kamen, hatten laut Lehner „bislang Glück gehabt“. Zwei große Themenbereiche gibt es beim Einbruchsschutz: einbruchhemmende Maßnahmen beim Neubau sowie die Nachrüstung bei vorhandenen Gebäuden. Viele Leute würden sich scheuen, zwischen 2000 und 3000 Euro für eine Nachrüstung ihrer Häuser auszugeben. Lehner rät aber: „Geht es finanziell nicht auf einen Schlag, dann sollte man Schritt für Schritt die Nachrüstung vornehmen.“ Unabdingbar seien einbruchhemmende Beschläge bei Fenstern und Eingangstüren: „Besser eine gut gesicherte Eingangstür als ein Schmuckstück, das den Dieben fast ungehindert Zutritt ins Eigenheim gewährt.“ Besonders gefährdet sind laut Lehner ebenerdige Wohnbereiche. Einbrecher würden Fenster und Türen im Nebenbereich wählen, die von Büschen verdeckt und nicht einsehbar sind. Kaum zu knackende Scherengitter seien bei Fenstern sinnvoll. Schneller, als man glaubt, hätten Diebe Türen aufhebelt oder sich bei aufgeklappten Fenstern Zutritt zu Wohnräumen verschafft. Zerberstendes Glas würden sie in der Regel meiden. Lehner plauderte auch aus dem Nähkästchen. Demnach sei es keineswegs so, dass die Diebe überwiegend nachts kämen. „Mit ihnen ist immer zu rechnen, egal zu welcher Uhrzeit.“ Als goldene Verhaltensregeln empfahl Lehner, bei jedem auch nur kurzfristigen Verlassen die Haustür abzuschließen. „Fenster, Balkon- und Terrassentüren sind zu schließen, denn gekippte Fenster sind offene Fenster“, so Lehner. „Trau, schau wem“, sagt Lehner auch in Bezug auf fremde, vertrauenserweckende Personen auf dem Nachbargrundstück. Jeden Hinweis auf Abwesenheit sollte man vermeiden und zudem die Nachbarn Bescheid sagen, wenn man wegfährt. Als aufmerksame Beobachter helfen auch sie, vor einem Einbruch zu schützen. Vier Besucherrunden versuchte Lehner in Kröppen von der Notwendigkeit zu überzeugen, in die Sicherheit der eigenen vier Wände zu investieren. Das Informationsbedürfnis, wie man sich vor Einbrechern schützen kann, war auch in Bottenbach groß. Eine Vermutung, mit welchen ungebetenen Gästen es die Bewohner der Hackmesserseite zu tun haben, hat die Polizei: „Wir gehen von einer osteuropäischen Bande aus, die sich im grenznahen lothringischen Raum niedergelassen hat, über die Grenze kommt und uns bei ihren Streifzügen bislang in der Ermittlungstätigkeit erfolglos ließ“, sagte Lehner, der von einer schwierigen Aufgabe für die Polizei sprach. „Hoffen wir für die verunsicherte Bevölkerung, die ihre eigenen vier Wände kaum noch alleine lassen will, dass wir bald Beweise haben und die Diebe grenzüberschreitend mit Hilfe von Kommissar Zufall dingfest machen können.“ (dan)

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