Kreis Südwestpfalz „Es gibt mehr im Leben als Karriere“

Markus Karsch ist künftiger Superintendent des Kirchenkreises Saar-Ost.
Markus Karsch ist künftiger Superintendent des Kirchenkreises Saar-Ost.

«» Der St. Wendeler Pfarrer Markus Karsch wird übermorgen, Sonntag, als neuer Superintendent des protestantischen Kirchenkreises Saar-Ost eingeführt. Im November war der 49-Jährige auf einer Synode zum Nachfolger von Gerhard Koepke gewählt worden, der in den Ruhestand wechselte (wir berichteten).

Von nächster Woche an ist Markus Karsch vom Verwaltungssitz Neunkirchen aus für 52 550 Protestanten in 15 Kirchengemeinden zuständig. „An Kirche, Gemeinde und Glaube hängt mein Herz“, sagt er. „Da will ich etwas verändern und verbessern.“ Der Kirchenkreis Saar-Ost der Evangelischen Kirche im Rheinland erstreckt sich von St. Wendel über Ottweiler und Neunkirchen bis nach Dudweiler in die Landeshauptstadt Saarbrücken hinein. Karsch wurde in Merzig geboren und wuchs in Mettlach auf. Eigentlich wollte er Luft- und Raumfahrttechniker werden, sagt der 49-Jährige im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Auf dem Weg zur Einschreibung habe ich mich aber umentschieden.“ Das Theologiestudium führte ihn nach Bonn, später war er Vikar in Offenbach-Hundheim bei Kusel, das zum damaligen Kirchenkreis St. Wendel gehörte. Karsch ist mit einer Pfarrerin verheiratet und Vater eines Sohnes. Seine Frau unterrichtet an der Berufsbildenden Schule in Sulzbach. Die Familie wohnt in St. Wendel, wo der künftige Superintendent seit 15 Jahren als Pfarrer tätig ist. In der bisherigen Gemeindearbeit mit rund 7500 Mitgliedern der Gesamtkirchengemeinde St. Wendel sei die Jugendarbeit sein Steckenpferd gewesen, berichtet Karsch. Als neuer Superintendent wolle er den Gemeinden helfen, ihren Weg zu finden, betont der Pfarrer. Lange sei in der Vergangenheit über Verwaltungen, Finanzen und Strukturen gesprochen worden. Jetzt wolle er wieder stärker zu kirchlichen Inhalten zurückkehren: „Wir sind Kirche, keine Behörde.“ Das bedeute aber nicht, dass damit weitere Strukturveränderungen ausgeschlossen sind. „Das wird sich nicht vermeiden lassen, denn wir werden immer kleiner.“ Eine Herausforderung sieht er darin, den Menschen zu zeigen, was Kirche für sie bringen könne: „Es gibt doch mehr im Leben als Karriere, Internet und die Hektik, über die wir alle klagen“, gibt Karsch zu bedenken. Info Als Superintendent wird Markus Karsch am Sonntag, 14 Uhr, in der evangelischen Kirche in Sulzbach vom rheinischen Präses Manfred Rekowski ins Amt eingeführt.

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