Dietrichingen / Hornbach / Grosssteinhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Erste Störche kehren in die Südwestpfalz zurück

Es dauert bestimmt noch einen Monat bis die Störche im Hornbachtal mit der Ausbesserungoder dem Neuba ihrer Nester beginnen.
Es dauert bestimmt noch einen Monat bis die Störche im Hornbachtal mit der Ausbesserungoder dem Neuba ihrer Nester beginnen.

Die ersten Weißstörche sind trotz Frost und Winterzeit schon wieder ins Hornbachtal zurückgekehrt. Es wurden bereits sieben Ankömmlinge gezählt.

Naturfreunde und Spaziergänger haben auf dem Kirschbacherhof und in der Klosterstadt Hornbach bereits sieben Störche gezählt, die ihr Winterquartier verlassen haben und nach Deutschland zurückgekehrt sind. Bereits in den ersten Januartagen hat Ellen Müller vom Nabu aus Großsteinhausen die ersten Rückkehrer der Rotschnäbel gesichtet. Völlig überrascht war auch eine Familie in Hornbach, die in der Nähe des Sportplatzes wohnt. Direkt Anfang des Jahres hätte sich immer wieder ein Storch auf dem Flutlichtmast des Sportgeländes niedergelassen. Sie finden es nicht passend, dass der Storch bei dieser Winterkälte schon zurückgekehrt ist.

„Die Vogelwelt wird schon seit Jahren von der Klimaveränderung beeinflusst. Der Weißstorch fliegt in zunehmender Anzahl nicht mehr nach Afrika zur Überwinterung, sondern bleibt lieber im südlichen Europa. Reist er von Spanien, Portugal oder Frankreich an, dann ist er viel schneller wieder in seinem Brutgebiet zurück,“ sagt Miriam Krumbach, die Vorsitzende des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) in Zweibrücken. Den Biologen der Vogelwarte in Radolfzell am Bodensee zufolge sind wenige Minusgrade noch keine Gefahr für den Storch. Sein Gefieder schütze ihn besser vor Kälte, als dies bei Kleinvögeln der Fall sei. Zum Problem werde jedoch recht schnell die Futterversorgung, wenn die Wiesen und Felder dauerhaft fest gefroren bleiben.

Manchmal doch wieder nach Frankreich

Beim ersten sonnigen Winterwetter hat Ute Gab drei Störche in Hornbach gesehen. Der Lothringer Landhelfer, Yves Renno, vom Kirschbacherhof berichtete, dass die Störche nach den ersten Frostnächten von sechs bis acht Grad im Tal auf einmal nicht mehr zu sehen waren. Missfällt dem Storch die winterliche Situation, dann fliegt er auch schnell wieder 150 bis 300 Kilometer nach Frankreich zurück, wo er besser an Nahrung kommt, erläuterte der Vogelkundler Norbert Fakundiny aus Kleinsteinhausen. Der Storch benötige für diesen Ortswechsel nur einen halben Tag.

Und wie sah es in früheren Jahren aus? 2023 hat die Familie Ziehl den ersten Storch beim alten Feuerwehrhaus in Rieschweiler-Mühlbach am 17. Januar beobachtet. Auf dem Hitscherhof war Meister Adebar am 9. Februar gelandet. Im Winter 2022 sind die ersten Störche Ende Januar im Schwarzbachtal bei Höhmühlbach aufgetaucht. In Einöd in den Bliesauen wurde ein Frühankömmling schon am Dreikönigstag entdeckt. Auch 2024 waren die ersten beiden Störche schon im Januar auf dem Kirschbacherhof eingetroffen.

Nächstes Jahr intensive Beobachtung geplant

Mancher Vogelkundler glaubt, dass dieser frühe Flugtrieb bei einigen Störchen der Absicherung des Brutplatzes dient. Störche sind nesttreu, wenn ihnen der gewählte Lebensraum zusagt. Dies führt oft dazu, dass das Männchen, was zuerst anreist, wieder auf seine Partnerin aus dem Vorjahr trifft. Manchmal nimmt sich das Weibchen auch einen neuen Verehrer, meint der Storchenbetreuer der ersten Stunde, Peter Spieler, vom Nabu. Zahlreich werden Ehen auseinandergerissen, da Störche auf ihrem gefährlichen Reiseweg tödlich verunglücken.

Im Frühjahr will der Nabu die Storchenbeobachtung im Hornbach- und Schwarzbachtal noch intensiver durchführen. Der Bund möchte erreichen, dass alle beringten Störche erfasst werden. Bei jedem bewohnten Nest soll die Anzahl der Jungstörche festgehalten werden. Außerdem soll der früheste Brutbeginn zeitlich genauer eingegrenzt werden. Wie dies erreicht werden kann, will der Nabu bei einer Sonderveranstaltung mit Vortrag zum Weißstorch besprechen und entsprechende Helfer finden. Als Referenten sind Jessica Lehmann, Leiterin des Storchenzentrums Rheinland-Pfalz in Bornheim bei Landau, und Pirmin Hilsendegen, Storchenexperte des Nabu von der Landesgruppe Rheinland-Pfalz, eingeladen.

Info

Der Vortrag „Der Weißstorch – seine Lebensweise und seine Verbreitung im Zweibrücker Land und in Rheinland-Pfalz“ mit anschließender Besprechung findet am Dienstag, 28. Januar, 19 Uhr, in der Zweibrücker Versöhnungskirche, Röntgenstraße 10, statt.

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