Kreis Südwestpfalz Erst Sozialplan, dann Neustart

Seit diesem Frühjahr arbeitet Coca Cola an seinem neuen Regional-Standort im Ramsteiner Industriegebiet Westrich; am 10. Juli wurde offiziell Einweihung gefeiert. Mit rund 100 Mitarbeitern hat sich der Hersteller von alkoholfreien Getränken damit in der Region Westpfalz/Saarland neu aufgestellt. Denn auch der Brause-Markt ist hart umkämpft und zwingt selbst weltweit führende Unternehmen, sich den Veränderungen anzupassen.
Es war keine leichte Geburt, bis der neue Standort von Coca Cola in der Westpfalz endlich gefunden war. Am Anfang stand die Abwicklung der bisherigen Niederlassungen des Unternehmens in Saarbrücken, Neunkirchen und Kaiserslautern – eine Operation, die vor allem für viele Mitarbeiter alles andere als schmerzfrei abging. Unterm Strich blieb von früher 154 Beschäftigten an den drei ehemaligen Standorten nur noch Platz für exakt 107 Männer und Frauen in einer zusammengelegten Niederlassung. „Trotzdem ist es uns gelungen, das Ganze ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne zu bringen“, betont Caroline Scholl, zuständig für das Marketing des Konzerns in der Region Südwest mit Sitz in Mannheim. Nicht zuletzt über einen Sozialplan hätten sich viele bis dato Beschäftigte dazu entschieden, sich mit Abfindungen entweder neue Arbeitsstätten zu suchen oder in den Ruhestand zu gleiten. „Denn bei Coca Cola arbeiten die Menschen überdurchschnittlich gern“, lässt sich die Sprecherin des Unternehmens werbebewusst vernehmen und verweist darauf, dass dort 35-jährige Berufsjubiläen „keine Seltenheit“ seien. Von Erfolg gekrönt worden sei letztlich die Suche nach einem neuen Standort für den Vertrieb der Erfrischungsgetränke. „Wir haben eine ganze Weile nach einer passenden Fläche gesucht, unter anderem im Saarland und in der Region Kaiserslautern“, erzählt Arno Rube, Leiter der Logistik bei Coca Cola Südwest. Im Ramsteiner Industriegebiet Westrich sei man dann auf eine Gewerbe-Immobilie gestoßen, die zuvor bereits ganz ähnlich genutzt wurde: Der frühere Vertriebsstandort von Vendis, einer Tochter der Karlsberg-Brauerei, stand seinerzeit gerade zur Miete frei. Im Januar hat Vendis sein neues, gut 1,6 Millionen Euro teures Vertriebszentrum mit Firmenzentrale, Halle und Hochregallager am heimatlichen Karlsberg-Standort in Homburg in Betrieb genommen. Zurück nach Ramstein: „Wir mussten dieses Objekt eigentlich nur ein wenig erweitern und zusätzliche Parkplätze für unsere Flotte schaffen“, sagt Logistik-Chef Rube. Das Gelände an der Robert-Bosch-Straße erwies sich mit seiner 5500 Quadratmeter großen Halle als gerade noch groß genug für die Bedürfnisse des neuen Mieters. Zusammen mit neuen Regalsystemen und Kommissionierung für die verschiedenen Getränkesorten habe man rund 650 000 Euro in den Standort investiert, so Rube. Eine Summe, die für einen Weltkonzern „durchaus überschaubar“ sei. Seit Mitte März werden nun im Industriegebiet Westrich täglich mit großen Sattelschleppern in Konzernfarben die Getränkepaletten aus dem Abfüllstandort Mannheim nach Ramstein kutschiert und dort ins Lager gepackt. Auf der anderen Seite der Halle warten schon die ebenfalls roten Lieferfahrzeuge darauf, die zusammengestellten Sortimente aus rund 80 verschiedenen alkoholfreien Getränken in die Supermärkte, Gaststätten und an andere Kunden in der Region auszuliefern. „Mehr als 13 000 Getränkekisten werden täglich von Ramstein aus in das Gebiet zwischen Pirmasens, Kaiserslautern, dem Saarland und bis hoch in den Trierer Raum verteilt“, hat Marketing-Frau Caroline Scholl ausgerechnet. „Und natürlich ist in der jetzigen warmen Jahreszeit die Nachfrage besonders hoch.“ Es gebe viel zu tun für die 67 Logistik-Fachkräfte und Verkaufsfahrer am neuen Coca-Cola-Standort in Ramstein, die von gut 30 Mitarbeitern in der Technik und dem regionalen Marketing unterstützt werden. Und die trotz ihrer recht frischen Zusammensetzung eine Mannschaft aus alten Hasen bilden: Praktisch alle von ihnen hätten auch an den früheren Standorten gearbeitet, nur ihre Teams und die täglichen Liefertouren seien jetzt teilweise neu. „Die Touren rüber ins Saarland lassen wir übrigens bevorzugt von saarländischen Kollegen fahren. Die kennen sich da besser aus“, bemerkt Logistik-Leiter Arno Rube. (mibo/ghm)