Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Ekelerregende Abfälle im Wald kosten die Allgemeinheit viel Geld

Nicht nur Altreifen werden illegal im Wald abgekippt. Es gibt sogar noch schlimmere Hinterlassenschaften.
Nicht nur Altreifen werden illegal im Wald abgekippt. Es gibt sogar noch schlimmere Hinterlassenschaften.

2025 wird der Contwiger Gemeindewald voraussichtlich 22.000 Euro Gewinn abwerfen. Er könnte noch deutlich höher sein, hätte der Ort nicht so viel Ärger mit Müllsündern.

Von rund 22.000 Euro Waldgewinn sprach Förster Thomas Martinek in der Contwiger Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Aus dem Holzverkauf sei ein Erlös von 112.000 Euro zu erwarten. Das meiste Holz stammt aus Verkehrssicherungsmaßnahmen, etwa bei der Waldjugend, an der Truppacher Straße oder an der Hahnberghütte. Weil bei diesen Maßnahmen viele Bäume gefällt wurden, konnte dieses Jahr anderweitig kaum zusätzlich Holz eingeschlagen werden, so Martinek.

Die Brennholzbestellungen sind in Contwig im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben, was im Forstrevier positiv auffalle. Denn ansonsten hätten sich die Bestellungen im Revier fast halbiert.

Wermutstropfen in sonst guter Bilanz

Von den geplanten 112.000 Euro Einnahmen werden 51.000 Euro an Erntekosten abgezogen. Hinzu kommen Ausgaben für Waldbegründung und -pflege, Wildschutz und Verkehrssicherung. Letzteres schlägt mit rund 22.000 Euro zu Buche. Besonders ins Gewicht fallen die Kosten, die die Kommune selbst tragen muss: Sie summieren sich auf 42.000 Euro. Hintergrund sind eingerechnete Personalkosten, vor allem wegen illegal entsorgten Mülls. Martinek sagt, das sei überall im Revier ein Problem. Im Gemeinderat war sogar von ganzen Lkw-Ladungen voller Altreifen die Rede. Bürgermeisterin Nadine Brinette berichtete zudem, dass derzeit regelmäßig gebrauchte Stoma-Beutel – also Beutel, die Menschen mit künstlichem Darmausgang benötigen – im Wald gefunden würden. Brinette kommentierte dies mit klaren Worten: „Das ist schlichtweg widerlich. Da sind Farbeimer noch angenehm.“

Dass Contwig mit seinem Wald überhaupt einen Gewinn erzielt, liegt auch an der Bundeswaldprämie, die die Gemeinde seit einigen Jahren erhält. Für 2025 fließen laut Martinek rund 28.500 Euro nach Contwig. Ohne diese Prämie hätte das Waldjahr hingegen mit einem deutlichen Minus abgeschlossen.

Defizit zu erwarten

Für nächstes Jahr plant Thomas Martinek mit einem Holzeinschlag von 2050 Festmetern, von denen etwa 1500 verkauft werden sollen. Bei den aktuellen Holzpreisen würde Contwig damit jedoch ein Defizit von 8700 Euro erwirtschaften. Was wiederum an den auf 21.000 Euro veranschlagten Personalkosten liegt, die vor allem durch Müllsünder entstehen. Der Gemeinderat stimmte dem Forstwirtschaftsplan einstimmig zu.

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