Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Eisenbahnbrücke wird verschoben

Hier steht die alte Bahnbrücke noch, die neue wartet schon auf ihren Einsatz.
Hier steht die alte Bahnbrücke noch, die neue wartet schon auf ihren Einsatz.

Es ist eine nicht alltägliche Baustelle, die in diesen Tagen ihre finale Phase erlebt. An der Queichtalbahnstrecke zwischen Wilgartswiesen und Hauenstein, am sogenannten „Bachschneider“, lässt die Deutsche Bahn eine Eisenbahnüberführung erneuern. Nach Angaben der Deutschen Bahn ein Projekt für rund 2,5 Millionen Euro.

Seit April war an der großflächigen und weiträumig abgesperrten Baustelle gearbeitet worden. Das neue Brückenbauwerk – 22 Meter lang und vom Fundament bis zur Oberkante Geländer sieben Meter hoch – ist jetzt fix und fertig betoniert. Aber: Es steht noch runde 30 Meter von seinem künftigen Standort entfernt und muss dorthin bewegt werden.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, nachdem der letzte Zug Bahn-Kilometer 49,520 passiert hatte, wurde die bisherige Bahnbrücke, deren Oberbau bereits vor ein paar Jahren durch eine Hilfsbrücke ersetzt worden war, abgerissen. Die alte Brücke war am Mittwoch Vormittag bereits verschwunden.

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700 Tonnen werden verschoben

In der Folge wurde die Baugrube am endgültigen Standort am Gleiskörper vorbereitet. Am Donnerstagabend soll nun der spektakuläre „Verschub“ der Brücke vom Bauplatz hin zum endgültigen Standort erfolgen. Dazu verlegte das Bauunternehmen, die Firma Peter Groß infra, eine Verschiebestrecke aus mehreren massiven Stahlträgern. Das insgesamt knapp 700 Tonnen schwere Bauwerk wird – so Mike Krummet, der technische Leiter Ingenieurbau bei Peter Groß infra – von vier großen hydraulischen Pressen, die über eine Hebekraft von jeweils 250 Tonnen verfügen, angehoben und auf die Stahlträger gesetzt.

Etwa drei Stunden für 30 Meter

Die Träger sind mit einer Teflon-Laufschiene versehen, die dem Koloss wenig Laufwiderstand bieten. Ein hydraulischer Hubzylinder zieht auf diesem Gleis aus Stahlträgern das gesamte Bauwerk in Schritten von jeweils 40 Zentimetern Richtung Standort. Der Ingenieur geht davon aus, dass die 30 Meter bis zur Bahnlinie in rund drei Stunden überwunden sein werden. Steht die Brücke punktgenau am vorgesehenen Platz, wird sie auf die vorbereiteten Lager abgelassen. Abschließend wird die Brücke noch hinterfüllt, was noch einmal rund 30 Arbeitsstunden in Anspruch nehmen wird.

Für die Pirmasenser Niederlassung des im saarländischen St. Ingbert beheimateten Unternehmens Peter Groß infra ist die spektakuläre Baustelle keineswegs Neuland: Ähnliche Baustellen bearbeitete man, wie Krummet mitteilte, im Auftrag der Bahn bereits in Bad Dürkheim, bei Grünstadt und in Erpolzheim.

Ab Montag wieder Schienenverkehr

Seit Mittwoch ruht der Bahnverkehr auf der Queichtalstrecke, die Passagiere werden zwischen Annweiler und Pirmasens mit einem Schienenersatzverkehr per Bus befördert. Um den Bussen den Weg durch die Hauensteiner Ortslage und um die Ortsstraßen von zusätzlichem Busverkehr freizuhalten, wurde die Durchfahrt durch das Interkommunale Gewerbegebiet ermöglicht. Nach den Informationen des Zweckverbandes soll der Schienenverkehr ab Montag wieder planmäßig rollen. Restarbeiten am und rund um das Bauwerk sollen nach Auskunft der Bahn voraussichtlich bis März 2021 dauern.

Der Wander- und Wirtschaftsweg, der vom Bachschneider hinüber zum Fuß der Falkenburg führt, war während der Bauzeit unterbrochen. Betroffen ist dadurch auch ein Stück des Fernwanderwegs „Pfälzer Waldpfad“.

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