Lemberg Eine Burg im Dornröschenschlaf
Eine vielversprechende Interessentin für die Burgschänke war kürzlich wieder abgesprungen. An was es gelegen hat, wollte Ortsbürgermeister Martin Niebuhr nicht verraten. Allerdings dürfte der Zustand der Schänke und der Toiletten sicher mit ein Grund gewesen sein. Bevor die nötigen Sanierungsarbeiten erledigt sind, will Niebuhr auf jeden Fall keinen weiteren Anlauf für eine Verpachtung machen. „Wir können nicht verpachten, bevor das nicht alles erledigt ist“, betont der Bürgermeister.
Es ist keine Komplettsanierung aber ein Sammelsurium an kleineren Maßnahmen, die angegangen werden müssen. 50.000 Euro hat die Gemeinde im Haushalt dafür reserviert. In der Küche muss ein neuer Boden rein. Der jetzige Fliesenboden ist nicht rutschfest und entspricht auch sonst nicht mehr den behördlichen Auflagen. In der Toilette braucht es neue Waschbecken und Armaturen und neue Farbe an den Wänden. Außerdem könnten gleich neue Toilettenschüsseln und Urinale installiert werden, so ein Wunsch aus dem Gemeinderat falls noch genug Geld da ist. Die Sanierung der Toiletten soll bereits laufen, versichert der Bürgermeister.
Auch Informationszentrum muss überarbeitet werden
Das wären die Vorarbeiten für die Burgschänke. Es gibt aber noch das Burgeninformationszentrum (Bliz) und da liegt mehr in Argen. Ein Aushang verkündet die Sperrung wegen Baufälligkeit. „Das ist nicht ganz richtig formuliert“, meint Niebuhr auf die Frage, ob von dem Gebäude eine Gefahr ausgehen könnte. Baufällig sei das Bliz keinesfalls. Jedoch müssten die Türen erneuert und die Holzfassade nach 20 Jahren saniert werden. 63.000 Euro dürfte die neue Fassade kosten, so die Schätzung eines Planers im Jahr 2021. Wann die Gemeinde hier aktiv werden will, wollte Niebuhr nicht sagen. Aktuell sei es schwierig, Planer und Handwerker für solche Projekte zu finden. „Das geht alles nicht so schnell“, klagt Niebuhr.
Aber auch mit neuer Fassade und neuen Türen bleibt das Problem des Angebots im Informationszentrum. Das wurde im Jahr 2004 eingeweiht und ist didaktisch ebenfalls auf dem Stand von vor 20 Jahren. „Es braucht da ein neues Konzept“, bremst Verbandsbürgermeister Klaus Weber Erwartungen an eine baldige Überarbeitung des als kleines Museum gedachten Zentrums. Immerhin sollen die Besucher darin einen Überblick über alle nennenswerten Burgen in der weiteren Umgebung erhalten. Lemberg war als Ausgangspunkt für viele Entdeckungstouren in Südwestpfalz und Südpfalz gedacht.
Mehr Multimediales für die Ausstellung
Die jetzige Ausstellung passe nicht mehr in die Zeit, meint der Verbandsbürgermeister. Ihm schwebt mehr Multimediales vor. Die Verbandsgemeinde ist dabei für die touristische Komponente, also das Innere des Zentrums, zuständig, während der Gemeinde das Gebäude gehört.
Große Pläne hatte Weber mit der Burg schon in diesem Jahr. Künftig soll es möglich sein, auf der Burg zu heiraten. Die Burgruine soll ganz offiziell als Außenstelle des Standesamtes gewidmet werden. Damit wollte Weber schon 2023 starten. Allerdings nur, wenn ein neuer Pächter gefunden ist. Was aber eben auch vom Zustand der Toilettenanlage hängt.
