Knopp-Labach
Ein Riesenspaß im Kuhstall
In Zeiten von Handy und Tablet, sozialen Medien und Youtube-Videos, die immer und überall verfügbar sind, haben das Mainzer Institut für Medien und Pädagogik und die Jugendgruppe Knopp 22 Kindern ein herrlich altmodisches Vergnügen bereitet.
„Film und Pädagogik in kinolosen Gemeinden“ ist das Motto der Kinder- und Jugendfilmtour 2020, die Kinder- und Jugendfilme an den unterschiedlichsten Orten aufführt. Thea Rohm und Praktikant Sascha Bolte waren donnerstags mit Technik und Filmen noch in der Feuerwache in Germersheim. Am Freitag war es Peter Klugs leerer Kuhstall, in dem 22 Kinder und eine handvoll Eltern auf Brauereibänken Platz nahmen. Ausgestattet mit Popcorn und Getränken, gut eingepackt in dicke Jacken und Mützen, verfolgten die Kinder aufmerksam die Abenteuer von Lillebror.
Der Film „Mein Freund Knerten“ von 2009 mutet an wie aus den 70er Jahren was Farbgebung und Kulissen angeht, ist aber im Inhalt zeitlos. Lillebror lebt in Norwegen und zieht aus Kostengründen mit seinen Eltern von der geschäftigen Stadt aufs Land. Dort angekommen, hat der kleine Junge erst einmal keine Freunde und auch niemanden sonst, mit dem er spielen könnte. Die Eltern renovieren ihr baufälliges Haus, und die Geschäfte des Vaters, eines Strumpfhosenverkäufers, laufen schlecht. So muss sich Lillebror mit sich selbst beschäftigen und sich stets Neues ausdenken. Plötzlich fällt ihm ein kleiner Ast vor die Füße, der lebendig wird und mit ihm spricht. Von nun an lässt es sich auch auf dem Land wunderbar spielen und gemeinsam Streiche aushecken. Die Geldnot der Eltern löst sich bald durch den Verkauf knallbunter Strumpfhosen.
Für die 22 Kinder war das erste Knopper Kuhstallkino ein Riesenspaß. Alle hatten ihren Spaß und konnten im Anschluss auch die handvoll Fragen zum Film beantworten, die Thea und Sascha ihnen stellten. Laut Eva Schneider, die die Jugendgruppe in Knopp leitet, und die das Kinospektakel organisiert hat, waren die Kinder zwischen drei und 15 Jahre alt und bis auf ein Kind alle aus Knopp. Am Anfang machten es Thea Rohm und Sascha Bolte sehr spannend, weil sie vor dem Film zuerst die Technik richtig einstellen mussten, doch als das geglückt war, zeigte sich Pits Kuhstall als idealer Ort für den Kino-Nachmitag, der nach einer Wiederholung schreit. Vielleicht können die Knopper Kinder dann im kommenden Jahr noch einmal laut mitrufen, wenn es heißt: „Licht aus, Film ab!“.