Kreis Südwestpfalz Ein Podest fürs Kloster
Die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land bleibt dabei: Das Drehleiterauto, das sie mit Unterstützung der Kreisverwaltung bekommen könnte, soll in Hornbach stehen, nicht in Contwig. Darüber wird heute nochmals der Verbandsgemeinderat (ab 18.30 Uhr, Verbandsgemeindeverwaltung in Zweibrücken) beraten. Am Rande geht es dabei auch um das Hornbacher Klosterhotel: Dort soll ein Podest den Brandschutz sicherstellen.
Die Hornbacher Wehr weiß, wie ein Drehleiterauto zu bedienen ist, die Contwiger Wehrleute haben schon genug zu tun und müssten zusätzlich ausgebildet werden: So begründet die Verwaltung, dass die neue Drehleiter, so sie denn kommt, in Hornbach stationiert werden soll. Dort steht, wie mehrfach berichtet, bereits ein gemietetes Drehleiterauto, das derzeit den zweiten Rettungsweg am Kloster Hornbach darstellt. Laut Verwaltung hat das jedoch bald ein Ende: Mit der Stadt Hornbach bestehe „Einvernehmen“, dass die Stadt als Eigentümerin des Hotels mit der Denkmalschutzbehörde eine andere Lösung findet: Geplant sei ein Podest, auf das sich die Gäste bestimmter Zimmer im Falle eines Brandes retten können. Bekommt die Verbandsgemeinde ein eigenes Drehleiterauto, sähe die Kreisverwaltung das Auto gerne in Contwig stationiert, um auch die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben mitversorgen zu können. Die Kreisverwaltung verweist auf eine Hilfsfrist von 25 Minuten − in dieser Zeit müsste das Drehleiterfahrzeug also die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben erreichen können. Am ehesten gelinge das von Contwig oder Dellfeld aus. Umgekehrt, wenn Thaleischweiler-Wallhalben Zweibrücken-Land mitversorgen sollte, sind Rieschweiler-Mühlbach oder Thaleischweiler-Fröschen als Standorte im Gespräch. Noch ein Feuerwehrthema steht heute auf der Tagesordnung: Die Kommunalberatung Rheinland-Pfalz soll die Verbandsgemeinde künftig unterstützen, wenn neue Feuerwehrautos anzuschaffen sind. Solche Ausschreibungen seien inzwischen „zeitintensiv und komplex“, die Vorgaben hätten sich verschärft, also wolle man sich professioneller Hilfe bedienen. Als Markus Schmidt noch Feuerwehrchef der Verbandsgemeinde war, erledigte er laut Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker „einen Teil“ dieser Arbeiten, die nun die Kommunalberatung übernehmen soll. Wie viel Geld die Kommunalberatung für ihre Dienste bekommt, hänge vom Auftragswert ab. Die Verbandsgemeinde strebt ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren an, um ein Möbelhaus auf der Truppacher Höhe (wir berichteten zuletzt am Dienstag) zu ermöglichen. Laut Aufsichtsbehörde gehört zu einem solchen Verfahren auch ein Einzelhandelskonzept, „das zumindest den Mittel- und Südbereich der Verbandsgemeinde umfasst“. Wie die Verbandsgemeindeverwaltung vor der heutigen Sitzung mitteilt, ist dieses Konzept „zukünftig auch für alle weiteren Ansiedlungen von Einzelhandelsprojekten im Geltungsbereich maßgebend“. Zu den Konsequenzen für die Geschäftswelt der Verbandsgemeinde wollte sich Gundacker gegenüber der RHEINPFALZ vorab nicht äußern. Es gehe nun zunächst darum, ein Einzelhandelskonzept in Auftrag zu geben. Im Gespräch mit der Aufsichtsbehörde würden weitere Details geklärt. Auch eine Einschätzung, wie realistisch die Pläne des Investors André Kleinpoppen auf der Truppacher Höhe sind, wollte Gundacker nicht geben.