Kreis Südwestpfalz Ein neues Feuerwehrauto für Käshofen

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„Dieses ewige Genörgel ist unseriös“, zeigte sich Klaus Freiler, der erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde, in der Verbandsgemeinderatssitzung am Donnerstagabend genervt von Thomas Hohn (FDP). Hohn ist überzeugt, dass das Feuerwehrauto, das die Käshofer Feuerwehr 2015 bekommen soll, „nicht gesetzeskonform ist“. Die Wehr müsse ein anderes Auto bekommen.

Für Käshofen ist im Feuerwehrkonzept der Verbandsgemeinde und im Verbandsgemeindehaushalt für 2015 ein 4000 Liter fassendes Tanklöschfahrzeug vorgesehen. Es soll das bisherige Käshofer Tanklöschfahrzeug, Baujahr 1979, ersetzen. Für das neue Feuerwehrauto sind im Nachtragshaushalt 2015 der Verbandsgemeinde 240 000 Euro eingeplant. Käshofen brauche kein Tanklöschfahrzeug, das hauptsächlich Wasser transportiert und nur drei Wehrleuten Platz bietet, sagt Thomas Hohn. Das sei ein Nachschubfahrzeug, für die erste Brandbekämpfung nicht geeignet. Käshofen brauche ein so genanntes Staffellöschfahrzeug, eine Art Mehrzweckfahrzeug, ein Allrounder mit Platz für sechs Leute, mit dem man im Falle eines Brandes sofort loslegen könne. Hohn, der in Hornbach Feuerwehrmann ist, verwies auf die rheinland-pfälzische Feuerwehrverordnung. Dort ist unter anderem festgelegt, wie lange die Feuerwehr Zeit hat, um mit bestimmten Fahrzeugen bei einem Brand einzutreffen. Jede Gemeinde in Zweibrücken-Land, so Hohn, müsse von einem Tanklöschfahrzeug binnen 25 Minuten zu erreichen sein. „In Zweibrücken steht ein solches Auto“, erklärte Hohn gestern im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Es sei immer von interkommunaler Zusammenarbeit die Rede, das könne doch dann auch bei einem Tanklöschfahrzeug klappen. Ein Staffellöschfahrzeug hingegen müsse innerhalb von acht Minuten nach einer Alarmierung vor Ort sein. „Das nächste Auto dieser Art für Käshofen steht in Bechhofen. Ich denke, das wird eng mit den acht Minuten.“ Deshalb brauche die Käshofer Wehr selbst ein Staffellöschfahrzeug. Also sprach sich die FDP-Fraktion mit vier Stimmen gegen ein neues Tanklöschfahrzeug für Käshofen aus, der Rest des Rates war dafür. „Das ist nicht in Ordnung. Wir können einer solchen Beschaffung nicht zustimmen, auch wenn ohne Zweifel ein neues Auto für die Käshofer Wehr beschafft werden muss“, sagte Hohn. Nach dem Ratsbeschluss wird die Verbandsgemeindeverwaltung nun Angebote für ein Tanklöschfahrzeug für Käshofen einholen. Contwigs Bürgermeister Karlheinz Bärmann warf Hohn am Donnerstag vor, „jedes Mal die gleiche Diskussion zu führen“, wenn irgendwo in der Verbandsgemeinde ein neues Feuerwehrauto angeschafft wird. Die Verbandsgemeinde habe schließlich ein Feuerwehrkonzept, in dem auch die Neuanschaffungen drinstehen. Das Konzept sei von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) abgesegnet, und dort säßen schließlich auch Feuerwehrfachleute. In der Vergangenheit hatten Thomas und Reiner Hohn die Anschaffung bestimmter Autos für die Wehr in Hornbach und für die Verbandsgemeinde in Contwig kritisiert. Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker bekräftigte am Donnerstagabend, die ADD habe das Feuerwehrkonzept als „zeitgemäß und zukunftsfähig“ eingestuft. Die Kreisverwaltung hat bereits zugesagt, sich an dem neuen Auto für Käshofen zu beteiligen. „Der Bescheid ist da“, sagte Gundacker. Auch das spreche dafür, dass das Auto den gesetzlichen Anforderungen entspreche. Sonst gäbe es kaum Zuschuss dafür: „Das Geld ist ja derzeit nicht so dicke.“ Wie viel Geld der Landkreis zum neuen Feuerwehrauto beisteuert, steht laut Verwaltung allerdings noch nicht fest. Hohn berichtete gestern im RHEINPFALZ-Gespräch, Wehrleiter Markus Schmidt habe im Haupt- und Finanzausschuss erklärt, der Kreis beteilige sich „in nicht unerheblichem Maße“ an der Finanzierung des Autos. Er selbst habe jedoch anderes erfahren: Der Landkreis sehe für 2015 überhaupt keinen Zuschuss für ein neues Käshofer Feuerwehrauto vor. Dieser Widerspruch spielt laut Hohn eine Rolle, weil die ADD ihre Genehmigung für das neue Auto davon abhängig mache, wie viel Geld der Kreis zuschießt. (sbn)

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