Kreis Südwestpfalz Ein Hund voller Angst und Panik

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Von 65 verwahrlosten Tieren, die vergangene Woche in Bornheim beschlagnahmt worden sind, haben vier im Pirmasenser Tierheim Unterschlupf gefunden. „Als die Anfrage kam, war klar, wir werden helfen“, sagt Tierheimleiterin Lisa Neisius. Die Hunde werden zunächst in der Obhut der Tierschützer bleiben.

44 Hunde, 18 Katzen und drei Kängurus waren am Donnerstag bei einer Tierärztin in Bornheim bei Landau vom Veterinäramt sichergestellt und auf Tierheime in der Region verteilt worden (wir berichteten). Sie waren unter sehr schlechten Bedingungen vorgefunden worden, gegen die Halterin wird wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Vier der Hunde sind seither im Tierheim Pirmasens untergebracht. Klar war für Tierheimleiterin Lisa Neisius: Mit der Übernahme der Hunde wird einiges an Arbeit auf die Tierschützer zukommen. Das Pirmasenser Tierheim ist aktuell stark belegt. Einige Katzenbabys verlangen nach Aufmerksamkeit und auch bei den Hunden gibt es viel zu tun. Trotzdem wussten die Tierschützer, dass bei einer derart großen Beschlagnahmung die Tiere nur dann untergebracht werden können, wenn möglichst viele Vereine an einem Strang ziehen. Tierheim-Mitarbeiter Karl Bohl übernahm deshalb die Fahrt nach Bornheim, um die Hunde in Empfang zu nehmen. In den Gebäuden, in denen die Tiere unter unsagbaren Umständen gehalten worden sein sollen, war er selbst nicht drin. „Der Gestank davor hat aber gereicht, der war fast unerträglich“, sagt er. Helfer vor Ort hätten berichtet, dass einige der Tiere bis zu den Knöcheln in ihrem Kot standen. Übergeben wurden ihm vier Hunde. Eine Goldenretriever-Dame mit ihrem etwa zehn Wochen alten Welpen, wahrscheinlich ein Goldendoodle. Dazu ein Großpudel und eine weitere Labradorhündin. Bis auf die schwarze Labradorhündin machen alle Tiere auf den ersten Blick einen scheinbar ordentlichen Eindruck. „Die körperlichen Schäden bei den Hunden scheinen gar nicht so gravierend, viel schlimmer aber sind die seelischen“, meint Neisius. Gleich am Freitag hat sie die Tiere zur Untersuchung beim Tierarzt vorgestellt. Der hat die vier Hunde durchgecheckt und Blut genommen, um ansteckende Krankheiten auszuschließen. Am meisten Sorgen macht sich die Leiterin um die extrem ängstliche Labradordame. Am ersten Tag saß die nur in ihrer Transportbox. Inzwischen kauert sie in einer Ecke des Zwingers. „Es wird für uns viel Arbeit werden, ihr das Vertrauen in die Menschen zurückzugeben“, weiß auch Tierpflegerin Nicole Meyer. Bei Berührungen sei die Hündin so panisch, dass sie Urin und Kot absetze. „Die hat in ihrem Leben sicherlich nicht viel Gutes erfahren“, sagt Meyer. Leonie, so haben die Mitarbeiter den ängstlichen Hund getauft, ist zudem gesundheitlich am meisten angeschlagen. Ein sogenanntes Blutohr, ein Bluterguss in der Ohrmuschel, das von unbehandelten Entzündungen oder auch von Verletzungen herrühren kann, muss ihr große Schmerzen verursacht haben. Bis auf weiteres werden die vier Hunde in der Obhut des Pirmasenser Tierschutzvereins bleiben. „Das zuständige Veterinäramt hat keine Freigabe erteilt“, sagt Neisius. Vermittelt werden dürfen sie deshalb nicht. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern und den ehrenamtlichen Helfern versucht die Tierheimleiterin, sie in dieser Zeit in ein artgerechtes Leben zurückzuführen. Schulpraktikantin Leonie Sprau hatte die wohl schönste Aufgabe. Im Freilauf durfte sie sich mit dem wuscheligen Welpen Ida und dessen Mama beschäftigen. Die drei hatten sichtlich Spaß miteinander „Die beiden Hunde sind so verschmust und suchen die Nähe zu mir“, nutzt sie die Gelegenheit zur Kuschelstunde mit dem putzigen Fellknäuel. Benötigt wird im Tierheim hochwertiges Hundefutter sowie Welpennassfutter für Ida. Die Katzenbabys würden sich über getreidefreies Nassfutter freuen.

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