Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Ehemaliger Wallfahrtsdirektor ist betroffen über die Sparpläne

 Auch nach über zehn Jahren hält der ehemalige Wallfahrtsdirektor, Pfarrer Hans-Peter Arendt (l) , hier mit Bischof Karl-Heinz W
Auch nach über zehn Jahren hält der ehemalige Wallfahrtsdirektor, Pfarrer Hans-Peter Arendt (l) , hier mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Kontakt zu Maria Rosenberg.

Die bekannt gewordenen Sparpläne am Wallfahrtsort Maria Rosenberg schlagen hohe Wellen. Tief betroffen darüber zeigte sich der ehemalige Wallfahrtsdirektor Hans-Peter Arendt gegenüber der RHEINPFALZ. Manches Wort aus Speyer sieht der Pfarrer auch sehr kritisch.

Einen breit angelegten Gedankenaustausch, eine mögliche Suche nach geeigneten Investoren, aber auch den Erhalt guter Traditionen bringt der ehemalige Direktor der Wallfahrtsstätte, Pfarrer Hans-Peter Arndt, zu den Bistumssparplänen ins Gespräch. Die anvisierte Gastronomie befürwortet er, mit Blick auf die frühere beliebte Stifterklause. Dem Plan, nur noch fünf Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort anzubieten, widerspricht er hingegen. Und sehr kritisch betrachtet Arendt, dass seit zehn Jahren aus Speyer immer das Wort „Abriss“ falle.

Nicht nur Abriss, sondern Gesamtkonzept

Seine erste persönliche Reaktion zu den bekannt gewordenen Sparplänen sei gewesen, dass er sich über das Wort „Abriss“ sehr geärgert habe, sagt der Geistliche. Der Abriss-Gedanke sei im Laufe der vergangenen zehn Jahre immer wieder geäußert worden, „und das halte ich für schade“. Die Kirche werfe nicht einfach gute Traditionen über Bord. Für ihn sei es wichtig zu prüfen, was im Laufe der Jahrzehnte aufgebaut worden sei, und das zu überprüfen, wie es gut erhalten und weitergeführt werden könne. Dabei gehe es nicht um die Vielzahl der Gebäude, die man kritisch betrachten könne, sondern was anders genutzt werden könne.

Mehr zum Thema

Waldfischbach-Burgalben

RHEINPFALZ Plus Artikel
Rückblick: Sparmaßnahmen

Wenn abgerissen werden solle, dann aber mit einem Gesamtkonzept, findet der Pfarrer. Und mit genügend Übernachtungsmöglichkeiten. Dabei sollten seiner Meinung nach zwischen 30 und 50 Zimmer zur Belegung zur Verfügung bleiben. Vor allem sei es wichtig, einen möglichst breit angelegten Gedankenaustausch vorzunehmen, bei dem Maria Rosenberg auch gehört werde. Tagungs- und Übernachtungsräume hielt der ehemalige Wallfahrtsdirektor gerade mit Blick auf die unterschiedlichen Bildungsangebote auf dem Rosenberg für wichtig.

Eine Chance für die Kirche, mit den Menschen in Kontakt zu kommen

Deshalb müsse der Plan des Bistums gründlich gesichtet, verglichen werden, ob ein Abriss preiswerter sei, obwohl man sich verpflichtet fühlen sollte, das Aufgebaute zu erhalten. „Man wird hier nie ein First-Class-Hotel. Aber der Rosenberg stand für Freundschaft mit Erlebnis, vielfältige Bildung und guter Gastfreundschaft“, betont Pfarrer Arendt. Gerade am Wallfahrtsort biete sich die Chance für die Kirche, dass kirchenferne Leute ins Haus kommen, völlig frei hineinschnuppern können, mit Gnadenkapelle, Wallfahrtskirche, Lourdesgrotten-Anlage, der Gebetsstätte für Familien und etwa der Kreuzwegkapelle zwanglos in Berührung kommen können. Und dies „in einer Zeit, in der man Kirche nicht mehr so von innen erlebt“, erinnert Pfarrer Arendt.

Warum nicht Investoren suchen?

Eine Vision für ihn sei: „Warum sollten sich nicht geeignete Investoren finden, die einen Wallfahrtsort mit dieser historischen und aktuellen Bedeutung, in einer durchaus reizvollen Landschaft am Rande des Pfälzerwaldes zu schätzen wissen und fördern wollen? Wenn ich sehe, was ein Hotelier in Hornbach erreicht und zukunftsweisend umgestaltet hat, hier wäre bestimmt noch Planungspotenzial drin.“

Weitere Nutzung für Inklusion denkbar

Nie hätte er gedacht, dass das Alten- und Pflegeheim vom Caritas-Verband aufgegeben werde. Er erinnerte noch an die damals kräftige Unterstützung durch den Landkreis. Auch der landwirtschaftliche Betrieb liege brach. Eine erfolgreiche Weiterführung für beide Bereiche sieht Arendt in der Nutzung für Behinderte, für Inklusionsangebote, sowohl in Beschäftigung wie auch für Freizeitgestaltung.

Eine andere Möglichkeit in Bezug auf die Sparbeschlüsse sei die Stiftung zugunsten des Bildungshauses, die vor vielen Jahren von einigen Priestern gegründet wurde. Auch einzelne Stifter hätten diese Stiftung bedient. Sie sei aber nach 2010 nicht mehr ausgebaut worden. „Vielleicht gibt es noch Stifter für den Rosenberg, denen dieser am Herzen liegt und sie hier förderlich einsteigen“, wirbt Arendt. Ebenso sollte der 2005 gegründete Förderkreis Maria Rosenberg enger in die Gespräche mit eingebunden werden, so der Pfarrer.

Wie geht es am Rosenberg weiter? Wallfahrt, geistliche Bildung, den Menschen Ziele geben und eine Stelle, an der sie beten können, innere Ruhe finden – all diese Möglichkeiten müssten im Blick bleiben, sagt der Pfarrer. Ebenso die Übernachtungen im Hause für innere Erholung, für inneres Aufatmen. Der einfache Abriss von durchaus noch brauchbaren Gebäuden, findet er, sei keine gute Lösung, erst recht nicht eine erstrebenswerte Sparmaßnahme.

x