Kreis Südwestpfalz Drei Wochen im Wald

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So manches Abenteuer erleben zur Zeit die Kinder des protestantischen Kindergartens Arche Noah in Contwig. Drei Wochen lang verbringen 23 Vorschulkinder ihre Kindergartentage im Wald, bei Wind und Wetter. Ausgerüstet mit Regenhosen, viel Forscherdrang, roten Mützen und Lupen.

Seit Montag entdecken die „Marienkäfer“-Kinder den Wald im Klingeltal in Contwig. Ein Waldsofa aus Ästen und Zweigen haben sie sich zusammen mit ihren drei Erzieherinnen bereits gebaut. Ein Indianerzelt aus Ästen, das sogar ein Fenster hat, haben sie aufgestellt. Und nahe bei ihrem Lager haben die quirligen Entdecker auch schon zwei verlassene Fuchsbauten gefunden und genau untersucht. Immer dabei sind die leuchtend roten Schirmmützen auf ihren Köpfen. „Die brauchen wir, damit wir sie im Wald gleich finden“, sagte am Donnerstagmorgen eine Erzieherin. Aber auch gegen Regen sind die Mützen ganz nützlich, genauso wie die Gummistiefel und die Regenhosen, die die Kinder am Donnerstagmorgen anhatten. Viel wichtiger für sie sind aber die Lupen und Lupendosen, mit denen sie Spinnen, Kellerasseln, Regenwürmer und anderes Waldgetier betrachten können. Angst vor Spinnen oder anderen Insekten haben die „Marienkäfer“-Kinder dabei nicht. Berührungsängste mit Spinnen, die Po wackelnd ihre Eier legen, sind den Contwiger Naturforschern völlig fremd. Die Waldkinder brauchen für ihre anstrengenden Entdeckungstouren durch den Wald auch ein ordentliches Frühstück. Das bekommen sie jeden Morgen an der Hütte des Gesangvereins Liederkranz im Klingeltal. Dessen Mitglieder haben im überdachten Bereich extra Tische und Bänke aufgestellt, damit die Kindergartenkinder auch bei Regen im Trockenen frühstücken können. Um 8 Uhr starten die Kinder ihre täglichen Expeditionen am Kindergarten, laufen dann zusammen ins Klingeltal und sind gegen 12 Uhr wieder zurück am Kindergarten. „Die Kinder sollten genug zu trinken dabei haben, wenn es morgens kalt ist, auch etwas Warmes“, steht im Elternbrief. Neben ihren täglichen Waldtouren steht für die Kinder auch ein Besuch des Jägers Hubert Lang mit der rollenden Waldschule auf dem Programm. Nach den „Marienkäfern“, die bis 23. Mai noch jeden Morgen den Contwiger Wald unsicher machen, sind die elf Kinder der Igel-Gruppe vom 23. Juni bis 11. Juli im Klingeltal unterwegs. Nach jedem der beiden Waldaufenthalte feiert jede Gruppe zusammen mit den Eltern ein Waldfest an der Liederkranz-Hütte. Die Waldtage veranstaltet der Kindergarten Arche Noah in diesem Jahr zum ersten Mal. „Wir wünschen uns, dass die Kinder eine positive Beziehung zur Natur aufbauen, um später verantwortungsvoll mit ihr umgehen zu können“, erklären die Erzieherinnen im Elternbrief. Und nicht nur für die Kinder gibt es im Wald viel zu entdecken. „Ich bin ganz erstaunt, wie selbstverständlich die Kinder all das hier unter die Lupe nehmen, und wie wenig Scheu sie haben, auch mal einen Mistkäfer auf die Hand zu nehmen“, freute sich Erzieherin Martina Staufer. Allerdings gibt es für die Waldtage auch strenge Regeln für die Kinder. Zum Beispiel müssen die Kinder in Sicht- oder Hörweite bleiben, sie dürfen nichts essen, was sie im Wald finden, etwa Beeren oder Pilze, und sie dürfen keine Vogelfedern, Pilze oder tote Tiere anfassen. (mml)

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