Kreis Südwestpfalz „Do misst e Wertschaft hien“

Dort der Kölner Großstadttrubel, hier der ruhige Truppacherhof: Ute Schmahl kennt beides, und sie mag beides. Nach mehr als einem Jahrzehnt Pause will die Besitzerin des Hofes bei Contwig hier nun wieder selbst in der Gaststätte hinter Herd und Theke stehen. Die „Kornkammer“ macht am Donnerstag auf.
In Köln führte Ute Schmahl in der Südstadt das Hotel „Heinzelmännchen“, hat nun aber die Geschäftsführung an Tochter Friederike abgegeben. Doch sie will weiterhin für das Hotel auf Abruf bereitstehen. Der Truppacherhof soll ab dieser Woche jeweils donnerstags bis samstags von 17 bis 24 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 24 Uhr geöffnet sein. „Falls was mit dem Hotel ist, kann ich dann bis mittwochs noch nach Köln“, erzählt Schmahl. Wobei Gesellschaften auf dem Hof nach Absprache jederzeit willkommen seien. Dort die Kölner Altstadt, hier der große Hof zwischen Contwig und Zweibrücker Flughafen: „Das eine ist nicht besser als das andere. Das ist, wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Beides reizt mich“, sagt sie. Gastronomisch hält Ute Schmahl die zwei Welten getrennt. „Wir sind ein Bauernhof, und dieser ländliche Charakter soll einfließen“, sagt sie über den Truppacherhof. „Gute, echte, ländliche Küche“ kündigt sie an. Schmahl ist Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft und wird selbst kochen. Mehrere Kräfte sollen sie in Gaststätte und Biergarten unterstützen. Der Name „Kornkammer“ wird bleiben. Den hatte die Gaststätte auch, als sie zuletzt ein Brauhaus war − bis sich der Pächter dann nach rund zwei Jahren zurückzog (). Mit der Suche nach einem neuen Pächter will sich Ute Schmahl Zeit lassen. „Wenn es hier gut läuft und den Gästen gefällt und meine Tochter in Köln gut klarkommt, dann mache ich das hier so lange wie möglich“, kündigt sie an. „Ich wollte immer eine Gastwirtschaft“, erzählt die 58-Jährige, die vom Altbreitenfelderhof bei Homburg-Jägersburg stammt − aus einer Familie mit viel gastronomischer Erfahrung. „Do misst e Wertschaft hien“, sagte sie, als sie zu ihrem Mann auf den Truppacherhof kam. 1997 eröffneten sie dann dort die Gaststätte, als weiteres Standbein zur Landwirtschaft. 2002 ging Ute Schmahl mit der Tochter nach Köln. Dort blieb es beim Hotel. „Wir wollten in der Größenordnung Familienbetrieb bleiben und wollen hinter dem stehen, was wir machen“, sagt sie. Mit einem Restaurant wäre der Betrieb zu groß geworden. Schmahl erzählt von internationalen Gästen, die sie in Köln empfängt. „Hier ist ein ganz anderes Publikum, das mir aber ebenso am Herzen liegt“, blickt sie auf den Truppacherhof. Viele Gäste von früher freuten sich auf ihre Rückkehr als Gastwirtin, berichtet sie. „Und ich freue mich selbst auch riesig drauf“, sagt sie, „und das ist kein Geschwätz“.