Nünschweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Die schwierige Suche nach einem Baugebiet

In Nünschweiler soll gebaut werden – nur wann und wo steht noch nicht fest.
In Nünschweiler soll gebaut werden – nur wann und wo steht noch nicht fest.

In Nünschweiler wird seit geraumer Zeit nach einer Möglichkeit gesucht, ein Neubaugebiet realisieren zu können. Bauplätze werden nachgefragt und für die Zukunftsentwicklung des Ortes seien Bauplätze wichtig, um jungen Familien Perspektiven bieten zu können, sagt Bürgermeister Jürgen Beil (CDU).

Der vorherige Gemeinderat hatte sich bereits intensiv mit der Neubaugebietfrage befasst. Gescheitert waren die Bemühungen unter anderem an teuren Entwässerungslösungen, die die Bauplätze für die Bauwilligen bei der Erschließung so teuer gemacht hätten, dass sie im Prinzip unverkäuflich gewesen wären.

Inzwischen gibt es in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben – wie berichtet – eine Änderung. Dabei geht es um die Beiträge, die erhoben werden, wenn eine Gebietserweiterung ansteht. So haben die Werke in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, um ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts, das eine andere Verbandsgemeinde betraf, aber Auswirkungen auf die VG Thaleischweiler-Wallhalben hat, umzusetzen. Die entsprechenden Satzungen sollen noch in diesem Jahr beschlossen werden.

Entsorgungsfrage entscheidend

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Unterm Strich hat das zur Folge, dass für den einzelnen Bauherren die Erschließung günstiger wird, weil die Solidargemeinschaft aller Einwohner einen größeren Kostenanteil übernimmt. Wenn die Erschließung mit der Wasserver- und vor allem der Abwasserentsorgung günstiger wird, dazu auch die Kosten für die Beseitigung von Oberflächenwasser anders verteilt werden, „wird das ein oder andere Gebiet, das aus Kostengründen nicht als Neubaugebiet in Betracht kam, jetzt wieder interessant“, hofft Beil.

Neben der Frage, welche Grundstücke die Gemeinde überhaupt erwerben kann, um ein Neubaugebiet auszuweisen, ist vor allem die Entsorgungsfrage entscheidend. Deshalb haben sich die Verbandsgemeindewerke schon mal etwas genauer mit vier möglichen Neubaugebieten in Nünschweiler befasst. Werkleiter Joachim Becker erläuterte dem Gemeinderat erste Erkenntnisse. Gemeinsam mit Beil hatte sich Becker die Gegebenheiten vor Ort angeschaut.

Mögliche Flächen für ein Baugebiet

Die Freifläche in der Bärenhütterstraße gegenüber des Friedhofs, die Verlängerung der Ziegelhütterstraße und die Verlängerung der Johann-Exter-Straße wurden in Betracht gezogen. Möglichkeit vier für ein Baugebiet, wäre am Ende des Dellfelder Weges. Den Bereich kennen die Nünschweilerer als Bauert. „Gegen dieses Gebiet spricht, dass das Dorf dann sehr zersiedelt wäre“, räumt Beil ein. Jedes Gebiet habe so seine Vor- und Nachteile. So liege gegenüber dem Friedhof eine schöne grüne Fläche in der Ortslage, die man sicher gerne behalten würde. Andererseits brächte ein Neubaugebiet hier den Vorteil mit sich, „dass wir auch die gesamte Brunnenproblematik lösen könnten“, sagte Beil. Bei den anderen Gebieten wäre wegen der Versickerungsfrage ein relativ teurer Bodenaustausch angesagt, mal wäre ein Regenrückhaltebecken notwendig, mal müsse Abwasser über eine relativ lange Leitung transportiert werden. Der nächste Schritt zum möglichen Neubaugebiet „ist es jetzt, dass sich die Fraktionen Gedanken machen, Für und Wider der einzelnen Gebiete abwägen, so dass klar wird, in welche Richtung wir weiter prüfen sollen“.

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Der Bürgermeister hat auch Kontakt mit dem Eigentümer des früheren Bundeswehrgeländes aufgenommen. Hinter dem Gebäude gibt es in Richtung Dorf gleichfalls eine große Freifläche. Es sei darüber gesprochen worden, ob nicht diese Freifläche als Neubaugebiet interessant sein könnte. Die Option werde vom Grundstückseigentümer geprüft.

Die bei der Diskussion angesprochene Brunnenproblematik beschäftigte den Rat explizit. Der Dorfbrunnen läuft aktuell nicht. Man hatte bereits versucht, ihn freizuspülen – ohne Erfolg. Ein Problem sei, dass die Zuleitung einen Knick aufweise. Der Dorfbrunnen, darüber bestand Einigkeit, soll als Wasserentnahmestelle erhalten bleiben. In welcher Form wird noch zu klären sein. Eine mögliche Lösung könnte zum Beispiel ein offenes Gerinne mit Trog sein.

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