Rumbach Die neue Orgel in der Rumbacher Christuskirche wird am Sonntag eingeweiht

Die Orgelbauer Maarten Vos und Henk van der Veen sind konzentriert, aber entspannt bei der Arbeit.
Die Orgelbauer Maarten Vos und Henk van der Veen sind konzentriert, aber entspannt bei der Arbeit.

Es war ein kleines Abenteuer, aber die schöne Holländerin mit 611 Orgelpfeifen steht wohlbehalten auf der Empore der Christuskirche in Rumbach. Die neue, gebrauchte Orgel besticht durch ihren vielfältigen Klang, der am Sonntag beim Einweihungsgottesdienst erklingen wird.

An der Tür blieben nur wenige Zentimeter Platz. Einige Bänke mussten ausgebaut werden, damit der Saugkran aufgestellt werden konnte, der den Orgel-Korpus nach oben hievte.

Inzwischen sind die beiden Orgelbauer Maarten Vos und Henk van der Veen von der „Orgelmakerij Reil“ aus Heerde in Holland dabei, die zahlreichen Einzelteile, die in vielen Kisten verteilt in der Kirche lagern, einzubauen. Die Firma aus Heerde ist ein Traditionsunternehmen und königlicher Hoflieferant. Als nächstes Großprojekt werden die beiden Orgelbauer in der Kathedrale von Mallorca die Orgel restaurieren.

Mit großer Gelassenheit und Liebe zum Detail sind die beiden Männer am Werk. Eine Woche brauchen sie, um die Orgel aufzubauen. Die meiste Zeit wird das Stimmen beanspruchen. „Man meint, diese Orgel ist für diese Kirche gebaut“, sagt Vos – und recht hat er. Die Ornamente vor den Orgelpfeifen sind fast die gleichen, wie sie in der Kirche zu sehen sind. Die seitlichen Ornamente als Laubsägearbeit mit Schattenmalerei wurden eigens angefertigt, um das Bild zu vervollständigen. Die Orgel ist allerdings nicht neu. Sie stand in Zeist nahe Utrecht in einer Kirche. Im Jahr 1984 wurde sie von der Firma Reil gebaut.

„So ein klangvolles Instrument“

Pfarrer Philipp Walter freute sich über die vielen Freiwilligen, die zum Entladen der Orgel gekommen waren. Auch unter der Woche fänden sich immer mal wieder interessierte Besucher ein, berichtet er. Maritta Tangermann vom Pfarrbrief-Team der Gemeinde ist begeistert: „Ich finde es fantastisch, dass wir nun so ein klangvolles Instrument in unserer Kirche haben. Das tut einem in der Seele gut, das zu hören, und man muss keine Angst mehr haben, dass irgendwo etwas rappelt.“

Auch der Pfarrer schwärmt: „Die Orgel ist nicht größer als die alte, im Gegenteil, aber vielfältiger im Klang.“ Für den Herbst plant er eine deutsch-französische Konzertreihe in unterschiedlichen Kirchen und freut sich über die neuen musikalischen Möglichkeiten, welche die Orgel bietet. Der Ankauf der Orgel hat 15.000 Euro gekostet. Dazu kommen 70.000 bis 80.000 Euro für Transport und Restaurierung. „Das ist immer noch ein Viertel dessen, was eine neue Orgel gekostet hätte“, sagt Walter. 15.000 Euro an Spenden sind bisher eingegangen. „Es darf gerne noch mehr werden, denn je mehr Spenden, umso weniger müssen wir ans Eingemachte“, sagt der Pfarrer.

Einweihung mit Bach, Pachelbel und Buxtehude-Kantate

Der festliche Einweihungsgottesdienst findet am Sonntag, 16. Juni, um 14.30 Uhr statt. Festprediger ist Christian Schad, der bis 2021 Kirchenpräsident der evangelischen Kirche der Pfalz war. Robert Sattelberger, Kirchenmusikdirektor aus Speyer, wird auf der neuen Orgel Stücke von Bach, Mendelssohn und Pachelbel spielen. Außerdem wird eine Kantate von Friedrich Buxtehude mit Violine, Cello, Sopran und Orgel vorgetragen.

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