Pirmasens-Land
Die Halli-Galli-Klingel bleibt stumm
Vier Mitarbeiter des Offenen Kanals Südwestpfalz, drei Kandidaten, die Bürgermeister in der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land werden wollen und zwei Redakteure der RHEINPFALZ, die diesen auf den Zahn fühlen: bei der Podiumsdiskussion mit Klaus Weber (CDU, Bottenbach), Harald Hatzfeld (SPD, Trulben) und Felix Kupper (Einzelbewerber, Vinningen) geht es am Donnerstagmittag im Rheinberger-Saal der Citystar-Jugendherberge Pirmasens sachlich zu.
Bevor es um politische Fragen und Ziele geht, stehen die typischen Vorbereitungen an, die es vor einer Videoaufzeichnung zu erledigen gilt. Beim Soundcheck mit den Kandidaten sticht Kupper heraus. Er wird gebeten, das Mikrofonkabel unter seinem Hemd zu verstecken. „Besser wäre es, wenn Sie ein Sakko anhätten“, kommentiert die Mitarbeiterin des Offenen Kanal seine Garderobe. Im Vergleich zu den anderen Kandidaten steht Kupper im Hemd vor der Kamera. „Die Mama zieht mich als noch an“, scherzt der 51-Jährige über seinen Auftritt.
Bemerkenswerte Ein-Satz-Länge
Nach einer kurzen Begrüßung von RHEINPFALZ-Redaktionsleiter Andreas Ganter und seinem Stellvertreter Andreas Danner stellen sich die Bürgermeisterkandidaten kurz vor. Die mehr oder weniger professionelle Halli-Galli-Klingel, die die Kandidaten bei einer Zeitüberschreitung von drei Minuten hätte stoppen sollen, kommt glücklicherweise nicht zum Einsatz – auch wenn sie bei späteren Redebeiträgen eher von Nöten wäre. Gerade Weber hat teilweise Probleme, sich kurz zu fassen. „Ich habe mich auf die Podiumsdiskussion gut vorbereitet und da möchte man natürlich gerne die ganzen Infos mit reinbringen“, erklärt der 50-Jährige auf Nachfrage nach der Debatte.
Wenig Einfallsreichtum und eine geringe Schlagfertigkeit zeigen die Kandidaten dagegen bei den Fragerunden, in denen sie Satzanfänge kurz und prägnant zu Ende bringen sollen. Die Frage nach dem größten Erfolg und Misserfolg als Bürgermeister lässt sich scheinbar nur schwer spontan in einem Satz beantworten. „Ich wundere mich gerade, wie lang ein Satz sein kann“, kommentiert Ganter die Redebeiträge ironisch.
Anfängliche Nervosität abgelegt
Eine Diskussion vor laufender Kamera – das haben alle drei Kandidaten noch nicht gemacht. Hier muss jedes Wort sitzen. Aufgeregt seien sie alle gewesen, berichten die Kandidaten nach der Aufzeichnung. Sie standen bereits für die Kandidatenporträts des Offenen Kanals vor der Kamera. „Ich mache so etwas eigentlich gerne, aber ein wenig nasse Hände hat man immer“, erklärt Hatzfeld, der als Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei John Deere das Reden vor einer Kamera gewohnt ist.
Die Fragen der RHEINPFALZ-Redaktionsleitung fanden die Kandidaten gut und berechtigt. „Es hätten noch mehr sein können“, merkt Kupper an, dem der Auftritt vor der Kamera nach anfänglicher Nervosität dann doch Spaß macht. Hatzfeld wünscht sich diese kritischen Fragen auch in Zukunft von den Bürgern der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land.
Fazit: Trotz Nervosität meistern alle Kandidaten ihren Auftritt souverän.
Die Sendung können Sie sich hier ansehen.