Kreis Südwestpfalz Die Erinnerung bleibt

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Zum letzten Mal erklang die markante und unüberhörbare Stimme von Pfarrer Otto Müller in der Herschberger Kirche, als die protestantische Pfarrgemeinde ihren langjährigen Seelsorger am Sonntag mit einem Festgottesdienst verabschiedete. 35 Jahre hat der scheidende Gottesmann hier gewirkt und somit länger als jeder seiner Vorgänger in der langen Reihe Herschberger Pfarrer seit 1672.

Bis 1980 hatte die Sickingerhöh-Gemeinde jeweils einen eigenen Pfarrer. Erst seit dem Amtsantritt von Otto Müller wurde sie als gemeinsame Pfarrei zusammen mit Wallhalben geführt. Den Herschberger Protestanten war es deshalb ein besonderer Wunsch, ihrem Pfarrer in der eigenen Kirche lebewohl zu sagen, bevor er für seinen Ruhestand nach Thüringen übersiedelt. Pfarrer Müller gab einen kleinen Einblick in seine Jugendzeit in Alsenborn sowie Schulzeit und Studium, dessen Grundlage sein großes Interesse am Christentum und an allen Weltreligionen war. Die Jahre hier in der Westpfalz bezeichnete er wörtlich als eine „interessante und erfüllende Zeit“, in welcher er seinen Beruf immer auch als Berufung empfinden durfte. Außer mehr als 2000 Gottesdiensten allein in Herschberg und zahlreichen Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen fielen in diese Zeit die Renovierung von Kirche, Pfarrhaus und dem Jugendheim. Die häufigen Konzerte und kirchenmusikalischen Höhepunkte seien, so der scheidende Pfarrer, bleibende Erinnerungen. Deshalb dankte er auch den beiden Chören, Männergesangverein und Frauenchor, welche diesen letzten Gottesdienst ebenfalls mit klangvollen Chorsätzen umrahmten. In seinen persönlichen Dank schloss Pfarrer Müller die langjährige Organistin Helga Bischoff sowie die kurzfristig eingesprungene Kirchendienerin Martina Sprau und ihre Helferin Annelie Joas ein. Vielfachen Dank und kleine Geschenke durfte auch der künftige Pensionär entgegennehmen. Für das Presbyterium übernahm dies Paul Bohl und für den Herschberger Vereinsring stellvertretend Klaus Bohl. Ortsbürgermeister Manfred Biedinger erinnerte an die gute und harmonische Zusammenarbeit mit allen Bürgern. Dass diese auch mit den katholischen Christen innerhalb der Gemeinde nie infrage stand, betonte Gisela Westrich. (uwa)

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