Kreis Südwestpfalz Die Bahn legt in vier Jahren los
Der Umbau des Bahnhaltepunktes in Steinalben soll in diesem Jahr mit einem ersten kleinen, aber wichtigen Schritt beginnen. Drei alte Häuser am Bahnhofsvorplatz werden abgerissen. Das kostet fast 40 000 Euro. Dann wird es eine längere Baupause geben, weil die Bahn etwas länger braucht, bis sie mit ihren Arbeiten beginnt. Sie hat den Umbau des Haltepunktes zum Bahnhof erst im Jahr 2023 vorgesehen.
In seiner Sitzung am Mittwoch vergab der Verbandsgemeinderat einstimmig den Auftrag zum Abriss der drei Häuser. 38 690 Euro kostet der Abriss, den die Firma E. Köhler-Schmidt aus Waldrohrbach erledigt. Nach dem Willen der Verbandsgemeinde sehr schnell. „Die Häuer sind in einem schlechten Zustand. Dort halten sich Menschen auf, dort gibt es weitere Häuser und werden Autos geparkt“, verdeutlichte Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD), warum der Abriss dringend notwendig ist. Die Sanierung des Bahnhaltepunktes durch die Bahn und die Neugestaltung des Vorplatzes durch die Verbandsgemeinde beschäftigen die Gremien seit 2006. Bereits mit den ersten Planungen wurden Zuschussanträge gestellt. Zwischenzeitlich hatte es die Entscheidung der Bahn gegeben, den Bahnhaltepunkt Steinalben zum Bahnhof auszubauen, ein zweites Gleis zu verlegen, das Begegnungsverkehr ermöglicht. Das verkürzt die Fahrzeit zwischen Kaiserslautern und Pirmasens-Nord um einige Minuten. Derzeit muss der im Bahnhof Waldfischbach zuerst einfahrende Zug auf den zweiten Zug aus der anderen Richtung warten. Mit Blick auf die Anschlusszüge, gerade im überregionalen Verkehr in Kaiserslautern, gehen wichtige Minuten für die Fahrgäste verloren. Im Dezember habe die Deutsche Bahn die Vorplanung für den Umbau zum Bahnhof vorgestellt, informierte Weber den Rat. Um die Fahrzeit zwischen den Zügen aus den beiden Richtungen Pirmasens und Kaiserslautern zu optimieren, sind das zweite Gleis und eine neue Signaltechnik geplant. Das bisher vorhandene Gleis wird geringfügig in Richtung Osten von der Bebauung weggerückt. Daneben wird das zweite Gleis verlegt. Um die Standsicherheit zu gewährleisten, soll östlich der Gleise eine Stützmauer die Böschung stabilisieren. Zwischen den beiden Gleisen wird ein Mittelbahnsteig gebaut. Ob der vorhandene Bahnsteig ganz abgerissen oder für Wartungsarbeiten der Bahn teilweise erhalten wird, ist noch offen. In jedem Fall kann der bisherige Bahnsteig nicht mehr von Fahrgästen genutzt werden und bleibt – wenn er erhalten wird – für diese gesperrt. Auch der vorhandene Treppenaufgang kann nicht mehr genutzt werden. Das Oberflächenwasser des Bahnsteigs wird in einen von der Verbandsgemeinde neu zu bauenden Regenwasserkanal eingeleitet. Für die übrigen Anlagen (zum Beispiel Gleise) baut die DB eine eigene Tiefenentwässerung. An das vorhandene Wohngebäude wird ein Modulgebäude angeschlossen, in dem unter anderem Sanitäranlagen für Bahnbedienstete eingerichtet werden. Diese veränderten Planungen von Seiten der Bahn hätten keinen Einfluss auf die Pläne zur Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes durch die Verbandsgemeinde, erläuterte Weber. Allerdings sei es zwingend erforderlich, die beiden Baumaßnahmen zu koordinieren. Es mache keinen Sinn den Bahnhofsvorplatz zu sanieren, wenn anschließend die Bahn mit schwerem Gerät komme, um zu bauen. Die zeitliche Planung der Bahn sieht vor, dass zwischen März und Dezember 2023 geschieht. Damit der neue Bahnsteig entwässert werden kann, wird die Verbandsgemeinde 2022 bereits das vorgesehene Rückhaltebecken zwischen Bahnhof und Moosalbe bauen. Bereits Ende November 2021 werden Rodungsarbeiten beginnen. Nach Abschluss der Bauarbeiten durch die Bahn – voraussichtlich 2024 – wird der Vorplatz inklusive Wendehammer und Parkplatz gebaut. Der Zustand der Bahnhofstraße in Steinalben wird vor dem Baubeginn genau erfasst, da davon ausgegangen wird, dass diese durch die Bautätigkeiten stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Sie soll im Anschluss saniert werden An diesen Kosten sollen sich die Verursacher der Schäden, unter anderem die Bahn, beteiligen. Es sei unvermeidlich, dass diese Baumaßnahmen für die Anlieger Einschränkungen und Belästigungen wie Lärm oder Erschütterungen bringt. Von Seiten der Bahn werde ein externes Gutachten angefertigt, was Bauablauf und erwartete Beeinträchtigungen anbelangt. Im Juni 2019 soll ein weiteres Gespräch mit der Bahn stattfinden. Dann wird auch der neu zu wählende Bürgermeister von Steinalben mit am Tisch sitzen. Nach diesem Gespräch ist eine Anlieger- wahrscheinlich sogar eine Einwohnerversammlung zu diesem Thema in Steinalben geplant. Voraussichtlich im Sommer diesen Jahres. Informiert wird über die Planung und Schutzmaßnahmen während der Bauarbeiten. Zuschussanträge für das Gesamtprojekt seien schon mit den ersten Planungen gestellt worden, erinnerten Weber und der Leiter der Bauabteilung, Andreas Busch. Da sich das Projekt zwischenzeitlich geändert habe, müsse ein entsprechender Änderungsantrag gestellt werden. Der werde erst gestellt, bevor die Baumaßnahme wirklich starte, erläuterte Busch. Man will vermeiden, falls es zu Verzögerungen kommt, Jahr für Jahr eine Verlängerung der Zuschussfrist beantragen zu müssen.