Herschberg RHEINPFALZ Plus Artikel Diamanthochzeit: Das erste gemeinsame Lied noch immer im Ohr

Marianne und Gregor Westrich
Marianne und Gregor Westrich

Beim Frühlingsball im Herschberger Gasthaus Zur Sonne sind sie sich zum ersten Mal begegnet – an diesem Mittwoch feiern Marianne (79) und Gregor Westrich (81) ihre Diamanthochzeit. „Das Lied ,Wenn der Frühling kommt’ habe ich nach 60 Jahren noch im Ohr, denn zu dieser Melodie haben wir zum ersten Mal miteinander getanzt“, erzählt Marianne Westrich.

Eine Arbeitskollegin aus Herschberg hatte die Pirmasenserin damals eingeladen, und der fesche Tänzer hat an diesem Abend ihr Herz erobert. Das Ja-Wort gaben sich Gregor und Marianne Westrich am 5. Mai 1961 auf dem Pirmasenser Standesamt, am nächsten Tag wurden sie in der Pirminiuskirche kirchlich getraut. Sieben Jahre haben sie in Pirmasens gewohnt. Aber Gregor Westrich zog es in seine Heimatgemeinde Herschberg, weil ihm „die Natur und die freie Landschaft in der Stadt doch sehr gefehlt haben“. 1967 wurde in der Sickingerhöhgemeinde – mit Unterstützung seiner Brüder – ein Wohnhaus errichtet.

Die Wiege von Marianne Westrich stand im schlesischen Breslau, das bis Kriegsende überwiegend deutschsprachige Einwohner hatte. Nach ihrer Flucht wurde die Familie in Pirmasens ansässig, wo die Jubilarin beim früheren Textilhaus Forster zur Kauffrau im Einzelhandel ausgebildet wurde. Gregor Westrich hat seinen Beruf als Schmied und Schlosser in Herschberg erlernt. Seine 35-jährige Tätigkeit bei der Pirmasenser Maschinenfabrik Schön hat ihn teilweise zu Einsätzen in Russland und Ungarn geführt.

Singen, wandern, Schafe hüten

Die Jubilare sind gern zusammen gewandert, meist mit der Herschberger Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins. „Wir haben ganz tolle Wanderfahrten erlebt, und ein besonders beliebtes Ziel waren die Dolomiten“, erzählt Marianne Westrich. Ihre Herzensangelegenheit ist jedoch der Chorgesang, und sie vermisst während der Corona-Krise schmerzlich die Singstunden, von denen sie in manchen Jahren keine einzige versäumt hat. Beim Herschberger Frauenchor gehörte sie 1986 zu den Gründungsmitgliedern und hat 23 Jahre lang die Finanzen des Vereins verwaltet.

Gregor Westrich ist naturverbunden und kennt alle schönen Plätze in Feld und Flur auf Herschberger Gemarkung. Seine größte Freude sind die Schafe, die er als kleine Herde seit rund 30 Jahren hält. Nur schweren Herzens trennt er sich ab und zu von einigen Tieren, damit ihre Anzahl konstant bleibt. Zur Zeit sind es rund 20 Lämmer und Muttertiere, nach denen der Hobby-Schäfer fast täglich schaut. Zum Ehejubiläum gratulieren Sohn, Schwiegertochter und zwei Enkel.

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