Kreis Südwestpfalz Der Sommer soll nass werden

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Im Sommer 2015 soll der Wasserspielplatz am Contwiger Freibad eröffnen. Der Verbandsgemeinderat stimmte gestern Abend mit den Stimmen von SPD und CDU zu, ihn zu bauen. Der neue Plan sieht mehr Flächen vor, auf denen die Kinder auch tatsächlich mit Wasser spielen können (wir berichteten gestern). Neu ist eine Felsenlandschaft mit Pumpen und Stauanlagen.

Der Leuchtturm und das Piratenschiff aus dem Entwurf vom vergangenen Jahr fallen weg. Sie hatten nur vom Thema her mit Wasser zu tun. Nun können die Kinder mehr mit dem Element Wasser an sich spielen, erklärte Planer Stefan Laport aus Battweiler. Neues Herzstück ist eine etwas aus dem Boden herausgehobene Felslandschaft mit einem kurzen, hufeisenförmigen Bach, in dem das Wasser zehn bis 15 Zentimeter hoch stehen kann. Mit einer Pumpe wird es eingeleitet, dann fließt es durch verschiedene Kanäle und Rinnen und kann mit Schiebern aus Edelstahl gestaut und umgelenkt werden. Am Ende versickert es oder fließt in einen Überlauf. Geblieben sind der Matschplatz und der Wasserwald, in dem man mit einer Pumpe aus hohen Säulen Wasser spritzt. Klar ist, dass dieses Wasser Trinkwasser sein muss, weil es von oben auf die Leute tropft. Für den Rest könne man möglicherweise Wasser aus dem Schwimmbad benutzen. Geblieben ist auch das Konzept, die Spielinseln wie Muscheln an einem Strand anzuordnen. Und auch der Preis soll gleichbleiben: 332 000 Euro, von denen die Verbandsgemeinde 100 000 Euro trägt. Beginnen soll der Bau im Frühjahr. 50 000 Besucher sollen im Jahr kommen, geschätzt wird mit Wasserkosten von 5000 bis 7500 Euro im Jahr. Dieses Geld und das Geld für die Pflege des Spielplatzes soll über den Eintritt zusammenkommen. Denn der Spielplatz wird nicht nur übers Schwimmbad erreichbar sein, sondern auch von außen. Er wird wohl neun Monate im Jahr geöffnet sein, sagte Laport auf die Frage von Rita Graushaar (Grüne). Sie und Bernd Kipp (UWG) enthielten sich beim Grundsatzbeschluss für den Spielplatz, Thomas Hohn und Reiner Hohn von der FDP waren dagegen. Thomas Hohn fand es „im Moment ein Unding, so einen Wasserpark zubauen“. Das Freibad mache eine Viertelmillion Euro Minus im Jahr, „und wir werfen dem Geld noch gutes Geld hinterher“. Die Gemeinden müssten ihre Arbeiter entlassen, die Bürgermeister könnten keine Geschenke für die Jubilare mehr kaufen, und die Feuerwehr müsse Benefizkonzerte und Flohmärkte veranstalten, um ein vernünftiges Martinshorn kaufen zu können. Da sei ein solcher Wasserspielplatz „unmoralisch denen gegenüber, die ehrenamtlich das Feuerwehrhaus streichen und ehrenamtlich die Grünflächen pflegen“. CDU-Sprecher Klaus Martin Weber sah das völlig anders: Ein solcher Spielplatz sei eine einmalige Chance und ein Alleinstellungsmerkmal für das Freibad. Contwigs Bürgermeister Karlheinz Bärmann (CDU) sagte voraus, dass die Besucherzahlen im Freibad wegen des Spielplatzes steigen werden. Er forderte, die Arbeiten schnell auszuschreiben, um möglichst bald zu beginnen und die Beeinträchtigungen fürs Freizeitgebiet möglichst gering zu halten. Wolfgang Rapp (SPD) fand, wer sich im Tourismus engagieren will, müsse in Vorleistung treten. Er sah den Spielplatz auch als Möglichkeit, Besucher des Outlet-Centers nach Contwig und dann vielleicht auch nach Zweibrücken zu locken. Dagmar Schindler (SPD) fand, „ein bisschen mit der Zeit gehen müssen wir schon“. Und SPD-Sprecher Norbert Kiefer erinnerte daran, dass der Spielplatz schon Teil des 2010 beschlossenen Tourismuskonzeptes ist und es schön wäre, jetzt zu Potte zu kommen. Ähnlich und auch wieder in Richtung FDP drückte er es später beim Punkt Feuerwehrautos und Feuerwehrfahrzeugkonzept aus: „Wir sind nicht in der Lage, alle Furzlang irgendwelche Konzepte wieder in Frage zu stellen.“ (bfl)

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