Contwig
Der Solarpark ist noch nicht da und schon ist eine Erweiterung im Gespräch
Dass beim Offweilerhof − er liegt auf Contwiger Gemarkung, jedoch südlich der Autobahn − ein Solarpark gebaut werden soll, ist seit längerer Zeit Thema in Contwig. Im Februar 2022 stimmte der Rat einer ersten Anlage zu. Auf 14 Hektar sollen dort Sonnenstrom-Paneele errichtet werden. Initiatoren sind die Eigentümer der Fläche, Projektierer ist die Aachener Firma Trianel.
Strom für 10.000 Einfamilienhäuser
Obwohl vom ersten Solarpark noch nichts zu sehen ist, gibt es schon jetzt den Antrag, die Fläche zu vergrößern. Erneut sind es laut Contwigs Ortsbürgermeisterin die Flächeneigentümer, die den Stein dafür ins Rollen bringen, erneut ist Trianel der Projektierer. Etwas ist jedoch anders: die Dimension des zweiten Solarparks. Statt 14 Hektar sind dieses Mal 25 Hektar Fläche geplant. Zusammen käme der Solarpark somit auf knapp 39 Hektar. Bei einer durchschnittlichen Anlage kämen somit pro Jahr 39 Millionen erzeugte Kilowattstunden Strom zusammen. Das würde reichen, um knapp 10.000 Einfamilienhäuser ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.
Strom-Kohle fürs Gemeindekässchen
Der Gemeinderat zeigte dem Vorhaben seine breite Zustimmung. Zu sehen ist die Anlage vom Dorf aus nicht − sie liegt immerhin auf der anderen Seite der Autobahn. Das Areal sei zudem als „landwirtschaftlich benachteiligte Fläche“ einzuordnen. Finanziell könnte es fürs Gemeindekässchen interessant werden. Als Trianel vor zwei Jahren die Pläne für den ersten Solarpark-Abschnitt vorstellte, wurde dem Rat versprochen, dass 70 Prozent der Gewerbesteuer an die Gemeinde gehen, auf deren Gemarkung die Anlage steht − also an Contwig. Die restlichen 30 Prozent bekommt das Finanzamt der Stadt, in der die Betreiberfirma ihren Hauptsitz hat − also Aachen. Zudem wurde damals eine Beteiligung Contwigs am erzeugten Strom versprochen: 0,2 Cent pro Kilowattstunde. Was zunächst wenig klingt, ist beim Blick auf die womöglich 39 Millionen Kilowattstunden eine ganze Menge: 78.000 Euro.
Batteriepark-Pläne noch nicht ad acta
Apropos Strom: Der Plan, vis-a-vis der Amazon-Halle einen Batteriepark zu bauen, ist laut Brinette noch nicht zu den Akten gelegt − wenngleich es in vergangener Zeit etwas ruhig darum geworden ist. Blick zurück in den Dezember 2023: Marcus Walter stellte seinerzeit die Idee vor, zusammen mit einem Investor aus Bozen 24 Schiffscontainer mit Lithium-Ionen-Batterien aufzustellen. Die sollen Strom speichern, wenn dieser an der Leipziger Strombörse billig ist. Wird die Energie dann im Netz gebraucht, soll sie mit Gewinn weiterverkauft werden. Damit Walter genau weiß, wann der Strom wo gebraucht wird, hat er eigens ein Computerprogramm entwickelt. Die Software soll ihm sogar Vorhersagen für den jeweils nächsten Tag liefern. „Die Geschichte läuft noch“, sagt Brinette auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Vor einigen Monaten habe Walter erneut Kontakt zur Kreisverwaltung gehabt. Diese habe zusätzliche Unterlagen nachgeordert.
Im Gemeinderat äußerte die SPD damals Bedenken an Walters Batteriepark. Ratsmitglied und Feuerwehrmann Holger Hell hegte arge Zweifel am Brandschutzkonzept. Walter verwies auf ein Selbstlösch-System. An dessen Funktion glaubte Hell jedoch nicht. Ex-Ratsmitglied David Betz sprach sich vor einem Jahr gegen das Projekt aus. Am Rand der Sitzung sagte er zur RHEINPFALZ, dass er von Walters „Strom-Spekulationsgeschäft“ nichts halte.