Kreis Südwestpfalz Der richtige Zeitpunkt zum Sträucher und Bäume Schneiden

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Die warmen Februartage haben Mensch und Natur in Hochstimmung versetzt. Jetzt ist daher der richtige Zeitpunkt, um Sträucher und Bäume zu schneiden.

Die unverhofft warmen Frühlingstage der vergangenen Woche haben bei den Menschen und der Natur für Hochstimmung gesorgt. Schmetterlinge, Hummeln und Bienen sind eigentlich schon zu früh aufgewacht. Die Bauern bestellen ihre Felder und säen Braugerste. Die Feldflur der Sickinger Höhe und des Zweibrücker Landes leuchtet lehmig hell oder sandig rot. Die Vögel zwitschern und bauen ihre Nester. Es fehlen jedoch mindestens 30 Liter Regen im Februar.

Im T-Shirt erledigten die Hausbesitzer bereits Gartenarbeit. Um die Mittagszeit erreichten die Temperaturen auf der Sonnenseite schon 20 Grad. Das warme Wetter war für manchen schon das Startsignal für eine Grillparty im Garten. Selbst in Winterbach im Tal, wo es kälter ist, standen schon Stühle und Tische im Hof, um mit Nachbarn die wärmende Mittagssonne zu genießen.

Viele Unfälle bei Baumpflege und Obsternte

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Sträucher und Bäume zu schneiden. „Den Rosenschnitt sollte man nicht mehr aufschieben, denn überall sieht man schon die neuen Austriebe, sodass altes Holz und überflüssige Austriebe entfernt werden sollten“, sagt der Rosenfreund Albert Westrich aus Schmitshausen. Bei seinen Obstbäumen schneidet er nur noch dort, wo er keine lange Leiter mehr benötigt, denn die Sicherheit geht vor, da zu großer Ehrgeiz und Übermut eigentlich nicht belohnt werden, so Westrich. Noch immer gebe es zu viele Unfälle bei der Baumpflege und beim Pflücken des Obstes aus Leichtsinn und Unachtsamkeit. Auf der Schmitshauser Höhe hat Landwirt Hubert Wilhelm Dünger gestreut, um sein Feld für die Einsaat von Braugerste vorzubereiten. Die Bodenbeschaffenheit sei ideal, um das Getreide fürs Bierbrauen in die noch leicht feuchte Ackerkrume zu legen. „Im vergangenen Jahr habe ich den ersten Dünger am 25. März gesät“, erinnert sich Wilhelm. In diesem Jahr könne er über das Sommergetreide und die Wiesen fahren, um zu düngen, ohne dass es Fahrspuren gibt. Dies sei einfach unglaublich, findet Wilhelm, der von diesem Vorfrühling angetan ist, obwohl es nicht normal sei. Mit der Entwicklung des Wintergetreides und dem Raps ist er zurzeit zufrieden. Die Sonne strahlte über der Sickinger Höhe, sodass sich der Bauer mit der Sonnenbrille schützen musste.

Bauern sorgen sich um Spätfröste

Beim Pfarrhöfchen, auf der Sonnenseite der Sickinger Höhe, hat Rudi Becker aus Reifenberg ebenfalls Braugerste gesät. „Die Feldbearbeitung war ein Gedicht“, schwärmt der Landwirt. Für die Braugerste sei es gut, wenn sie zeitig im Boden ist. Ob es wirklich schon der richtige Zeitpunkt ist, wird sich später herausstellen. „Auf was soll man aber noch warten, wenn alles so schön abgetrocknet ist?“, meint Becker. Auch er sieht beim Entwicklungsstand des Sommergetreides und beim Raps keinen Grund zur Klage. Nach dem langen trockenen Sommer sei im Herbst noch der notwendige Regen gekommen. Auch dass der Schnee ins Erdreich zog, war wichtig. Trotzdem sei der Monat Februar als typischer Wintermonat zu trocken, und die Frühjahrsluft trockne die Felder noch weiter aus. Auf der Gemarkung Battweiler hat Steffen Sewohl sein Getreide auf dem kalkigen Höhenboden am Sonnenhang gesät. Die Wiesen haben die Bauern schon gelüftet und gedüngt. Die Gülle wurde ausgebracht und noch einige Felder umgepflügt, da das Wetter zum Befahren der Feldflur ideal war. Trotz aller Vorfreude fürchten die Bauern, die häufig im April und Mai eintreffenden Spätfröste, die großen Schaden anrichten können, wenn die Entwicklung in den Feldern schon weit fortgeschritten ist. Deshalb seien die leichten Nachtfröste und der Reif am Morgen nicht so schlecht, da sie die zu schnelle Entwicklung der Natur noch bremsen.

Mögliche Gefahr für Vögel

Im Frühlingsrausch sind auch bereits Amseln, Stare, Buchfinke, Meisen, Sperlinge, Rotkehlchen und Zaunkönig. Sie zwitschern ihre Frühlingslieder, und die Spechte trommeln im Wald, als sei man schon in der Hochphase des Frühlings. Meisen, Amseln und Sperlinge bauen schon ihre Nester. Gefährlich sei es, wenn jetzt schon schnell die Eiablage erfolgt, meint Peter Spieler vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Zweibrücken. Wären nämlich Mitte März schon die Jungvögel geschlüpft, dann müsste auch das notwendige Futter an Kleininsekten vorhanden sein. Wird es jedoch noch einmal kälter, dann gebe es ein echtes Futterproblem für die Jungvögel. Zurück seien auch schon die Trupps der Rotmilane, die ihre Kreise über der Landschaft ziehen, denn das Flugwetter sei bei dieser Thermik günstig. Es sei schön zu beobachten, dass Hummeln, Schmetterlinge und Bienen, schon um die ersten Frühblüher summen, aber das Nahrungsangebot ist noch viel zu dünn. In der Feldflur blüht eigentlich noch gar nichts, was diesen Insekten nützt. Nur wo Menschen wohnen, gibt es einige Blumen und Sträucher, die die Insekten besuchen können, berichtet Hans Göppel vom Nabu. Die Hummeln würden so tief in die Blüten schlüpfen, damit sie alles aufsaugen und abstreifen können, was sie am Leben erhält, beobachtet Göppel. Der verführerische Frühlingsausbruch berge viele Gefahren für die empfindlichen Lebewesen. Die Bienen haben es einfacher, da die Imker sie noch in dieser frühen Jahreszeit füttern, damit sie ihre wichtigen Reinigungsflüge unternehmen können, wenn das Wetter passt. Für den Vogelkenner steht fest, dass der Frühling noch nicht durchstarten kann, was für die Natur insgesamt besser wäre. Das Frühjahr habe noch drei Wochen Zeit, um langsam in Gang zu kommen.

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