Bechhofen
Der neue Revierförster kann auch bei der Arbeit zur Ruhe kommen
Am Dienstagabend hat sich der gebürtige Zweibrücker daher schon mal dem Großbundenbacher Gemeinderat vorgestellt. „Schon als Kind war ich immer gerne im Wald. Ich habe dort gespielt, war sehr naturverbunden“, erzählt Thomas Martinek über seine Jugend. Als Revierförster gefällt dem Naturburschen, der heute im saarländischen Ottweiler wohnt, das selbstständige Arbeiten. Draußen, im Freien.
Thomas Martineks Jugenderinnerungen klingen ziemlich romantisch. In der Realität ist die Arbeit für einen Förster im Wald fordernd – und vor allem nicht so planbar wie ein gewöhnlicher 40-Stunden-Job. Bleibt ihm da noch die Zeit für die ungetrübte Freude von einst? „Unsere Arbeit ist mittlerweile sehr vom Umgang mit dem Computer geprägt“, sagt Martinek. „Trotzdem hat man, wenn man nicht in einer stressigen Zeit arbeitet, die Gelegenheit, sich ein wenig im Wald umzuschauen. In anderen Revieren kann man neue Ideen für den eigenen Wald rauspicken. Man muss sich halt die Zeit nehmen, dass man ein wenig zur Ruhe kommt“, spricht der Neue im Revier über die Anforderungen an seinen Beruf.
Er bringt viel Erfahrung mit
Die Liebe zur Natur schlägt sich auch in Martineks Hobbys nieder. Als Fliegenfischer im Bach stehend. Als Kletterer beim Bouldern. Oder beim Wandern – wie zuletzt in den Tagen, bevor er sich im Großbundenbacher Rat vorgestellt hat. Samt Freundin und Wachtelhund. Die Freundin ist einer der Gründe, weshalb es Martinek als Revierförster in den Bechhofer Wald zieht. Aber nicht der einzige.
Akribisch hat sich der Naturfreund auf seine Aufgabe vorbereitet. In Bitburg zum Forstwirt ausgebildet, hat Thomas Martinek von 2014 bis 2018 in Erfurt Forstwirtschaft studiert. Sein Anwärterjahr absolvierte er im Forstamt Saarburg. „Knapp drei Jahre war ich dann im Forstamt Trier unterwegs, wo ich als Regionalförster verschiedene Reviere unterstützt habe“, berichtet er über die Zeit nach dem Studium. Zuletzt unterstützte er da einen erkrankten Kollegen bei der Revierleitung. Der eigentliche Revierförster erledigte die Arbeit im Büro. Martinek vertrat ihn draußen. In diesem Revier wurde ihm sogar die Nachfolge angeboten. Aus familiären Gründen zog es ihn aber hierher. Martinek ist nämlich in Homburg-Bruchhof aufgewachsen. Also in unmittelbarer Nähe zum Bechhofer Wald.
Große Vielfalt an Baumarten
Sein Amt als kommissarischer Förster versieht er seit 1. Oktober. „Ich war aber mit Jürgen Leis schon seit Juli einmal pro Woche in meinem neuen Revier. Das ist aber nicht dasselbe, wie wenn ich darin alleine rumfahre. Ich entdecke immer wieder neue Sachen, seit ich ganz hier bin“, erzählt Martinek. „Bis man sich einem neuen Revier komplett orientieren kann, braucht es einfach mehr Zeit. Das Revier Bechhofen ist ja nicht so, wie man es vom Pfälzerwald kennt oder wie man sich davon erzählt. Man verbindet den Pfälzerwald ja immer mit Kiefern und einer oder zwei Baumarten. Das ist hier nicht der Fall. Aufgrund der nährstoffreichen Standorte ist die Baumarten-Vielfalt sehr groß.“ Martinek ist „aufgefallen, dass es hier auf einer Fläche zum Teil über zehn Baumarten gibt. Was einen Revierförster freut und herausfordert.“