Kreis Südwestpfalz Dem Roten Kreuz verschrieben
«HERSCHBERG.» Nicht eine zweite Familie, sondern oftmals die allererste ist für Ruth Wagner aus Herschberg das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Ein Hauptanliegen für die 65-jährige sind dabei die Blutspendentermine, weil sie mehr als überzeugt ist von der Notwendigkeit, dass für verletzte und kranke Mitmenschen immer genügend Blutkonserven zur Verfügung stehen sollten.
Dabei ist sie stets mit gutem Beispiel vorangegangen und hat selbst über 90 Mal den oftmals lebensrettenden Saft gespendet. Mittlerweile gibt es alljährlich vier bis fünf solcher Termine in der Herschberger Bürgerhalle, die ein relativ großes Einzugsgebiet haben. Begonnen hat es schon 1963 mit einer ersten Aktion in der Volksschule der Sickingerhöhgemeinde. Über 150 Mal hat der DRK-Ortsverein Wallhalben/Herschberg seither diesen wichtigen Termin zusammen mit dem DRK-Blutspendendienst durchgeführt und seit 45 Jahren ist Ruth Wagner an vorderster Front mit dabei. Als Bereitschaftsleiterin sorgt sie für die Veröffentlichung der Termine, organisiert die Helfer und hilft selbst mit, dass am Ende allen Spendern zur Stärkung ein Imbiss gereicht wird. Ihr Mann Heinz, gelernter Metzger und ebenfalls begeisterter DRKler, unterstützt sie dabei. Die beiden sind seit 1973 verheiratet und haben die Bereitschaft zum Helfen auch an ihre Tochter vererbt, die als ausgebildete Rettungsassistentin ihren Dienst versieht. Ihre Jugend hat Ruth Wagner zusammen mit einer Schwester im damaligen Thalfröschen verbracht und dort auch die Schule besucht. Eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau schloss sie dann in einem Pirmasenser Kaufhaus ab. Nachdem ihr aber eher eine „zupackende“ Tätigkeit vorschwebte, heuerte sie 1969 bei der US-Berufsfeuerwehr an, wo sie bis zur Auflösung der Dienststelle auch mit Brandschutzplänen und Anlagen sowie der Inspektion von Wohnungen beschäftigt war und dadurch viel Kontakt mit amerikanischen Familien bekam. Eine weitere Ausbildung war notwendig, um dann ab 1993 im Justiz-Vollzugsdienst angestellt zu werden. Bis zur Pensionierung war die JVA in Zweibrücken ihr letzter Arbeitsplatz. Für ihre Kollegen war sie in dieser Zeit auch eine kompetente Ausbilderin in Sachen Brandschutz und Erster Hilfe. Jetzt im „Unruhestand“ kann sie sich ganz ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für das Rote Kreuz widmen, und das tut sie mit dem gleichen Elan wie in den Anfangsjahren, als sie 1970 erstmals „reingeschnuppert“ hat. Ihr Mann Heinz war damals schon im Ortsverein Waldfischbach aktiv, und zusammen haben sie dann mitgeholfen, das DRK auch in Wallhalben und Herschberg zu etablieren. Was Ruth Wagner nicht gefällt, ist die leicht rückläufige Spendenbereitschaft in der Bevölkerung. Sie wird nicht müde darauf hinzuweisen, dass der Bedarf an Blutkonserven dagegen ständig steigt, auch weil die Menschen immer älter werden.