Kreis Südwestpfalz Dann eben alleine

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Die Ortsgemeinde Rieschweiler-Mühlbach will das Projekt Supermarkt im Ort selbst in die Hand nehmen. Eine angestrebte Kooperation mit der Nachbargemeinde Thaleischweiler-Fröschen ist am Votum des dortigen Gemeinderates gescheitert. Heino Schuck, Bürgermeister von Rieschweiler-Mühlbach, bedauert das. Er glaubt aber, dass die Versorgung der Bevölkerung langfristig nur durch einen Markt mit Vollsortiment zu sichern ist. Den will die Gemeinde nun eine Nummer kleiner bauen als ursprünglich geplant.

„Der Gemeinderat Thaleischweiler-Fröschen hat beschlossen, dem Bau eines Supermarktes in der Größenordnung von 1200 Quadratmetern plus in Rieschweiler-Mühlbach nicht zuzustimmen“, berichtet Thomas Peifer, Verbands- und Ortsbürgermeister von Thaleischweiler-Fröschen, auf RHEINPFALZ-Anfrage. Die Entscheidung sei im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung im März einstimmig gefallen. Die Ratsmitglieder hätten vor allem Bedenken geäußert, dass ein solcher Markt die Existenz des Cap-Marktes in Thaleischweiler-Fröschen – ein Supermarkt mit Vollsortiment − gefährde. In Thaleischweiler-Fröschen gibt es zudem noch zwei Discounter, einen Penny- und einen Netto-Markt. Discounter haben in der Regel weniger unterschiedliche Artikel im Angebot als Einkaufsmärkte, die als Vollsortimenter zählen (siehe Artikel „Info“). Wie zuletzt am 9. Januar berichtet, plante die Gemeinde Rieschweiler-Mühlbach, das Vorhaben gemeinsam mit Thaleischweiler-Fröschen umsetzen − in der Hoffnung, dann für einen Investor, der einen größeren Markt bauen sollte, attraktiv zu sein. Das lehnte Thaleischweiler-Fröschen nun ab. „Die Entscheidung müssen wir akzeptieren“, sagt Heino Schuck und bedauert, dass keine Kooperation der beiden größten Gemeinden in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben zustande gekommen ist: „Ich habe das als große Chance gesehen, etwas zu gestalten.“ Im Raum stand, in Rieschweiler einen Supermarkt in einer Größenordnung von rund 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche zu bauen. Zum Vergleich: Die Wasgau-Märkte in Contwig und Hornbach haben jeweils etwa 800 Quadratmeter. Ein Markt in der Größenordnung hätte aus Sicht Schucks dazu beigetragen, Kaufkraft in der Verbandsgemeinde zu halten. Nun will die Gemeinde Rieschweiler-Mühlbach das Vorhaben selbst in die Hand nehmen. Im Gemeinderat herrsche über die Fraktionsgrenzen von SPD, CDU und FWG hinweg Konsens. „Wir müssen schauen, dass wir die Versorgung der Bevölkerung langfristig sichern können“, unterstreicht Schuck. Verbandsbürgermeister Peifer bekräftigt, dass sich die Versorgung der Bevölkerung in der Verbandsgemeinde auf lange Sicht „in den größeren Gemeinden“ abspielen werde. Zusätzlich behalte Wallhalben, wo es den Wallalb-Markt gibt, wohl seine Mittelpunkt-Funktion. Einen Teil der Versorgung der kleineren Ortschaften könnten Verkaufsautos leisten. Ein größeres Konzept zur Versorgung der Verbandsgemeinde gebe es nicht, sagt Thomas Peifer. „Wir sind im Moment in der komfortablen Position, dass es mehrere Investoren gibt, die an einem Markt bei uns Interesse haben“, berichtet Schuck. Namen will er nicht nennen, er verweist auf laufende Verhandlungen. Allerdings favorisiere die Gemeinde einen Markt mit Vollsortiment, mit rund 8000 bis 10 000 Artikeln. Ein Discounter biete nur etwa die Hälfte an Produkten. „Man muss wissen, von was man redet, wenn es um einen Supermarkt geht“, sagt Schuck. „Wir sind kein Investor, wir sind nur Moderator“, unterstreicht der Bürgermeister. Die Gemeinde könne den Rahmen stecken, beispielsweise Bebauungspläne aufstellen und genehmigen lassen. Das soll nun in den kommenden Wochen und Monaten geschehen. „Wir wollen das Projekt schnellstmöglich realisieren“, sagt Schuck. Den möglichen Standort eines neuen Marktes im Ortsteil Rieschweiler möchte Schuck nicht verraten. Er sagt nur: „Wer mit offenen Augen durch den Ort geht und wer sich mit Fahrzeugströmen und Flächen auseinandersetzt, der weiß schon, wo der Platz sein wird.“ Als wahrscheinlicher Standort gilt der Ortsausgang Richtung Dellfeld.

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