Käshofen Currywurstbude und Sensemann in der Kerwerede

Die sechs Straußbuben und fünf Straußmädchen mussten den schweren, großen Strauß in die hohe Wandhalterung wuchten.
Die sechs Straußbuben und fünf Straußmädchen mussten den schweren, großen Strauß in die hohe Wandhalterung wuchten.

Vor rund 100 Zuhörern lasen am Sonntagnachmittag Maren Kopp und Anna Hüther am Dorfgemeinschaftshaus in Käshofen die Kerwerede und so manchem Käshofer zudem die Leviten.

Der Besitzer eines Parkplatzes am Mehrgenerationenplatz bekam sein Fett weg, weil der Platz laut der beiden Vorleserinnen „eenfach gesaht, e Haufe Dreck“ ist, wogegen auch keine häufigen Zementorgien helfen würden. Helfen konnten dagegen einige Käshofer bei der Abwasservermeidung. Denn laut den Straußbuben ist so manches Bier im Dorfgemeinschaftshaus abgelaufen, was den Ortsbürgermeister dazu brachte, es auszukippen. „(…) an so nem abgeloffene Bier is jo nix dran“, vun de Heizungsprobleme han ma jo schun verzählt, aber noch net, wie de Walter sich quält, de Schumi un de Walter dun denne Obed abschließe, in dem sie abgeloffnes Wezebier genieße“, lasen die beiden jungen Frauen vor. Was dem Publikum gefiel. Denn wie der Abend ausging, dürfte jedem bekannt sein, der die handelnden Personen kennt.

Ein Fahrradsturz aufgrund abhandengekommenen Gleichgewichts und dennoch wirkender Schwerkraft endete schließlich noch glimpflich mit nur leichten Verletzungen. Der Altennachmittag im Dorfgemeinschaftshaus war ebenso Thema der Käshofer Kerwerede wie das Dorffest unter Corona-Auflagen, bei dem es zum ersten Mal seit Menschengedenken keine Bar gab. Auch die Currywurstbude, die seit diesem Jahr einmal in der Woche an der Höhenstraße steht, schaffte es in die Rede. Denn die vielen Anhalter, die am Straßenrand parken, um eine Wurst zu bestellen, verstopfen laut den Straußbuben die Straße, sodass Lastwagen und Traktoren kaum vorbeikommen. Ein Sensemann aus Holz, der die Gemüter erregte, die im Ahrtal helfende Käshofer Feuerwehr und noch so manch andere Geschichte erzählten Maren Kopp und Anna Hüther den Zuhörern aus dem Fenster des Dorfgemeinschaftshauses hinaus. Davor stand für die sechs Straußbuben und fünf Straußmädchen harte körperliche Arbeit. Denn sie mussten den schweren, großen Strauß in die hohe Wandhalterung wuchten, was nicht einfach war.

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