Kreis Südwestpfalz Brünnchen neben dem Tore

Die Zeiten, in denen es um den Brunnen herum matschig war, sind vorbei.
Die Zeiten, in denen es um den Brunnen herum matschig war, sind vorbei.

Die Pflasterarbeiten am neuen Dorfbrunnen in der Blumenstraße in Battweiler hat die Baufirma Küntzler aus Waldfischbach-Burgalben abgeschlossen. Für rund 1000 Euro hat der Steinmetzbetrieb Fritz Paulini aus Saalstadt den Brunnentrog aus Buntsandstein gestaltet. Es fehlt jedoch das so wichtige Wasser aus der Brunnenkammer im Wiesengrundstück von Heinz Laborenz.

Die dauerhafte Trockenheit des Jahres 2018 hatte dazu geführt, dass die Quelle nicht mehr ausreichend sprudelt, berichtet Ortsbürgermeister Werner Veith. Dies hätte niemand für möglich gehalten, aber es gebe nicht nur Wassernot an den großen Flüssen Mosel und Rhein. Auch der Ohmbach im Battweiler Tal sei fast ausgetrocknet, meinte Veith einige Tage vor dem Regen zu Wochenbeginn. Edgar Hoffmann, der schon seit seiner Kindheit unmittelbar beim Dorfbrunnen in der Hohl beim Rufe Karl wohnt, kann sich nicht erinnern, dass der Brunnen jemals ohne Wasser war. Das ehemalige große Brunnenbecken, was einst etwas tiefer neben der Straße lag, hatte immer genügend Wasser für die Dorfbewohner in der Umgebung und ihr Vieh. Nur in heißen Sommern sei es vorgekommen, dass das Wasser etwas schwächer lief. Der Brunnen sei in seiner Jugendzeit ein lebendiger Dorftreffpunkt gewesen, erzählt der heute 82-jährige Hoffmann. Er sei vor allem vom Frühjahr bis in den Herbst ein beliebter Spielplatz und Ort für allerlei Unsinn der Kinder gewesen. Im Hochsommer sei der alte Brunnentrog von etwa drei Meter Länge und einem Meter Breite das Freibad damaliger Zeit gewesen. Auch die 88-jährige Liesel Zipp hat noch wache Jugenderinnerungen an den Brunnen in der alten Hohl, wo sie aufgewachsen ist und wohin die Verbindung auch nach einem Umzug innerhalb des Dorfes nie abgerissen ist. Aus einem gebogenen Rohr sei das Wasser in ursprünglich zwei Tröge gelaufen. Danach in die offene Rinne und den Berg hinunter in die Dohl, bis das Wasser am alten Weg zum heutigen Sportplatz wieder herausgekommen sei. Auch Hoffmann erinnert sich, dass irgendwann aus zwei Trögen ein größeres Brunnenbecken wurde. Die heutige Blumenstraße sei für die Dorfbewohner, die den Krieg und die Nachkriegszeit erlebt hatten, immer die Hohl gewesen. Dazu habe der Straßenzustand gepasst. Es gab keine richtig befestigte Fahrbahn. Nach starken Regentagen hätte man eigentlich Gummistiefel gebraucht, die es damals aber nicht gab. Trotzdem sei es am Brunnen schön gewesen, wo man Schiffchen aus Gurken schwimmen ließ, erzählt Liesel Zipp. Der Brunnen und seine Umgebung war der beliebteste Spielplatz für die Kinder, obwohl man selten trocken nach Hause kam. Auch ehemalige Schulkinder aus dem Unterdorf, die wie alle Dorfkinder ab 1954 die Schule in der Dorfmitte besuchten, kennen den alten Brunnen als Anziehungspunkt. Spaß und Unsinn seien sich dort immer begegnet, sodass es zuhause oft Ärger gab, wenn jemand in den Brunnen gefallen war oder über das übliche Maß nass gespritzt wurde. Außerdem gab es um den Brunnen genügend Matsch, der immer verriet, wo man sich wieder aufgehalten hatte. Im Gegensatz zum alten Brunnen ist die Nachbildung eher bescheiden. Dass es eher ein Brünnchen wurde, liegt am Mangel an Platz und am veränderten Wasserzufluss.

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