Kreis Südwestpfalz Bis zur Abifeier soll alles fertig sein

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CONTWIG

/PIRMASENS. Wenn es losgeht, wird zweieinhalb Jahre gebaut: 18 Monate soll es dauern, bis der Neubau fertig ist, 30 Monate alles zusammen. Denn die IGS bekommt nicht nur mehr Platz, sondern sie wird auch neu aufgeteilt, bekommt einen neuen Sportplatz, und die Busse bekommen eine neue Wendeschleife. In den dreistöckigen Neubau südlich des Schulgebäudes kommen 24 Klassensäle für die Klassen 5 bis 10 – vier für jede Klassenstufe. Die Pläne sehen vor, dass jede Klassenstufe ihren Bereich bekommt, also beispielsweise die Säle der 5a und 5 b nebeneinander und gegenüber der 5c und 5d liegen. Dazu kommen Arbeitsräume und Räume für die Lehrer. Damit kein langer Kasernenflur entsteht, wie es Tobias Liginger von der Bauabteilung des Kreises ausdrückt, werden die Eingänge zu diesen Räumen etwas zurückgesetzt. So entsteht vor jedem Klassenblock auch eine Art Treffpunkt für jede Klassenstufe. Die Klassenzimmer kommen in die oberen beiden Stockwerke. Im unteren Stock sind Mensa, Bibliothek, Musiksäle und Mehrzweckräume sowie die Technikräume vorgesehen. Während die Unter- und Mittelstufe in dem Neubau mit Flachdach Platz finden, wird die Oberstufe im bestehenden Gebäude unterrichtet, und zwar im 2002 erbauten Anbau im Nordwesten des Geländes. Der Altbau aus dem Jahr 1978 wird „ziemlich tiefgreifend saniert“, kündigte Tobias Liginger an. Zum einen wegen des Brandschutzes, aber auch weil der Platz neu aufgeteilt wird. Die Verwaltungsräume – etwa fürs Sekretariat – bleiben, wo sie derzeit sind, aber in diesem Teil des Gebäudes wird mehr Platz geschaffen. Dafür werden Klassensäle neu aufgeteilt, und zu kleineren Räumen umgebaut, etwa für den Schullaufbahnberater. Die Naturwissenschaftsräume werden umgebaut und erweitert. Sie kommen bei all den Arbeiten als erstes an die Reihe, denn sie werden Anfang 2018 für die Abiturprüfungen benötigt. Allerdings werden auch die jüngeren Schüler diese Räume nutzen, denn es wäre schon alleine von der Technik her nicht sinnvoll gewesen, die Fachräume aufzusplitten. Der Verwaltungsbereich wird als letztes umgebaut. Wann genau der Bau beginnt, steht noch nicht fest. Der Antrag auf eine Baugenehmigung ist eingereicht. Wenn die erteilt ist und die Zuschusszusage der Aufsichts- und Dienstleitungsdirektion (ADD) vorliegt, können die Arbeiten ausgeschrieben werden. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Dieter Zwing, Büroleiter bei der Kreisverwaltung. „Wir können frühestens im November beginnen“, blickt Tobias Liginger voraus. Da im Gebäude umgebaut wird, wird der Winter die Arbeiten nicht behindern. Zwar sollen gleichzeitig auch die Erdarbeiten für den Neubau beginnen, aber hier wäre nicht die Kälte das Problem, sondern die Nässe, und die kommt eher im Frühjahr. Bereits seit einem Vierteljahr gebaut wird an der neuen Sportanlage. Dort entstehen eine 100-Meter-Bahn, Anlagen für Weit- und Hochsprung und Kugelstoßen und ein Kleinspielfeld. Auch das geschieht im Hinblick auf die Abiturienten: Die Schule hat eigene Sportklassen und wird auch einen Sport-Leistungskurs anbieten. Südlich der Turnhalle wird ein neuer, fünfspuriger Platz für die Busse entstehen. Dort steigen die Schüler morgens aus, dann laufen sie rechts vom Neubau hoch zum Schulhof. Von dort verteilen sie sich auf die Gebäude. Der Weg zwischen Alt- und Neubau wird überdacht, ist aber an den Seiten offen. Der Pausenhof soll von der Art her so bleiben, wie er ist, allerdings sind auch hier einige Arbeiten notwendig. Denn der Neubau wird dort stehen, wo derzeit eine Böschung ist. Auch wenn der Bau noch nicht in oder kurz nach den Sommerferien beginnt, er wird sich bereits ankündigen: Vier neue Container werden am westlichen Rand als Klassensäle aufgestellt. Mit der Zeit werden es mehr, und eigentlich sollten sie alle gleichzeitig stehen. „Aber es ist im Moment extrem schwierig, Container zu bekommen“, sagt Dieter Zwing. Der Grund: die stark gestiegene Zahl von Asylbewerbern, die bundesweit ebenfalls in Containern untergebracht werden. Ob Schüler in normalen Räumen oder in den Containern unterrichtet werden, soll keinen Unterschied machen. Zum einen gebe es Anforderungen er ADD, die einzuhalten sind. Zum anderen seien sie hochwertig und nicht schlechter als Klassensäle, sagt Tobias Liginger: „Die sind nicht zu vergleichen mit einer Baubude und kein Vergleich mehr zu den 70er-Jahre-Containern.“ Die Planung stellte Projektleiter Stefan Peters vom Ludwigshafener Architekturbüro Sander/Hofrichter gestern Nachmittag auch im Kreistag vor. Er teilte auch mit, dass die Baukosten nun auf 17,8 Millionen Euro berechnet werden – zwei Millionen mehr als bei der Schätzung vor einem Jahr. Grund seien unter anderem die Bodenverhältnisse vor Ort und dass mehr Container gemietet werden müssen als gedacht. Das habe sich bei der Einteilung der Bauabschnitte herausgestellt. So kosten die Container nun 1,4 Millionen statt der geschätzten 850 000 Euro. Die Außenanlage und Zusatzmaßnahmen wie Parkplätze und Busschleife kosten wegen des Bodens 0,8 Millionen Euro mehr. FDP-Sprecher Reiner Hohn sagte, er sei darüber „nicht nur erschrocken, sondern fast schon entsetzt“ und „mehr als verwundert“. Denn die Kostenschätzung 2014 sei doch die Grundlage gewesen, sich für einen Neubau in Contwig und gegen einen zweiten IGS-Standort in Zweibrücken auszusprechen. „Dann stimmen doch die Parameter hinten und vorne nicht mehr“, kritisierte er.

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