Fischbach
Biosphärenhaus soll unter neuer Regie „vor dem Sommer“ öffnen
Am Freitagabend hat der Fischbacher Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung laut Bürgermeister Michael Schreiber „einstimmig“ dem Mietvertrag zugestimmt. Vorausgegangen war eine monatelange Ausarbeitung der Vertragsdetails mit einer Fachanwaltskanzlei und eine detaillierte Prüfung durch die Kommunalaufsicht bei der Kreisverwaltung. Die Kommunalaufsicht scheint nicht ganz mit dem Vertragsentwurf einverstanden gewesen zu sein, wie Schreiber durchblicken ließ. Es habe „Hinweise“ der Kommunalaufsicht gegeben, so Schreiber, der jedoch betonte, dass der Vertrag Sache der Gemeinde sei.
Der Bürgermeister betonte, dass die Gemeinde eine Lösung finden musste. „Wir konnten das nicht mehr selbst betreiben“, so Schreiber mit Verweis auf das jährliche Defizit von mehr als 300.000 Euro und den zuletzt nur noch 21.000 Besuchern. Zu den besten Zeiten strömten jährlich bis zu 100.000 Besucher in das Biosphärenhaus. Die Rücklagen der Gemeinde wurden zudem schwer angegriffen, da ein Zuschuss zurückbezahlt werden musste. Die Suche nach einer neuen Trägerstruktur mit Bezirksverband, Kreis und Verbandsgemeinde blieb erfolglos. Der Bezirksverband wollte das Haus nicht alleine schultern, signalisierte jedoch sich eventuell unter einer privaten Trägerschaft zu beteiligen, sofern der private Träger den Grundgedanken des Biosphärenhauses weiter mitträgt.
Verkauf erst nach Fristablauf
„Stargate“ hat zunächst einen Pachtvertrag erhalten. Mittelfristig will Schreiber den gesamten Gebäudekomplex jedoch verkaufen. Dazu müsse allerdings noch die Bindungsfrist eingehalten werden. Die Gemeinde hatte rund zehn Millionen Euro an Zuschüssen vom Land und der Europäischen Union für den Bau im Jahr 2000 erhalten, weshalb das Haus nicht vor Ablauf einer von Schreiber nicht genannten Frist verkauft werden könne. Mit dem Pachtvertrag solle der spätere Verkauf vorbereitet werden. Außerdem ist noch nicht das ganze Gebäudeensemble frei. Die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie (GNOR) hat weiterhin das Naturerlebniszentrum Wappenschmiede bis Ende des Jahres gemietet und bietet dort Veranstaltungen mit Übernachtungsmöglichkeit an. Anschließend geht auch die Wappenschmiede an „Stargate“.
Wann das im Oktober vergangenen Jahres geschlossene Biosphärenhaus wieder öffnen wird, konnte Wagenblatt am Samstag nicht sagen. Er strebe eine zeitnahe Eröffnung an, die auf jeden Fall noch vor dem Sommer sein soll. Das Angebot im Haus soll nach der Wiedereröffnung schrittweise geändert werden. Der Betrieb werde so „personalneutral“ wie möglich laufen. Wagenblatt strebt vollautomatische Zugangssysteme an und hofft, den Gebäudekomplex inklusive Restaurant mit fünf bis zehn Mitarbeitern betreiben zu können. „Hinter dem Biosphärenhaus stehe ich mit all meiner Kraft“, versicherte Wagenblatt, der künftig noch den Musikclub Quasimodo in Pirmasens mitbetreiben will.
Wagenblatt verlässt Dara
Im Dezember war noch die Rede davon, dass die Pirmasenser Dara-Group, die zu dem Zeitpunkt von Wagenblatt und Daniel Schneider gemeinsam geführt wurde, als Mieter einsteigen wird. Die Dara-Group wird nun ohne Wagenblatt und Quasimodo unter der Regie von Schneider weiterlaufen. In der Dara-Group wurden 2019 fünf Firmen vereint: Dara Innovations GmbH, Dara Event GmbH, Dara Foods & Sports GmbH, IaM Solutions GmbH sowie W&S Immobilien GmbH. Sitz des Unternehmens ist die Rupprechtstraße in der früheren Delta-Schuhfabrik.
Laut Schneider ist Wagenblatt anfang vergangener Woche als Geschäftsführer der Unternehmen der Dara-Group ausgeschieden. Dies betreffe jedoch nicht abschließend die Dara Event GmbH mit den Betrieben „Katakomben“ in Kaiserslautern sowie „Terminal“ Zweibrücken, sowie die Dara Innovations, Dara Trading oHG sowie die IaM Solutions. Wagenblatt hält laut Schneider keine Anteile mehr an der Unternehmensgruppe. Stattdessen wird Wagenblatt ab dem 1. April Eigentümer des Quasimodo sein und die Veranstaltungen wie Stadtfeste sowie das Biosphärenhaus unter einer neuen Firmierung und losgelöst von der Dara-Group übernehmen, wie Schneider weiter erläutert.
Wagenblatt hat dazu nach eigenen Angaben die Agentur „Stargate“ gegründet. Der Name kommt laut Wagenblatt von dem Kinofilm des Regisseurs Roland Emmerich. In dem Film finden Wissenschaftler und Militärs ein Gerät, mit dem sich das Tor zu den Sternen öffnet und Reisen auf weit entfernte Planeten möglich werden.