Nachruf Biedershausens Ex-Bürgermeister Herbert Fuhrmann im Alter von 80 Jahren gestorben
„Wenn kein Corona wäre, würde der Friedhof nicht reichen.“ Alleine dieser Satz von Bürgermeister Christian Bühler macht deutlich, wie bekannt und wie beliebt „de Herbert“ war, wie ihn viele nannten – und ruhig nennen durften. Fuhrmann war ein Mann, der sein Leben lang viel gearbeitet hatte – und das nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Allgemeinheit. Stets war er hilfsbereit und freundlich.
Und so sagt Bühler auch, wenn er die Stimmung im Dorf beschreibt: „Wir sind alle erschrocken. Letztes Jahr haben wir noch seinen 80. gefeiert.“ Der Bürgermeister wird bei der Beerdigung am Samstag um 14 Uhr im Namen der Gemeinde an Herbert Fuhrmann erinnern, und er sagt: „Ich glaube, das sind wir dem Herbert schuldig.“
Herbert Fuhrmann war von 1994 bis 2009 Bürgermeister von Biedershausen, davor war er 15 Jahre Beigeordneter. Er gehörte der FDP an, für die er auch 2019 noch für den Verbandsgemeinderat kandidierte – wenn auch nicht auf einem aussichtsreichen Platz, sondern mit seinem Namen als Zugpferd –, aber die Parteipolitik hatte in Biedershausen nie eine Rolle gespielt.
Herbert Fuhrmann war verheiratet und Vater von drei Kindern. Seine Heimat war die Sickinger Höhe. Und die lag ihm am Herzen. Mit einer Jugendgruppe pflegte er altes Handwerk und Bräuche, die er auch auf dem Wallhalber Grumbeeremarkt zeigte. Seine Muttersprache war das Pfälzische Als sich die RHEINPFALZ 2015 mit ihm und seinen Sohn Bernd über das Thema Dialekt unterhielt, da bewies er, wie genau er sich mit der Sprache unserer Region auskennt: Der Mann, der früher von Dorf zu Dorf gefahren war, um Kartoffeln – nein, Grumbeere – zu verkaufen, konnte anhand des Dialekts erkennen, aus welchem Dorf sein Gesprächspartner kommt.